Fondsbarometer: Goldfonds legen neuerlich stark zu - Fondsnews


04.09.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Börsenjahr 2019 blieb auch im August extrem volatil, so die Experten von "FONDS professionell".

Nach zwei positiven Monaten hätten im Vormonat allerdings wieder die Minuszeichen dominiert, wie das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer zeige.

Seit fast einem Jahr pendele die Stimmungslage der Aktienfondsanleger zwischen Panik, Erleichterung und Hoffnung. Auf den Kursrutsch zwischen Oktober und Dezember 2019 sei ein guter Start ins Jahr 2019 gefolgt, seit Mai dominiere aber wieder die Volatilität. Etwa im Monatsabstand würden die Börsen ihre Fahrtrichtung ändern, und im August habe der Kompass wieder nach Süden gewiesen. Verschont sei diesmal fast kein Markt von den Verlusten geblieben, die im Durchschnitt über alle Regionen und Branchen bei fast drei Prozent gelegen hätten. Einzig der Edelmetallsektor habe seinen Höhenflug fortgesetzt und Goldfondsinhabern mehr als neun Prozent Monatsgewinn beschert. Insgesamt hätten nur drei Sparten Verluste vermeiden können, wobei die Nummer drei - Fonds, die in französische Aktien investieren würden - eine schwarze Null verbucht habe.

Die Hitparade der Verlierer sei von Brasilien mit einer durchschnittlichen Verbilligung um mehr als zehn Prozent angeführt worden. Brasilianische Aktienfonds würden im Ein-Jahres-Rückblick hinter Edelmetallprodukten mit einem Wertzuwachs von mehr als 31 Prozent zwar die zweitbeste der 56 beobachteten Fondsgruppen bleiben, die weiteren Aussichten für den südamerikanischen Markt würden sich nach Einschätzung internationaler Beobachter derzeit eintrüben.

So hätten JP-Morgan-Analysten befürchtet, dass die Kritik an Brasilien aufgrund der großflächigen Urwaldzerstörungen mittelfristig auch zu Sanktionen gegenüber dem Land führen könnten, was ohne Zweifel für den Aktienmarkt ungünstig wäre. Vor allem ein Scheitern des geplanten Abkommens zwischen der Europäischen Union und der südamerikanischen Freihandelszone Mercosur wäre ein schwerer Rückschlag, der neben Brasilienfonds auch alle anderen in Lateinamerika investierenden Fonds treffen würde.

Die Verluste südamerikanischer Börsen würden sich naturgemäß in den Monatsergebnissen breiter aufgestellter Emerging Market Fonds niederschlagen. Im Durchschnitt habe der Verlust seit Ende Juli zwischen vier und fünf Prozent gelegen. Die Sorge wegen einer bevorstehenden Rezession lasse hier kurzfristig kaum Besserung erwarten.

Allerdings stehe längst noch nicht fest, dass das Börsenjahr 2019 nicht doch noch ein versöhnliches Ende sehen könnte. Anlass zu dieser Erwartung gebe eine statistische Beobachtung. 2019 sei das dritte Jahr der Präsidentschaft Trump und somit ein Vorwahljahr. Im langjährigen Rückblick seien diese Jahre häufig von einer guten Börsenbilanz begleitet gewesen, auf das laufende Jahr habe dies hingegen (noch) nicht zugetroffen.

Zwar hätten sich Dow und S&P 500 in der ersten Jahreshälfte gut entwickelt, dabei seien allerdings nur die Verluste egalisiert worden, die Ende 2018 auftragen würden. Weil US-Präsidenten mit guten Wirtschaftsdaten im Rücken bessere Chancen auf eine Wiederwahl hätten, sei davon auszugehen, dass Trump schon demnächst einen Kurs einschlagen werde, der die US-Indices nach oben treibe - und von einer guten Entwicklung der US-Börsen profitiere traditionell die ganze Welt.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Oktober. (04.09.2019/fc/n/s)