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Fondsbarometer: Schalten Rohstoffe in den zweiten Gang? - Fondsnews


07.05.18 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach dem trendlosen März zeigt das aktuelle "FONDS professionell"-Fondsbarometer auf Branchen- und Regionenebene wieder so etwas wie ein "Bild", so die Experten von "FONDS professionell".

Am auffälligsten habe sich dabei der Rohstoffbereich entwickelt - endlich.

Die seit 2014 andauernde Talfahrt der Rohstoffpreise habe 2016 geendet, im März habe man damals in dieser Rubrik die Schlagzeile "Fulminanter Turnaround bei Rohstoffen" lesen können. Vor allem von einer Trendwende bei den Rohölpreisen gestützt habe der gesamte Sektor, den in den FIAP-Indices in Gestalt von mehr als 70 Fonds enthalten sei, damals innerhalb eines Monats mehr als 18 Prozent zugelegt. Das sei es dann allerdings auch schon wieder gewesen.

Wer die Hoffnung gehegt habe, dass sich die Rohstoffindices wieder in alte Sphären erheben würden, sei - bisher - enttäuscht worden. Der Bloomberg-Commodity-Index habe sich von den Werten, die im Frühjahr 2016 erreicht worden seien, nicht nennenswert wegbewegen können. Im April sei aber nun doch etwas Leben in die Rohwarenpreise gekommen. Der Treiber sei dabei das Rohöl gewesen: Wie das Fondsbarometer zeige, hätten Fonds, die der Sparte "Energie" zugerechnet würden, binnen Monatsfrist mehr als neun Prozent zugelegt. Breiter aufgestellte Rohstoff-Fonds hätten davon ebenfalls profitiert und es auf einen Gewinn von 6,7 Prozent gebracht. Edelmetalle hätten zwar zu den zehn Bestperformern des Vormonats gezählt, allerdings nur 3,4 Prozent an Wert zulegen können.

Manche Analysen würden derzeit einen günstigen Einstiegszeitpunkt in die Sparte sehen. Das zentrale Argument: Einer weltweit steigenden Rohstoffnachfrage stehe ein nur langsam wachsendes Angebot gegenüber, weil die tiefen Preise der letzten Jahre Investitionen verhindert hätten. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs habe vor wenigen Tagen für Aufsehen gesorgt, weil es in einer aktuellen Analyse zu dem Schluss gelange, dass ein Einstieg derzeit sehr erfolgsversprechend sei. Dass Rohstoffe Aktien in diesem Jahr ertragsseitig schon um acht Prozent geschlagen hätten, werde als Beginn eines neuen Höhenflugs gewertet.

Dass der Brexit für alle Beteiligten äußerst unerfreulich sei, werde seit der Entscheidung der Briten im Sommer 2016 immer wieder beklagt. Anleger, die in britische Unternehmen investiert seien, hätten davon bisher aber vergleichsweise wenig mitbekommen. Seit Sommer 2016 habe sich der britische Leitindex FTSE 100 fast exakt gleich wie der EURO STOXX 50 entwickelt.

Die letzten Wochen hätten aber deutlich mehr Nachfrage nach britischen Aktien gesehen. Das sei insofern bemerkenswert als Aktienfonds, die in britische Werte investiert von den Privatanlegern zuletzt tendenziell verkauft worden seien. Branchendaten würden zeigen, dass UK-Aktienfonds im März Abflüsse in Höhe von 466 Millionen Pfund erlitten hätten. Es müssten daher tendenziell institutionelle Anleger und Ausländer sein, die in London einsteigen würden. Interessant sei auch das - von britischen Fachleuten - vermutete Motiv dieser Käufer.

Weil die jüngsten Konjunkturdaten überraschend schwach ausgefallen seien und die Inflationsrate derzeit falle, würden die Anleger davon ausgehen, dass es vorläufig zu keinen Zinsanhebungen durch die Bank of England komme. Ebenfalls kursstützend hätten Spekulationen gewirkt, dass es den Briten doch gelinge, mit der EU, die sie am 29. März 2019 verlassen werde, einen attraktiven Deal auszuhandeln. Zwei Dinge würden derzeitig für britische Dividendenwerte sprechen: Erstens habe die Dividendenrendite 2017 im Schnitt bei rund vier Prozent gelegen - und zweitens seien sie trotz der jüngsten Kursavancen nach wie vor unpopulär - ein überraschend guter Brexit-Deal mit der EU könnte das nachhaltig ändern.

2017 seien es vor allem südostasiatische Regionenfonds gewesen, die die besten Erträge eingebracht hätten. In den letzten Monaten habe sich das geändert - Fonds mit dem Bezeichnung "China", "Großchina" und auch "Taiwan" hätten zu den schlechtesten Investments seit Jahresbeginn gezählt, auch im April seien sie hinter den meisten anderen Branchen und Regionen zurückgeblieben. Dasselbe gelte für Russland, was angesichts anhaltenden politischen Spannungen auch nicht überrasche. Auffällig gut hätten sich hingegen Indien-Fonds im April entwickelt, mit mehr als vier Prozent Wertzuwachs hätten sie den Monat auf Rang 5 beendet. Der SENSEX-30-Index der Börse Mumbai habe sich seit dem Turnaround des Jahres 2009 übrigens in etwa so entwickelt wie der DAX, beide Märkte hätten seitdem in etwa 100 Prozent zugelegt, wobei die Volatilität indischer Aktien höher gewesen sei.

Am unteren Ende der Monatsstatistik würden sich Anfang Mai zwei Branchen finden, die im Zehn-Jahres-Rückblick zu den Siegern zählen würden. Fonds, die in die Sparten Biotech und Technology investieren würden, würden das Ranking über zehn Jahre immer noch anführen. Allerdings lägen die Kursgewinne bei Biotechnologie schon etliche Jahre zurück - der NASDAQ-Biotech-Index habe seinen Höchstwert Mitte 2015 erreicht, seit 2016 steige der Index zwar wieder, die alten Rekorde seien aber noch weit entfernt.

Auch die Technologiebranche sei seit dem Crash des Jahres 2008 extrem lukrativ gewesen, wobei sie anders als Biotech bis zuletzt weiter habe zulegen können. Schon längst werde hier von einer Blasenbildung gesprochen, die vor allem Titel wie Apple, Amazon oder Netflix erfasst haben solle, bisher hätten sich aber alle Absturz-Prognosen für die FAANG-Aktien als verfrüht erwiesen. Und auch die jüngsten Ergebnisdaten dieser Unternehmen würden nicht auf ein baldiges Ende ihres Höhenflugs hindeuten.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS professionell" Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Juni. (News vom 04.05.2018) (07.05.2018/fc/n/s)