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Fondsaufseher schließen Notfallpakt für No-Deal-Brexit - Fondsnews


04.02.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Europas Finanzaufsicht ESMA, die Behörden in den EU-Ländern und der britische Regulierer FCA haben sich auf Übergangsregeln geeinigt, sollte die "Brexit-Bombe" detonieren, es also zu einem ungeordneten Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union kommen, so die Experten von "FONDS professionell".

Demnach würden die britischen Aufseher mit ihren EU-Kollegen Informationen austauschen, die zur Überwachung der Finanzmärkte sowie zur Kontrolle von Investment- und Fondsgesellschaften nötig seien. Dies hätten die ESMA und die FCA mitgeteilt.

Die Lage sei prekär: Bei einem Austritt des Königreichs ohne vertragliche Regelungen erhielte das Land auf einen Schlag den Status als Nicht-EU-Land. Solle heißen: Dem Austausch von Waren und Dienstleistungen zwischen der Rest-EU und der Inselnation wären hohe Hürden gesetzt. Dies träfe auch die Asset-Management-Industrie, weil viele Luxemburger oder irische Fonds von Managern gelenkt würden, die in London sitzen würden. Eine solche "Delegation" sei grundsätzlich zwar auch in Staaten außerhalb der EU zulässig, erfordere aber einen Austausch zwischen den Aufsehern.

Die dafür nötige Kooperation hätten die Behörden nun beschlossen. Die Vereinbarung räume Fondsanbietern ein, neben der Delegation des Portfoliomanagements auch andere Dienstleistungen rund um ihr Geschäft von oder nach Großbritannien auslagern zu können - wie bisher auch. Weiterhin würden die FCA und die ESMA einen Informationsaustausch über Ratinggesellschaften und den Handel von Finanzderivaten abseits von Börsen vereinbaren.

Das britische Parlament habe sich zwar vor wenigen Tagen ausdrücklich gegen einen ungeordneten Austritt ausgesprochen, zugleich aber Nachverhandlungen über die Regelungen zur Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland gefordert. Die EU habe dieses Ansinnen umgehend zurückgewiesen. Damit bleibe das Risiko eines No-Deal-Brexit hoch.

Die Fondsbranche reagiere erleichtert auf die Vereinbarung. "Für die Asset-Management-Industrie ist es von überragender Bedeutung, dass die Delegation künftig genauso erlaubt ist wie heute", sage Tanguy van de Werve, Geschäftsführer des europäischen Fondsverbands Efama. "Die Vereinbarung bringt Sicherheit in die Brexit-Vorbereitungen der Branche. Vor allem stellt sie sicher, dass Anleger aus der EU weiterhin auf erstklassige Erfahrungen in der Vermögensverwaltung zurückgreifen können."

Die Luxemburger Finanzaufsicht CSSF habe jüngst der Branche eine dringende Empfehlung mitgegeben. Europäische Asset Manager, die ihre Produkte in Großbritannien vertreiben würden, sollten ihre Geschäftstätigkeit vorsichtshalber bei der britischen Aufsicht anmelden. Diese habe eine Übergangsregelung getroffen, die es EU-Firmen ermögliche, auch nach dem Brexit ihre Geschäfte auf der Insel fortzuführen. Bis 28. März 2019 - also einen Tag vor dem Brexit - müssten Fondsanbieter der FCA mitteilen, dass sie diese Übergangsregel nutzen wollten. (News vom 01.02.2019) (04.02.2019/fc/n/s)