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Fondsbarometer: Chinas Aktienmarkt geht in die Knie - Fondsnews


06.06.19 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Handelskonflikt zwischen den USA und China zeigte im Mai Wirkung, so die Experten von "FONDS professionell".

Fonds, die in China investieren würden, hätten zweistellig verloren. Aber auch fast alle anderen Aktienfonds hätten den Monat mit Verlusten beendet, wie das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer zeige.

Den Mai 2019 würden vergleichsweise viele Menschen in schlechter Erinnerung behalten. Die Bandbreite der Betroffenen reiche dabei von der früheren österreichischen Koalitions-Regierung, die nach der Publikation eines kompromittierenden Videos Neuwahlen habe ausrufen müssen, über Schwimmbadbetreiber, denen der kälteste Mai seit Jahrzehnten die Bilanz verhagelt habe - bis hin zu Besitzern von Aktienfonds, die in China investieren würden.

Die Fondsgruppen "Großchina" (31 Fonds), "China" (47 Fonds) seien mit jeweils mehr als 13 Prozent Monatsverlust die Schlusslichter des jüngsten Fondsbarometers der Experten gewesen. Hart habe es auch "Asien", "Asien ohne Japan", "Taiwan" und "Korea" getroffen, die ebenfalls bis zu zehn Prozent an Wert eingebüßt hätten, weil sie zu mehr oder weniger wesentlichen Teilen auch China-Aktien enthalten würden.

Da die Welt vernetzt sei, hätten auch die Investoren in den meisten anderen Regionen wenig Anlass gehabt, mit dem Mai zufrieden zu sein: Sowohl die Kategorie "Welt" als auch der Durchschnitt aller Aktienfonds, die von Mountainview für diese Statistik erfasst würden, hätten den Monat mit mehr als fünf Prozent Verlust beendet. Damit habe sich die - statistisch belegte - Börsenweisheit, wonach man zwischen Ende April und Ende Oktober lieber keine Aktien halten sollte, als tendenziell richtig erwiesen. Im Durchschnitt habe man mit US-Aktien in den letzten 50 Jahren in der warmen Jahreszeit 0,31 Prozent verdient, während der Vergleichswert für die Zeit von Oktober bis April bei 7,56 Prozent gelegen habe. Für Fondsinvestoren seien derlei Statistiken aber allenfalls von akademischem Interesse, kein vernunftbegabter Mensch drehe zwei Mal jährlich sein Fondsportfolio.

Dass die Entwicklung im Mai doch einigen Anlegern ernstere Sorgen bereitet habe, könnte man aufgrund der Entwicklung der Edelmetallpreise vermuten. Von einer "Flucht in Gold" zu sprechen, wäre übertrieben, aber immerhin hätten die 32 Fonds, die in Gold, Silber und andere wertvolle Metalle investieren würden, im Durchschnitt mehr als drei Prozent zugelegt.

Im Halbjahresrückblick habe sich diese - langfristig betrachtet - so enttäuschende Fondsklasse zur Nummer Eins von 56 Kategorien entwickelt. Seit Beginn der Börsenturbulenzen, die Anfang Dezember des Vorjahres begonnen hätten, seien diese Fonds fast 20 Prozent teurer geworden. Blicke man allerdings zehn Jahre zurück, werde deutlich, dass Gold-Fans, die seit einer Dekade dabei seien, viel Geduld benötigen würden, denn zwischen Mai 2009 und Mai 2019 hätten diese Fonds mehr als 20 Prozent an Wert verloren. Das bestätige die Einschätzung all jener Fachleute, die in dem Edelmetall allenfalls eine Rolle als ultimative Portfolioversicherung zubilligen würden, die man keinesfalls zu hoch gewichten dürfe.

Auf den Rängen zwei, drei und vier der Monatsbilanz würden hinter den Edelmetall-Fonds die Fondsregionen "Indien" (+2,07%), "Russland" (+1,56%) und Brasilien (+1,34%) rangieren. Russland und Brasilien würden damit einen Trend fortsetzen, der schon seit drei Jahren intakt sei. Fonds, die in diese beiden Länder investieren würden, seien im Drei-Jahres-Rückblick die erfolgreichsten, wobei die Wertzuwächse inzwischen bei mehr als 60 Prozent lägen. Einmal mehr ein Beleg dafür, dass ein global diversifiziertes Portfolio die nervenschonendste und damit langfristig auch die ertragsreichste Anlagestrategie sei.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das "FONDS professionell" Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Juli. (06.06.2019/fc/n/s)