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Fondsanbieter-Test: Sortiments-Check steckt voller Überraschungen - Fondsnews


04.05.18 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Keine Erfolgsserie währt ewig - diese Erfahrung macht aktuell Flossbach von Storch, so die Experten von "FONDS professionell".

Über mehrere Quartale sei der Kölner Vermögensverwalter dank der hohen Qualität seines Fondssortiments Dauergast im Angebotsranking kleinerer und mittelgroßer Asset-Management-Gesellschaften der Ratingagentur Scope gewesen - sogar als einziger deutscher Anbieter überhaupt! Das sei passé.

"Mit Flossbach von Storch ist ein prominenter Akteur nicht mehr in den Top-10 vertreten", schreibe Fondsanalyst André Härtel nüchtern in seinem Ranking-Report. Die Topfonds-Quote der Investmentgesellschaft aus dem Rheinland sei von 70 Prozent im ersten Quartal 2017 auf gegenwärtig 50 Prozent geschrumpft, was so viel heiße wie: Die Hälfte der getesteten Flossbach-Fonds sei bestenfalls Mittelmaß. "Das ist gleichbedeutend mit einer Verschlechterung von Rang fünf auf Rang elf", fasse der Scope-Analyst zusammen.

Der Abschied aus der Elite der kleinen Fondskönner ist für Flossbach von Storch besonders bitter, weil heimische Wettbewerber im Vergleich zum Vorjahresranking beim aktuellen Scope-Test klar auf dem Vormarsch sind, so die Experten von "FONDS professionell". "Deutsche Gesellschaften konnten ihre Präsenz unter den Top-10 deutlich ausbauen", heiße es im Bericht. Vor einem Jahr war nur die Deka in der Sortiments-Königsklasse der ganz Großen vertreten. Diesmal fänden sich gleich vier deutsche Gesellschaften unter den besten Zehn.

"Das ist vor allem deshalb beachtlich, weil das rein quantitative KVG-Ranking in der Tendenz ausländische Gesellschaften begünstigt", stelle Härtel fest. Grund: Ausländische Gesellschaften würden in der Regel nur einen Bruchteil - und zwar die erfolgreichsten - ihrer Fonds in Deutschland zum Vertrieb zulassen, wohingegen deutsche Anbieter mit ihrer gesamten Produktpalette im Anbieter-Ranking vertreten seien.

Dasselbe Schicksal wie Flossbach von Storch - nur eine Etage höher, bei den großvolumigen Asset Managern - habe die Branchenriesen Goldman Sachs AM, State Street, Legg Mason, J.P. Morgan AM und INVESCO ereilt: Auch sie seien aus der Sortiments-Elite herausgefallen. "Den deutlichsten Einbruch der Top-Rating-Quote von 54,5 auf 34,5 Prozent musste Legg Mason hinnehmen", präzisiere Härtel.

Da habe es nichts geholfen, wenn einzelne Anbieter in bestimmten Kategorien hervorragend abgeschnitten hätten, wie beispielsweise Legg Mason in der Gruppe "Sonstige Fonds", in der immerhin vier seiner sechs begutachteten Portfolios Top-Noten hätten ergattern können - ähnlich wie bei J.P. Morgan AM, wo 24 von 50 in die Wertung einbezogenen Aktienfonds von Scope bestens bewertet würden. INVESCO zeige im Rentensegment mit elf Top-Fonds von 18, also einer Top-Ranking-Quote von 61 Prozent, klare Stärken. Am Ende aber habe das nicht gereicht: Aufgrund von Patzern in anderen Disziplinen (oder einer zu geringen Anzahl zur Auswahl stehender Portfolios) hätten sie die Konkurrenz davonziehen lassen müssen. (04.05.2018/fc/n/s)