Erweiterte Funktionen

Fondsabsatz Österreich: (Vorerst) noch kein Corona-Effekt feststellbar - Fondsnews


11.03.20 10:30
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Zumindest vorerst konnten der negative Coronavirus-Newsflow und die damit verbundenen Marktturbulenzen dem positiven Nettomittelzufluss-Trend am österreichischen Fondsdomizil nichts anhaben, berichten die Experten von "e-fundresearch.com".

Es wäre der Alptraum eines jeden Fonds-Vertriebschefs: Nach Jahren an enttäuschenden Nettomittelzuflüssen am österreichischen Fondsdomizil - insbesondere im Publikumsfondsbereich - beginne sich Mitte 2019 endlich wieder etwas positive Dynamik aufzubauen, nur um dann wieder durch einen nicht prognostizierbaren exogen Schock - es sei in diesem Fall vom "Schwarzen-Schwan"-Event "Coronavirus" die Rede - im Keim erstickt zu werden.

Zumindest vorerst dürfte den alpenländischen Fondsgesellschaften dieses Alptraum-Szenario erspart geblieben sein, wie eine "e-fundresearch.com"-Analyse der neuesten Absatzstatistik des nationalen Fondsverbands "VÖIG" per Ende Februar 20 zeige. Im Gegenteil: Mit Nettomittelzuflüssen in Höhe von 616,74 Millionen Euro habe im Februar zwar nicht an die Vertriebserfolge aus dem vierten Quartal 2019 angeknüpft werden können, das Januar-Wachstum sei aber immerhin mehr als komfortabel übertroffen worden.

Besonders erfreulich sei dabei die Tatsache, dass vor allem der profitable Retail-Markt weiterhin starkes Wachstum verbuchen könne: Mit +623,42 Millionen Euro könne sogar auf das zweitstärkste Retail-Wachstum seit Anfang 2019 zurückgeblickt werden. Nettomittelabflüsse hätten hingegen zum zweiten Monat in Folge im Spezialfonds-Segment verbucht werden müssen.

Hinsichtlich Assetklassen sei eine gewisse Corona-Reaktion bereits deutlich besser spürbar gewesen: Aktienfonds hätten mit +14,47 Millionen Euro das Monat nur mit großer Mühe positiv beenden können, wohingegen Rentenfonds nach mehr als einer halben Milliarde Euro an Nettoabflüssen im Januar wieder um +249,63 Millionen Euro hätten zulegen können. Ein Indiz für ein klassisches Risk-Off-Verhalten der Fondsanleger.

Ein struktureller Trend, an dem sich hingegen auch im Februar nichts geändert habe: Mischfonds hätten ihren Status als nachgefragteste Fondskategorie weiterhin verteidigen können - seit Jahresbeginn 2020 könne man bereits auf Nettozuflüsse in Höhe von 959,10 Millionen Euro verweisen.

Ob den österreichischen Fondsgesellschaften der eingangs beschriebene Vertriebsalptraum auch in der näheren Zukunft weiterhin erspart bleibe, werde sich spätestens bei der Analyse der März-Statistik zeigen. Denn auch wenn die ersten klaren Coronavirus-Marktturbulenzen bereits Ende Februar zu beobachten waren, muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere Retail-Fondsinvestoren mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung reagieren könnten und diese Effekte daher erst in der März-Statistik aufscheinen, so die Experten von "e-fundresearch.com". Die Marktentwicklungen der ersten Märztage und die damit verbundenen Presse-Berichte seien in diesem Zusammenhang sicherlich nicht förderlich gewesen, es bleibe zu hoffen, dass österreichische Retail-Fondsinvestoren dem Markt nicht ausgerechnet (wieder) zum unvorteilhaftesten Zeitpunkt langfristig den Rücken zuwenden würden. Fondsgesellschaften, die in den vergangenen Monaten verstärkt auf die Positionierung von Retail-Fondssparplänen gesetzt hätten, dürften in diesem Umfeld die Nase vorne haben.

Weitere Detailinformationen können Sie unter folgendem Link abrufen. (11.03.2020/fc/n/s)