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Fondsbarometer: Turnaround der Energiebranche? - Fondsnews


04.10.17 11:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach vielen Monaten melden sich Fonds zurück, die in "Energie" und "Neue Energie" investieren, zeigt das aktuelle "FONDS professionell"-Fondsbarometer, so die Experten von "FONDS professionell".

Eine anziehende Weltkonjunktur sollte diesen Trend verstärken.

Im September seien etliche Regionen und Branchen in Bewegung geraten. Nur zwei der Top-Ten-Fondskategorien des Vormonats finde man auch unter den besten zehn über drei beziehungsweise sechs Monate. Vor allem die Schwellenländer (Brasilien beziehungsweise Lateinamerika, Russland und China) seien zuletzt etwas zurückgeblieben, wobei die Monatsergebnisse durchwegs positiv geblieben seien. Dafür habe sich ein Industriezweig auf Platz 1 gesetzt, der noch im Vormonat das Schlusslicht der Tabelle gebildet habe: Ende September seien Fonds, die in "Energie" investieren würden, um 9,33 Prozent teurer als 30 Tage davor gewesen.

Ob dies eine Reaktion auf bessere Konjunkturdaten - die OECD habe ihre globale Wachstumsprognose für das kommende Jahr von 3,6 auf 3,7 Prozent erhöht - darstelle, oder andere Ursachen habe, lasse sich allerdings kaum feststellen. Die Anzahl der Einflussfaktoren sei groß, der Markt insgesamt komplex. So habe etwa die Drohung der Türkei, irakische Ölexporte nicht passieren zu lassen, für steigende Preise gesorgt. Ausgelöst worden sei dies von kurdischen Unabhängigkeitsbestrebungen im Irak.

Für Preisbewegungen in beide Richtungen hätten auch die Schäden infolge von Wirbelstürmen in den USA gesorgt. Für einen nachhaltigen Anstieg der Energiepreise könne aber nur ein entsprechendes Wachstum der Weltwirtschaft sorgen. Seit Anfang 2016 würden die Ölpreise zwar tendenziell steigen, Erdöl sei aber immer noch etwa 50 Prozent billiger als Mitte 2014.

Anleger, die in diesem Bereich engagiert seien, würden derzeit auch über langjährige Anlagezeiträume hinweg mit Verlust bilanzieren. Weil sich auch die Preise für alternative Energieträger am Ölpreis orientieren würden, seien auch New-Energy-Fonds seit Jahren mehrheitlich keine Ertragsbringer gewesen. Wenn man bereits investiert gewesen sei, sei das unerfreulich, für Anleger, die derzeit nach "billigen" Märkten suchen würden, sei es hingegen interessant. Der Energiebereich sei auch nach der jüngsten Preiserholung weiter unpopulär, sollte sich das aber ändern, bestehe einiger Spielraum nach oben.

Sehr gut hätten sich im September auch Deutschland, Frankreich und Italien entwickelt. Euroland-Fonds hätten im Durchschnitt mehr als 4,4 Prozent zugelegt, breiter aufgestellte Europa-Fonds immerhin 3,57 Prozent. Die Tatsache, dass Europas Wirtschaftswachstum zuletzt über jenem der USA gelegen habe, wäre eine plausible Erklärung für diesen Anstieg. Ob der Aufschwung anhalte, hänge allerdings von einer Vielzahl von Entwicklungen ab, die positiv verlaufen müssten - angefangen vom Austritt Großbritanniens aus der Union bis hin zur Bildung einer funktionierenden Regierungskoalition in Deutschland.

Zur "Enttäuschung des Jahres" entwickele sich Indien. In der ersten Jahreshälfte habe die Hoffnung, dass die Reformmaßnahmen der Regierung Modi zu einem beschleunigten Wirtschaftswachstum führen könnten, für steigende Aktienpreise gesorgt. Bis Ende März seien Indien-Fonds die ertragsreichste der 56 beobachteten Fondsgruppen gewesen. Seit Anfang April würden sie allerdings auf der Stelle treten, im September hätten die 42 im Index enthaltenen Fonds im Durchschnitt 2,3 Prozent eingebüßt. Und das Bild trübe sich weiter ein, erhoffte Investitionen würden ausbleiben, und die Banken würden unter hohen Schulden leiden, was das Kreditangebot verknappe. Sollten die Energiepreise weiter steigen, käme ein zusätzlicher Belastungsfaktor hinzu.

Schlusslicht der Performanceübersicht für den September sei wieder einmal die Türkei, die ein Minus von 7,87 Prozent aufweise. Der laufend unwahrscheinlicher werdende Beitritt des Landes zur Europäischen Union lasse hier auch kaum die Hoffnung zu, dass türkische Aktien in nächster Zeit verstärkt nachgefragt würden.

Die von vielen führenden Vermögensverwaltern seit langer Zeit wiederholte Mantra, wonach Aktien "alternativlos" seien, habe sich auch im September bestätigt. Das Monatsplus habe zuletzt bei 2,33 Prozent gelegen, womit sich das Ein-Jahres-Ergebnis auf 14,29 Prozent verbessert habe.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS-professionell"-Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang November. (04.10.2017/fc/n/s)