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Fondsbarometer: Russland legt kräftig zu - Fondsnews


07.09.17 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Auch im August setzte sich die Hausse der Emerging Markets mit zum Teil beträchtlichen Wertzuwächsen fort, Schlusslicht sind derzeit Energie-Fonds - das zeigt das aktuelle "FONDS professionell"-Fondsbarometer, berichten die Experten von "FONDS professionell".

Wer in einen der 272 US-Aktienfonds, die vom entsprechenden FIAP-Index erfasst würden, investiert sei, habe sich Ende August im Durchschnitt über einen Ein-Jahres-Wertzuwachs von 9,42 Prozent freuen können. Allerdings dürfte diese Freude langsam schwinden, denn schon vor einem halben Jahr habe man bei derselben Performance gestanden - seit Frühjahr 2017 tue sich hier nicht mehr viel. Die 89 Eurolandfonds hätten im jüngsten Halbjahr noch 6,54 Prozent geliefert, im Drei-Monats- beziehungsweise im Ein-Monats-Rückblick aber ebenfalls bereits negativ tendiert. Ein Blick auf die Kategorien "Europa" und "Europa Small Caps" liefere ähnliche Ergebnisse. Verdient werde derzeit anderswo.

Dass man kaufen solle, wenn Kanonen donnern würden beziehungsweise angespannte Stimmung herrsche, bestätige die jüngste Entwicklung russischer Aktien. Denn obwohl die USA derzeit einen diplomatischen Kleinkrieg mit Russland austragen würden, hätten zuletzt russische Aktien zugelegt - im Durchschnitt seien es im August 8,62 Prozent gewesen, womit das Zwölfmonats-Ergebnis auf 21,27 Prozent klettere. Das sei insofern bemerkenswert als der Ölpreis zwar seit Monaten tendenziell zulege, den August aber mehr oder weniger unverändert beendet habe.

Von der Russland-Hausse hätten auch alle "Zentral- und Osteuropa-Fonds" profitiert, die mit 4,76 Prozent ebenfalls stark hätten zulegen können. Auch Brasilien habe im August mit 6,33 Prozent Wertzuwachs fette Gewinne geliefert. Selbst türkische Aktien hätten sich von dem zuletzt angespannten Verhältnis des Landes zur EU nicht daran hindern lassen, um 3,69 Prozent teuer zu werden. Der Ausreißer unter den BRIC-Staaten sei zuletzt Indien gewesen. Die 42 beobachteten Aktienfonds, die in der größten Demokratie der Welt investieren würden, hätten im August durchschnittlich 1,5 Prozent verloren, lägen im Halbjahres-Rückblick mit einem Zuwachs von 12,35 Prozent nach wie vor unter den Top 10.

Die im letzten Fondsbarometer gestellte Frage, wie nachhaltig der positive Trend im schwer geprügelten Rohstoffbereich sein könne, sei im August mit einem Wertzuwachs in Höhe von 2,49 Prozent beantwortet worden. Die 77 Fonds, die dieses Thema abdecken würden, hätten damit den Einbruch, der innerhalb der letzten zwölf Monate zu beobachten gewesen sei, weitgehend ausgebügelt. Die Ein-Jahres-Performance habe zuletzt bei einem Minus von 1,53 Prozent gelegen.

Unterstelle man, dass der aktuell zu beobachtende weltweite Konjunkturaufschwung von längerer Dauer sein werde und dass Rohstoffe davon profitieren müssten, dann gebe es hier reichlich Aufholpotenzial. Mit Rohstoff-Fonds blicke man im Durchschnitt auf ein negatives Zehn-Jahres-Ergebnis in Höhe von 18,26 Prozent.

Obwohl der Rohstoffbereich wie erwähnt bereits auf die besseren Konjunkturaussichten reagiere, komme die Sub-Sparte "Energie" nicht vom Fleck. Die 30 Fonds, deren Entwicklung in diesem FIAP-Index von Mountain View erfasst werde, lägen als einzige von 56 Branchen- beziehungsweise Regionen-Fonds über alle Beobachtungszeiträume hinweg unter den schlechtesten zehn Kategorien.

In abgeschwächter Form treffe dies auch auf "Neue Energien" zu. Im Zehn-Jahres-Rückblick liege man als Anleger in diesen Bereich immer noch etwa 30 Prozent unter dem Einstiegsniveau. Angesichts des keineswegs nachlassenden Energiehungers der Welt sei das nur damit erklärbar, dass der Bereich vor der negativen Trendwende deutlich überbewertet gewesen sei, weshalb auch beträchtliche Überkapazitäten geschaffen worden seien.

Deren Abbau laufe nun seit einer Dekade. Längst gebe es Analysen, die eine Unterbewertung konstatieren würden, die mittelfristig überdurchschnittliche Wertzuwächse verspreche, wenn sich die Bewertungen wieder "normalisieren". Ob und wann das passiere, sei dennoch nicht seriös vorhersagbar und daher nur ein Thema für antizyklisch agierende Spekulanten.

Insgesamt sei auch der August 2017 für Aktienfondsbesitzer ein guter Monat gewesen. Mit einem global diversifizierten Portfolio habe man ein halbes Prozent verdient, womit die Ein-Jahres-Performance über der Zwölf-Prozent-Marke geblieben sei. Das jüngste Zehn-Jahres-Ergebnis sei damit auf fast 40 Prozent geklettert.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS-professionell"-Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Oktober. (07.09.2017/fc/n/s)