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Fondsbarometer: Indien und Brasilien auf All-time-high - Fondsnews


05.04.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der März 2019 war ein guter Monat für Emerging-Market-Anleger, zeigt das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer, so die Experten von "FONDS professionell".

Wer in Indien oder Brasilien investiert sei, habe sogar einen neuen historischen Höchstwert der Leitindices der Börsen Mumbai und Sao Paolo gesehen.

Der indische Aktienmarkt habe im März 2019 nicht geschlagen werden können. Mit einem Monatsplus von 10,3 Prozent hätten die 40 Produkte, die der Fondsdatenspezialist Mountain View in dieser Gruppe liste, auch im Sechs-Monats-Rückblick auf Platz 5 vorrücken können. Vielen heimischen Anlegern dürfte kaum aufgefallen sein, dass der indische Leitindex Sensex in den ersten April-Tagen einen neuen historischen Höchstwert erreicht habe. Vergleiche man seine Entwicklung seit Ende der Finanzkrise mit jener des DAX, zeige sich ein Mehrertrag von 160 Prozentpunkten (360% vs. 200% Wertzuwachs), wobei Indiens Aktienmarktentwicklung sich erst seit Anfang 2017 deutlich habe abkoppeln können.

Als Begründungen für den Höhenflug würden günstige Geschäftsklima-Indikatoren ebenso wie die Aussicht auf eine Leitzinssenkung durch die Bank of India dienen. Dass letzteres vor allem Aktien von Finanzunternehmen zugute gekommen sei, liege auf der Hand.

Dieser Höhenflug habe Indien allerdings vergleichsweise teuer gemacht. Starcapital berechne für indische Aktien derzeit ein zyklusbereinigtes Kurs/Gewinn-Verhältnis von 21,2, was deutlich über den Vergleichswerten für China (15,9), Russland (6,8) oder Brasilien (16) liege. Auch wenn die Marktkapitalisierung des indischen Marktes der Wirtschaftsleistung gegenüberstelle - ein Bewertungsansatz, den auch Warren Buffett einsetze - liege diese bei 69 Prozent. Im historischen Durchschnitt habe dieser Wert bei 76 Prozent gelegen, der historische Tiefststand habe jedoch bei 40 Prozent gelegen. Indien bleibe angesichts des Wirtschaftswachstums des Landes langfristig ohne Zweifel attraktiv, eine Übergewichtung scheine aktuell aber nicht angeraten.

Am unteren Ende der Monatshitparade seien im März Fonds gelandet, die in Brasilien investieren würden. Und das obwohl der brasilianische Leitindex Bovespa zur Monatsmitte einen historischen Höchstwert erreicht habe. Heimischen Fondskäufern habe dies vor allem deshalb nur wenig geholfen, weil über den Wechselkursverlust ein Teil der Indexanstiege verloren gegangen sei. In den letzten fünf Jahren habe der Index in lokaler Währung in der Spitze fast 100 Prozent zugelegt, in Euro seien es hingegen zu keinem Zeitpunkt mehr als 30 Prozent gewesen. 2014 habe ein Euro drei Real gekostet, derzeit seien es 4,35 Real.

Auch in den Rängen hinter Indien finde man im Fondsbarometer diesmal praktisch nur aufstrebende asiatische Märkte, wobei China ganz vorne liege. Der Abkühlung des chinesischen Wirtschaftswachstums in Kombination mit dem Handelsstreit mit den USA setze Chinas politische Führung gehörig unter Druck. Premierminister Li Keqiang habe anlässlich der Jahrestagung des Volkskongresses bestätigt, dass das Wachstum nur mehr maximal 6,5 Prozent betragen werde, und habe auch gleich Gegenmaßnahmen in Form sinkender Unternehmenssteuern und geringerer Sozialabgaben für Verbraucher angekündigt, um Konsum und Investitionstätigkeit anzuregen. In Richtung der internationalen Handelspartner habe man eine weitere Öffnung der chinesischen Märkte angekündigt.

Dass die Bemühungen greifen würden, habe sich unter anderem an einem Anstieg des chinesischen Einkaufsmanagerindex gezeigt, der im März über 50 Punkte geklettert sei, was als Wachstumssignal interpretiert werde. Und allem Anschein nach werde die Entwicklung auch von vielen Anlegern optimistisch bewertet, denn auch im März seien es China-Fonds im engeren und weiteren Sinn gewesen, die die Top-10-Liste der ertragsreichsten Fondskategorien dominieren würden.

Fonds, die global investieren würden, hätten im März im Schnitt fast 1,43 Prozent zugelegt, womit sich das Zwölf-Monats-Ergebnis auf 5,92 Prozent verbessert habe. Im Zehn-Jahres-Rückblick würden sich international diversifizierte Aktienanleger derzeit über eine Wertentwicklung von 177 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent pro Jahr freuen. Wer unmittelbar nach der Finanzkrise Nerven zeige, sei somit für seinen Mut belohnt worden.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Mai. (News vom 04.04.2019) (05.04.2019/fc/n/s)