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Fondsbarometer: Aktienfonds beenden Höhenflug - Fondsnews


06.10.20 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Im September erhielten viele Aktienfonds einen Dämpfer, wie das aktuelle FONDS professionell-Fondsbarometer zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Die größten Einbußen hätten Emerging-Market- sowie Rohstoff- und Energie-Fonds gesehen.

Die Entwicklung seit der Trendwende nach dem Corona-Blitz-Crash erschien vielen Beobachtern schon etwas "zu" gut, so die Experten von "FONDS professionell". Angesichts des schwersten Konjunktureinbruchs der Nachkriegszeit in praktisch allen Regionen habe sich der massive Anstieg an den Aktienmärkten ein wenig gespenstisch ausgenommen. Erklärt worden sei die Hausse mit den Liquiditätszuflüssen infolge der Notenbankinterventionen und der milliardenschweren Konjunkturpakete - nicht zuletzt aufgrund einer "Flucht" in Sachwerte.

In der ersten Septemberhälfte sei den meisten Märkten dennoch die Luft fürs Erste einmal ausgegangen. Da die Korrektur mit einem Ende des Höhenflugs jener wenigen Technologieaktien begonnen habe, die seit Jahren die stärksten Wertzuwächse aufweisen würden, sei die Monatsbilanz für Branchenfonds aus den Sparten "Technologie" und "Telekommunikation" mit zwei beziehungsweise drei Prozent Wertrückgang besonders ungünstig ausgefallen.

Noch mehr Terrain hätten die Bereiche "Edelmetalle" und "Rohstoffe divers" abgeben müssen, die zwischen 5,4 und 6,5 Prozent billiger geworden seien. Absoluter Monatsverlierer sei jedoch die Branche "Energie" gewesen, die 8,54 Prozent nachgegeben habe und damit das schwindende Vertrauen in einen baldigen Wirtschaftserholung widerspiegele, was zu einem neuerlichen Nachgeben der Ölpreise geführt habe.

Vergleichsweise schlecht sei der September auch für Anleger gelaufen, die in Brasilien, Russland und China beziehungsweise Großchina investiert seien. China habe sich dabei mit einem Monatsverlust von 2,77 Prozent relativ gut gehalten und liege auf Jahressicht immer noch mit mehr als 20 Prozent Wertzuwachs und den zehn besten Fondskategorien. Russland und Brasilien hätten stärker nachgegeben und würden nach wie vor unter den zehn schwächsten Fondsgruppen im Ein-Jahres-Rückblick rangieren.

Das "I" aus den BRIC-Fonds habe sich im September hingegen trotz der Berichte über eine massive Ausbreitung des Corona-Virus auf dem Subkontinent gut gehalten. Indien-Fonds hätten im Durchschnitt mehr als ein Prozent zugelegt und lägen damit auch im Drei-Monats-Rückblick unter den Top 10.

Monatsgewinner seien neuerlich die zwölf Fonds gewesen, die von Fondsdatenspezialisten Mountainview im Index "Neue Energien" zusammengefasst würden. Sie hätten erneut fast vier Prozent zugelegt und lägen aufgrund des seit einiger Zeit anhaltenden Höhenflugs mittlerweile über alle Beobachtungszeiträume bis fünf Jahre unter den zehn besten Gruppen.

Über alle Regionen und Branchen hinweg betrachtet, sei der September mit etwa eineinhalb Prozent Wertverlust ungünstig verlaufen, wobei nur 14 von 53 Fondsgruppen ein Minus hätten vermeiden können. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Monate Oktober und November turbulent verlaufen würden, sei groß. Die sich zunehmend verschlechternden Corona-Infektionsdaten würden weiterhin für Verunsicherung sorgen. Und da Anfang November die nächste US-Präsidentschaft geklärt werde, sei die Bandbreite der möglichen Marktentwicklungen bis Jahresende nicht abschätzbar.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang November. (06.10.2020/fc/n/s)