Fondsbarometer: Traumfinale für Gold-Fonds - Fondsnews


10.01.20 13:33
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die erfolgreichste Fondskategorie des Jahres 2019 steht fest: Mit einem weiteren Wertzuwachs um acht Prozent im Dezember erwiesen sich Gold- und Edelmetallfonds als Jahressieger, wie das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Frage, ob man sich als Investor über einen signifikanten Anstieg der Edelmetallpreise freuen sollte, sei nicht ohne weiteres zu beantworten. Dass eine solche Entwicklung für Inhaber entsprechender Fonds günstig sei, vor allem für jene, die rund um die historischen Höchstkurse der Jahre 2012 und 2013 eingestiegen seien, liege auf der Hand, allerdings müssten sich auch diese Anleger die Frage nach dem "Warum" stellen. Generell könnten ein Siebenjahreshoch der Goldnotierung in US-Dollar beziehungsweise ein historischer Höchstpreis, wenn man den Preis in Euro berechne, auch Bedenken wecken.

Die Goldhausse sei nach Ansicht vieler Kommentatoren Ausdruck der weltweiten Verunsicherung der Sparer, und diese sei durchaus begründet. Einerseits bleibe die weltpolitische Situation angespannt beziehungsweise habe sich zuletzt sogar noch einmal verschärft, andererseits wirke sich das auch auf die Wachstumsaussichten für die Weltwirtschaft aus. Nach jüngsten Weltbankschätzungen würden die Aussichten für 2020 allenfalls verhalten bleiben. 2019 habe das globale BIP im Vorjahresvergleich um 2,4 Prozent zugelegt, in diesem Jahr sollten es 2,5 Prozent sein - womit der frühere Prognosewert von 2,7 Prozent nach unten revidiert worden sei.

Ein Argument, das derzeit abseits allfälliger Krisenängste für Gold spreche, seien die Null- beziehungsweise Negativzinsen. Nicht wenige Anlageexperten würden Edelmetallinvestitionen ablehnen, weil diese naturgemäß keinerlei Erträge bringen würden, Gewinne würden sich ausschließlich über Preisanstiege erzielen lassen. Da dies mittlerweile aber auch auf traditionelle Investmentvehikel wie Bankeinlagen und viele Anleihekategorien zutreffe, gebe es keinen Grund, nicht auch in Gold als Diversifikationsinstrument zu investieren.

Mehr als Goldfondsinhaber hätten im Dezember nur jene Fondsbesitzer verdient, die "Brasilien" beziehungsweise "Lateinamerika" in ihren Depots gewichten würden. Der im Vormonat erwähnte Optimismus der Lateinamerikaexperten bezüglich der weiteren Entwicklung in Brasilien habe sich damit als korrekt erwiesen. Zerlege man die erwähnte Konjunkturprognose der Weltbank in die Schätzungen für Industrie- und Wachstumsstaaten, lägen die Schätzwerte bei 1,4 (nach 1,6) Prozent und 4,1 (nach 3,5) Prozent. Und betrachte man die Monatsstatistik für den Dezember, falle auf, dass sich unter den ertragreichsten zehn Fondskategorien auch "Großchina", "China", "Russland" und "Emerging Markets" finden würden.

Verlierer im Sinn des Wortes habe es im Dezember kaum gegeben. Nur Fonds, die in "Australien" und "Thailand" investieren würden, hätten den Monat im Minus beendet, im Durchschnitt hätten alle beobachteten Fondsgruppen 2,65 Prozent zugelegt.

Insgesamt sei 2019 für Aktienfondsinhaber erfreulich verlaufen. Im Durchschnitt seien Aktienfonds mehr als 23 Prozent teurer geworden, die bei Mountain View 830 Produkte umfassende Kategorie der weltweit investierenden Fonds habe das Jahr mit einem Plus von 23,7 Prozent beendet.

Da Ende Dezember das zweite Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts geendet habe, lohne sich auch ein Blick auf die Zehnjahresergebnisse. Dass hier Biotechnologie und Technologie an der Spitze stünden, überrasche nicht weiter, wenn man wisse, dass der US-Technologieindex NASDAQ jüngst einen neuen historischen Höchststand erreicht habe. Davon habe natürlich auch die Fondsgruppe profitiert, die nach ihrer geografischen Orientierung als "Nordamerika" bezeichnet werde. Weniger auffällig sei die herausragende Performance deutscher, europäischer sowie japanischer Nebenwerte gewesen. Small Caps seien traditionell eine Spielwiese für aktive Fondsmanager, und die Statistik stelle ihnen zumindest für die letzte Dekade ein gutes Zeugnis aus.

FIAP Aktienfondsindex/ Anzahl Fonds/ 10 Jahre
Biotechnologie/ 17/ 371,02
Technologie/IT/ 67/ 266,91
Deutschland Small Caps/ 16/ 241,68
Gesundheit/Pharma/ 60/ 225,38
Nordamerika/ 41/ 203,30
Thailand/ 3/ 199,95
USA/ 254/ 188,48
Europa Small Caps/ 99/ 183,11
Skandinavien/ 15/ 178,21
Japan Small Caps/ 23/ 177,83
Korea/ 5/ 15,73
Neue Energien/ 12/ 15,29
Lateinamerika/ 27/ 9,35
Afrika/ 5/ 3,25
Brasilien/ 6/ -4,67
Edelmetalle/ 33/ -6,10
Energie/ 22/ -9,17
Rohstoffe divers/ 39/ -12,74
Türkei/ 9/ -17,15
Südosteuropa/ 3/ -18,75

Sehe man sich die Verlierer der vergangenen Dekade an, liege "Südosteuropa" auf Platz 1, gefolgt von der "Türkei" - beides überrasche nicht. Europas Südosten habe im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts noch reichlich Hoffnungen auf einen beschleunigten Annäherungsprozess an den Westen des Kontinents geweckt. Diese Hoffnungen hätten sich infolge der Finanz- und der Euro-Krise als trügerisch erwiesen. Und weil auch Teile des industriell entwickelten Europas in der letzten Dekade im globalen Vergleich hinterhergehinkt seien, sei dem strukturell schwachen Südosten bis heute keine Rückkehr auf den Wachstumspfad gelungen. Dass die politische Entwicklung in der Türkei auch Auswirkungen auf den Kapitalmarkt habe, liege auf der Hand.

Auch die Branchensegmente "Energie" und "Neue Energien" hätten in den Jahren seit 2010 enttäuscht. Fonds, die hier investieren würden, seien ein "Opfer" des anhaltend tiefen Ölpreises, der nach einem Höhenflug in den Jahren 2011 bis 2014 bis auf etwa 30 US-Dollar pro Fass abgestürzt sei und sich seit Anfang 2016 nur zaghaft habe erholen können. Billiges Öl senke naturgemäß die Nachfrage nach allen alternativen Energiequellen.

Allerdings könnte die Klimadiskussion bei diesem Thema zu einer nachhaltigen Veränderung führen - es wäre keine Überraschung, sollten Fonds, die in "Neue Energien" investieren würden, die nächste Dekade unter den erfolgreichsten Fondsgruppen beenden.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Februar. (10.01.2020/fc/n/s)





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