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Flossbach von Storch bleibt Europas bester Asset Manager - Fondsnews


05.11.20 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Branchenbeobachter von Morningstar haben erneut überprüft, welche Vermögensverwalter europaweit die meisten Top-Produkte im Sortiment haben, so die Experten von "FONDS professionell".

FONDS professionell ONLINE stelle in vier Kategorien die bestplatzierten Asset Manager vor.

Flossbach von Storch (FvS) habe es erneut getan: Der unabhängige Vermögensverwalter aus Köln bleibe die beste große Fondsgesellschaft Europas. Das gehe aus dem aktuellen Leistungscheck von Morningstar hervor. Den Thron habe FvS das erste Mal vor sechs Monaten bestiegen.

Basis der Auswertung, deren Daten FONDS pofessionell ONLINE exklusiv vorlägen, sei wie immer die Anzahl der Portfolios einer Gesellschaft, die über ein Vier- oder sogar ein Fünf-Sterne-Rating von Morningstar verfügen würden. Auch bei den kleineren Häusern gebe es aus deutscher Sicht übrigens eine positive Überraschung.

Nach der Untersuchung der Fondsanalysten liege Flossbach von Storch in der Auswertungen für die Kategorien "Gesamtsortiment nach volumengewichtetem Durchschnitts-Rating" und "Anteil der Vier-und-Fünf-Sterne-Fonds am Gesamtvermögen" vorne. In der erst genannten Kategorie würden die Kölner auf einen Wert von 4,92 kommen, in der zweiten auf einen Wert von 97,9 Prozent - beide Male klar vor Baillie Gifford. Die Schotten aus Edinburgh würden hier Werte von 4,56 sowie 88,3 Prozent erreichen.

Schaue man aber auf das gleichgewichtete (arithmetische) Durchschnittsrating des jeweiligen Sortiments, liege Baillie Gifford vorne: Mit 4,43 vor den 4,30 Punkten von Flossbach von Storch. Morningstar nutze dieses Kriterium für seine Bestimmung des besten Asset Managers.

Im vergangenen Jahr sei der Kölner Asset Manager noch unter die "kleinen Häuser" eingruppiert worden. Die Stabilität des verwalteten Vermögens sowie immense Mittelzuflüsse hätten aber dafür gesorgt, dass Flossbach von Storch nunmehr zu den großen Playern wie Pimco oder Allianz Global Investors gezählt werde.

Der Zuspruch von Kundenseite habe übrigens angehalten: "Bemerkenswert ist, dass das Kölner Haus Mittelzuflüsse in Höhe von drei Milliarden Euro in seine bewerteten Fonds verbuchte - nur Pimco schnitt hier besser ab", sage Morningstar-Chefredakteur Ali Masarwah.

Welche Sortimente großer und kleinerer Fondsanbieter hätten zahlreiche Morningstar-Auszeichnungen einheimsen können?

In der Kategorie "Aktienfonds großer Anbieter" seien die Schotten von Baillie Gifford vorn, gefolgt von Morgan Stanley und J.P. Morgan Asset Management. Gesamtsieger Flossbach von Storch sei in diesen Top Ten nicht vertreten. Vor sechs Monaten habe Baillie Gifford ebenfalls vorne gelegen, damals aber gefolgt von Vontobel aus der Schweiz und Jupiter. Vontobel lande diesmal auf Platz vier, Jupiter dagegen sei aus den Top Ten gerutscht.

Bei den Renten habe dagegen Flossbach von Storch die Nase klar vorn - vor Janus Henderson und den Aktienspezialisten von Baillie Gifford, die ebenfalls Anleihenfonds im Sortiment hätten. Nicht mehr in den Top Ten vertreten sei indes GAM aus der Schweiz. Die Rentenexperten, die infolge der Affäre um Starmanager Tim Haywood im Jahr 2018 in eine Krise geraten seien und viele Spezialisten verloren hätten, hätten vor sechs Monaten immerhin noch den neunten Platz erreicht.

Die Gesamtauswertung spreche eine deutliche Sprache: Die Kölner Gesellschaft komme auf eine Durchschnittsnote von 4,92 - die Mitbewerber von Baillie Gifford müssten sich mit 4,56 und dem zweiten Platz begnügen. Bemerkenswert: Allianz Global Investors erreiche eine durchschnittliche Gesamtnote von 3,99 und damit den fünften Platz.

Dass Flossbach von Stoch die meisten Portfolios mit einem Vier- oder Fünf-Sterne-Rating in seiner Palette habe, verwundere nach den eben gesehenen Charts nicht. Auch die meisten der Gesellschaften, die in der vorhergehenden Kategorie in den Top Ten gewesen seien, würden sich hier wieder finden.

Viel Vertrautes beim volumengewichteten Durchschnittsrating der Aktienprodukte kleinerer layer: CCL und Fundsmith hätten auch vor sechs Monaten weit oben in diesem Ranking gestanden. Allerdings sei der britische Anbieter Lindsel Train abgerutscht: Mit einer Durchschnittsnote in der Aktienkategorie von 4,44 lande er auf dem achten Platz. Im Mai habe die Gesellschaft noch eine Note von 5,00 gehabt und mit ganz oben gestanden.

Die Top-Ten-Gruppe im Bondbereich habe einen neuen Spitzenreiter: Kempen Asset Management aus den Niederlanden habe fast die bestmögliche Top-Note 5,0 erreicht. Die Briten von Rathbone und Wellington würden dadurch im Vergleich von vor sechs Monaten jeweils einen Platz nach unten rutschen. Weiterhin in den Top Ten vertreten sei aber der österreichische Anbieter Kepler Fonds.

In der volumengewichteten Bewertung des Gesamtsortiments der kleineren Fondsanbieter seien Fundsmith und CCL ganz oben. Lindsel Train sei von der Spitzenposition auf den siebten Platz gerutscht. Dagegen sei der Anbieter Acatis von Hendrik Leber nun in den Top Ten vertreten.

In dieser Betrachtung, d.h. die besten kleinen Asset Manager nach Anteil der Vier- und Fünf-Sterne-Fonds am Gesamtvermögen (nur Vollsortimenter), lägen nun die Dänen von Actiam vorne, während Fundsmith oder Veritas Asset Management nicht mehr vertreten seien. Allerdings seien in dieser Übersicht nur Asset Manager aufgeführt, die sogenannte "Vollsortimenter" seien, also in allen Einzelkategorien mindestens ein von Morningstar bewertetes Portfolio im Schaufenster hätten. Ein reiner Aktienspezialist wie Fundsmith falle daher raus. (05.11.2020/fc/n/s)