Fondsbarometer: 10,4 Prozent Monatsplus mit Goldfonds - Fondsnews


06.08.19 14:49
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Gold- und Türkeifonds verzeichneten im Juli die stärksten Wertzuwächse, so die Experten von "FONDS professionell".

Ingesamt sei der Monat für die Mehrzahl der Aktienfondsinhaber positiv verlaufen, wie das aktuelle FONDS professionell Fondsbarometer zeige.

Global betrachtet sei der Juli 2019 für Inhaber von Aktienfonds kein schlechter Monat gewesen. Im Durchschnitt hätten die in den FIAP-Indices des Fondsdatenanbieters Mountainview erfassten Produkte rund 1,17 Prozent zugelegt - Sparbuchsparer wären schon dankbar, wäre das ihre jährliche Rendite. Und sehe man vom Monatsverlierer "Korea" ab, hätten sich die Wertverluste jener Branchen- und Regionenfonds, die keinen Gewinn hätten erzielen können, in engen Grenzen gehalten.

Ursache des Rückschlags - im Mittel hätten Korea-Fonds etwa fünf Prozent im Monatsvergleich verloren - sei ein Konflikt mit Japan. Seit im Herbst 2018 das koreanische Höchstgericht entschieden habe, dass japanische Unternehmen zu Entschädigungszahlungen verpflichtet seien, wenn sie während der Besetzung Koreas im Zweiten Weltkrieg Zwangsarbeiter beschäftigt hätten, habe sich das Verhältnis zwischen den beiden Staaten deutlich verschlechtert. Zuletzt habe Japan dem Nachbarland sogar langjährig bestehende Handelsprivilegien entzogen, ein Schritt, der in der jüngeren Geschichte einmalig sei.

Inzwischen würden internationale Beobachter befürchten, dass diese Krise, die sich zu der Auseinandersetzung zwischen den USA und China geselle, weitere Kreise ziehen könnte. Koreanische Aktien seien im Aufschwung seit 2009 deutlich hinter deutschen oder amerikanischen Indices zurückgeblieben, seit dem All-time-High im April 2018 hätten sie rund 20 Prozent an Wert eingebüßt.

Deutlich freundlicher präsentiere sich weiterhin die Entwicklung des Goldpreises, was sich bei Edelmetallfonds im Juli erneut in Form zweitstelliger Wertzuwächse niedergeschlagen habe. Im Durchschnitt hätten sich die 32 erfassten Produkte um 10,44 Prozent verteuert, womit sich ihre Drei-Monats-Bilanz auf knapp 25 Prozent verbessert habe. Betrachte man die Wertentwicklung der letzten zwölf Monate, hätten nur Fonds, die in Brasilien investieren würden, geringfügig mehr Wertzuwachs verbuchen können.

Indirekt habe von dieser Entwicklung im Juli auch "Australien" und "Nordamerika" profitiert, weil ein Vielzahl von Goldminengesellschaften in Australien und Kanada gelistet seien. Nach wie vor seien es die Unsicherheit bezüglich der weiten Entwicklung der Weltwirtschaft und der Trend zu sinkenden Zinsen, die Goldkäufern als Argument dienen würden.

Ebenfalls zu den Gewinnern hätten im Vormonat Technologie-Fonds gezählt. Seit Jahresbeginn liege der S&P 500 Information Technology Sektor schon mehr als 30 Prozent im Plus. US-Marktstatistiker hätten Ende Juli darauf verwiesen, dass diese Branche seit 1990 zwischen den Monaten Januar und Juli nur fünf Mal mehr als 20 Prozent hätten zulegen können - im Anschluss seien weitere Wertzuwächse von durchschnittlich etwa 20 Prozent gefolgt.

Ob sich dies 2019 wiederholen könne, werde sich zeigen, im Wege stehen könnten allerdings die Zinssenkungsschritte der US-Notenbank. Aus ungeklärter Ursache würden Tech-Aktien historisch betrachtet zu sinkenden Kursen neigen, wenn die Zinsen sinken würden. In den ersten Augusttagen habe sich jedenfalls keine Fortsetzung des Höhenflugs angekündigt. Der Sektor-Index Technology Select Sector SPDR sei zuletzt stärker in die Knie als der Leitindex S&P 500 gegangen.

Ebenfalls auffallend gut hätten sich im Juli Fonds entwickelt, die in der Türkei investieren würden. Ihr Plus habe bei mehr als zehn Prozent gelegen, wobei die positive Stimmung am türkischen Kapitalmarkt vor allem von einem Rückgang der Inflation getragen worden sei - nicht nur Aktien, sondern vor allem auch Lira-Anleihen hätten dank ihrer hohen nominalen Renten von zuletzt rund 15 Prozent einen kräftigen Nachfrageanstieg gesehen. Da die Inflationserwartung der Notenbank für Jahresende auf weniger als 14 Prozent gesenkt worden sei, könnte sich somit sogar eine real positive Rendite ergeben - die Nachfrage am Bondmarkt lege nahe, dass viele Investoren damit rechnen würden.

Dass türkische Aktien beziehungsweise Fonds, die in sie investieren würden, hochspekulativ bleiben würden, zeige ein Blick auf die Entwicklung entsprechender Fonds. Ihre historischen Höchstwerte lägen sechs Jahre zurück, seit Mai 2013 lägen sie zwischen 40 und 50 Prozent im Minus.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang September. (06.08.2019/fc/n/s)