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Fondsbarometer: Nur positive Vorzeichen - Fondsnews


05.07.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach einem katastrophalen Mai wendete sich das Blatt an den Aktienmärkten signifikant, alle der 53 im Fondsbarometer erfassten Fondskategorien konnten im Juni zulegen, so die Experten von "FONDS professionell".

Besonders stark sei der Turnaround bei jenen Fonds ausgefallen, die in Fernost beziehungsweise chinesische Aktien investieren würden. Im Mai hätten Asien- und China-Fonds zum Teil zweistellige Prozentsätze an Wert eingebüßt, im Folgemonat sei in den Gruppen "Großchina" und "China" mehr als die Hälfte der Vormonatsverluste wettgemacht worden. Parallel dazu hätten sich aber auch alle anderen Fondskategorien mehr oder weniger positiv entwickelt, Verluste seien in keiner einzigen der beobachteten Fondsgruppen aufgetreten.

Zwei Dinge würden in den Marktberichten und -analysen als Erklärung dafür genannt: Die Erwartung einer Lockerung der Geldpolitik durch die Notenbanken der USA und Europa sowie die Hoffnung, dass der Handelskonflikt zwischen USA und China nicht in der zuletzt gesehenen Härte fortgesetzt werde. Den Leitindizes in den USA habe dies neue historische Höchststände beschert, europäische Börsen wie Frankfurt und Paris hätten jedoch mitziehen können, womit die jeweiligen Fondsgruppen seit Jahresanfang zwischen 15 und 17 Prozent im Plus lägen.

Weil sich im Juni auch der Goldpreis deutlich verbessert und der Ölpreis stabilisiert habe, lägen sowohl die Fonds, die in Edelmetalle beziehungsweise in Rohstoffe investieren würden, als auch Russland-Fonds im Monatsvergleich unter den Top-Ten. Im Edelmetallbereich habe ein Kursausbruch bei Palladium für einen 17-prozentigen Preisanstieg gesorgt, Gold sei rund um zehn Prozent teurer geworden.

Mit fast 14 Prozent Monatsplus liege die Gruppe der Edelmetallfonds - immerhin erfasse Mountainview 60 Vertreter dieser Fondsklasse - im Juni auf Platz eins der Hitparade, gefolgt von Rohstofffonds, die 8,7 Prozent hätten zulegen können. Edelmetallfonds lägen jetzt bereits über alle Zeiträume zwischen einem Monat und einem Jahr unter den zehn erfolgreichsten Fondskategorien, wobei der Ein-Jahres-Zuwachs in etwa so hoch sei wie das jüngste Monatsplus. Das heiße, dieser Zug habe sich zwar möglicherweise in Bewegung gesetzt, abgefahren sei er aber noch nicht.

Dass vor allem Gold in einem Monat mit starkem Rückenwind bei Aktien stark zulege, erscheine auf den ersten Blick überraschend. Sehe man sich aber an, mit wie viel Unsicherheit die Aktienhausse behaftet sei, werde das Interesse am Edelmetall plausibel. Weder sei die Entspannung im Handelskrieg eine ausgemachte Sache noch sei die Ursache der Aktiengewinne - Zinssenkungsphantasie aufgrund von Konjunkturängsten - grundsätzlich erfreulich.

Trotz der günstigen Marktentwicklung sei keinerlei Euphorie erkennbar. Tatsächlich zeige ein Blick auf die Entwicklung der Mittelzu- und abflüsse bei Aktienfonds, dass heimische Investoren nach wie vor deutlich mehr Fonds verkaufen als kaufen würden. Aus Contrarian-Sicht sei dies positiv zu bewerten: Je weniger Begeisterung für eine Investmentklasse vorliege, umso geringer sei das Absturzrisiko. In diesem Sinne könnten alle Anleger, die sich vom Tagesgeschehen nicht irritieren lassen würden, ihren Sommerurlaub beruhigt genießen.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang August. (News vom 04.07.2019) (05.07.2019/fc/n/s)