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Fondsbarometer: Verlierer überwiegen - Fondsnews


06.05.22 13:15
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die sich tendenziell verschärfende geo- und geldpolitische Lage brachte im April praktische alle Aktienmärkte unter Druck, wie das aktuelle "FONDS professionell" Fondsbarometer zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Entspannung sei nicht in Sicht.

Der bekannte US-Hedgefondsmanager Paul Tudor Jones habe die Lage Anfang Mai auf den Punkt gebracht: "Man kann sich kaum ein schlechteres Umfeld für Finanzanlagen vorstellen als das, in dem wir uns derzeit befinden. Es ist klar, dass man weder Anleihen noch Aktien besitzen will", habe gegenüber US-Medien erklärt. Die Kombination aus einem Krieg in Europa, einem massiver Inflationsanstieg und die Aussicht auf kräftig steigende Leitzinsen trotz einer sich ankündigenden Rezession sei tatsächlich eine Situation, die die meisten heute aktiven Investoren in ihrem bisherigen Leben noch nicht hätten erleben müssen.

Das Ergebnis dieser Gemengelage spiegele sich in der Monatsübersicht der wichtigsten 52 Aktienfondskategorien für den April klar wider: Sehe man von der Türkei ab, hätten sich nur die sechs Branchenfonds, die in den Agrarsektor investieren würden, der Talfahrt des Vormonats entziehen können. Türkei-Fonds hätten fast 14 Prozent zugelegt und damit auch den zwei von MountainView erfassten Südosteuropa-Fonds eine schwarze Null gerettet, angesichts der extremen Volatilität türkischer Aktien und der hohen Inflation im Land - die Inflationsrate habe zuletzt bei 70 Prozent gelegen - sei der Markt nur für Spekulanten interessant.

Nur Agrikultur-Fonds, zu denen etwa der "DJE Agrar & Ernährung" zähle, hätten ihren Wert im April halten können. Der Rest der Aktienfondswelt habe binnen 30 Tagen Verluste in der Bandbreite zwischen 0,74 Prozent (Indien, 37 Fonds) und 11,17 Prozent ("Technologie/IT" 95 Fonds) erlitten. Auch die zuletzt erfolgreichen Fonds, die in Lateinamerika beziehungsweise Brasilien anlegen würden, hätten fast zehn Prozent an Wert eingebüßt.

Einen regelrechten Crash habe der Technologiesektor erlebt, der infolge einer Flucht aus "Wachstumswerten" Monatsverlierer gewesen sei, wobei die elf Prozent, die bei den Fonds im Mittel verloren worden seien, verbergen würden, dass prominente Werte wie Alphabet, Amazon, Tesla, Paypal oder Netflix seit Jahresbeginn zwischen 20 und mehr als 60 (!) Prozent Kursverlust gesehen hätten.

Betrachte man den Durchschnitt aller Fonds beziehungsweise der Fonds, die in die geografische Gruppe "Welt" zählen würden, habe der Monatsverlust bei etwa 4,5 Prozent gelegen. Und das sei wiederum vergleichsweise wenig, wenn man die Schwierigkeit der Lage und die Unsicherheit über die weitere Entwicklung berücksichtige. Aktien könnten in den kommenden Monaten durchaus vom Umstand gestützt werden, dass es praktisch keine Anlagealternativen gebe und eine Flucht in Cash angesichts drohender zweistelliger Inflationsraten wenig attraktiv erscheine.

Tatsächlich gehe es derzeit wahrscheinlich sehr vielen Anlegern auch gar nicht mehr um die Jagd nach Rendite, sondern vielmehr um die Erhaltung des Bestehenden. Und dabei sei eine breite Auswahl an erfolgreichen Unternehmen aktuell der wichtigste Baustein.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS professionell" Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Juni 2022. (06.05.2022/fc/n/s)