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Die Flucht in die Fonds - Warum Anleger wieder ausländische Fonds für sich entdecken


02.04.19 15:45
fondscheck.de

Bad Marienberg (www.fondscheck.de) -

Mangelndes Fonds-Interesse als Folge der Finanzkrise


Lange Zeit sah es eher schlecht für den Bereich der Fonds und Aktien aus. Nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa überwog die Skepsis unter den Anlegern, in Fonds und andere Wertpapier zu investieren. Schuld daran war sicher zum großen Teil die Finanzkrise von 2008, in der viele Anleger mit den Auswirkungen von Misswirtschaft und Fehlspekulationen bei verschiedenen internationalen Finanzunternehmen zu tun hatten. Auch wenn die Krise zu einem großen Teil gelöst werden konnte, war das Misstrauen unter den Anlegern auch in den Folgejahren deutlich zu spüren.

Vielen Anlegern wurde das vermeintliche Risiko bewusst, das ein Investment in Fonds mit sich bringt, weshalb sie vielerorts dazu übergingen sich nach Alternativen umzusehen. Schnell wurden sie fündig. Edelmetalle und reale Immobilien boten in den letzten Jahren ihren Anlegern erstaunliche Zinsen, so dass sehr viele Mittel- und Kleininvestoren dazu übergingen, Ihr Geld lieber in Mietshäuser und Gold zu investieren anstelle in Rentenfond und Lebensversicherungen.

Darum werden Fond wieder attraktiv


Seit einigen Jahren kann man allerdings einen erstaunlichen Transfer beobachten. Immer mehr Kleinanleger gehen wieder dazu über und investieren in Fonds. Und wenn man sich mal die Entwicklungen der letzten Jahre genauer betrachtet, sind die Gründe dafür weitaus weniger überraschend wie vielleicht zuerst angenommen:

  • Die Zinsen für normale europäische Kapital- und Finanzanlagen sind seit einigen Jahren auf einem absoluten Tiefpunkt. Durch die sehr eigenwillige Finanz- und Zinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sind die Zinsenerträge auf einem so niedrigen Niveau, dass es nahezu unmöglich ist, im europäischen Raum Anlagemöglichleiten zu finden, die eine halbwegs erträgliche Rendite versprechen.
  • Edelmetalle werden verstärkt aufgekauft und gelagert. Investoren, die darauf spekuliert haben, Gold einzukaufen und damit Rendite zu erzielen, werden in den letzten Monaten wohl mit Sorge die politischen Entwicklungen verfolgt haben. So hat Deutschland einen Teil seiner Goldvorräte aus den USA zurückgeholt und Russland hat eine große Menge an Gold eingekauft. Auch wenn beides zu extremen Wertsteigerungen führte, ist es langfristig eine schlechte Entwicklung, weil der Goldkurs weiter auf einem solch hohen Niveau bleibt, gleichzeitig aber wohl noch weniger im Kurs steigen wird wie bisher.
  • Ein weiteres Problem ist der Wohnungsmarkt. Hier wurde und wird Anlegern zum Teil eine sehr hohe Rendite versprochen. Grund dafür sind die extrem steigenden Mietpreise. Dabei wird aber die Realität übersehen, dass sich immer weniger Personen dann auch eine Wohnung leisten können und zudem die Mietpreise teilweise dadurch steigen, dass auch die Bau- und Renovierungskosten in den letzten Jahren sehr stark angezogen haben. Für Anleger bedeutet das eine höhere Erstinvestition und auf längere Sicht gesehen eine unsichere Rendite, da niemand weiß, wie sich die Kosten entwickeln und ob eine weitere geplante Mietpreisbremse der Bundesregierung zum Tragen kommt.


Zurück in die Fonds


Aufgrund dieser Probleme gehen viele Anleger dazu über wieder in Fonds zu investieren. Dabei müssen es durchaus nicht nur europäische sein. Gerade im Bereich der BRICS-Staaten - also Brasilien, Russland Indien, China und Südafrika sind die Voraussetzungen für Anleger hervorragend, trotz teilweiser Sanktionen und geringeren Wirtschaftsprognosen ist die mittel- bis langfristige Aussicht hier noch sehr gut. Natürlich muss man sagen, dass die Anzahl an Fonds in diesen Staaten im Verhältnis noch relativ begrenzt ist. Doch viele Anleger sehen hier eine wirkliche Alternative zu den Schwierigkeiten und der Stagnation, die in anderen Investmentbereichen vorherrscht. Zumal man mit dem entsprechenden Wissen und gut informiert auch wieder im Bereich der Fonds viele attraktive Angebote finden kann, die eine gute Rendite bieten. (02.04.2019/fc/n/s)