Flexpension-Liquidation kostet DWS viel Geld - Fondsnews


10.10.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die DWS muss mehr als drei Millionen Euro investieren, um die Anteilswerte ihrer Flexpenion-Fonds zur geplanten Auflösung Mitte November auf ihre Garantiewerte anzuheben, so die Experten von "FONDS professionell".

Entsprechende Berechnungen von "FONDS professionell ONLINE" habe das Unternehmen auf Anfrage bestätigt.

Zur Erinnerung: Die Asset-Management-Tochter der Deutschen Bank habe im Juli beschlossen, die neun Garantiefonds der Flexpension-Serie im Volumen von insgesamt rund 2,6 Milliarden Euro zum 12. November zu liquidieren. Zur Begründung habe es geheißen, das anhaltende Niedrigzinsumfeld würde die Renditechancen der Fonds "in Richtung null tendieren" lassen, eine "sinnvolle und für die Anleger aussichtsreiche Fortführung" sei nicht möglich.

Dieser Schnitt sei für die DWS allerdings nicht kostenlos zu haben, denn der Anbieter habe den Flexpension-Kunden zum Laufzeitende einen gewissen Anteilswert garantiert. Bei vorzeitiger Auflösung müsse das Unternehmen - konkret die Luxemburger Tochtergesellschaft DWS Investment S.A. - vorab für diesen Betrag geradestehen.

Aktuell würden alle neun Teilfonds leicht unter der erreichten Höchststandsgarantie notieren. Gemäß offiziellen Fondsdokumenten mit Stand 2. September 2019 habe sich die Differenz aus garantierten und tatsächlichen Anteilswerten auf insgesamt gut 2,5 Millionen Euro belaufen, würden Berechnungen von "FONDS professionell ONLINE" zeigen. Setze man die Kurse vom 2. Oktober an, wachse die Lücke bereits auf knapp 3,4 Millionen Euro.

Am Liquidationstag Mitte November dürfte die Differenz nochmals größer sein, denn die Fonds würden seit Wochen langsam, aber stetig an Wert verlieren. Der Hintergrund sei, dass das Vermögen aller Teilfonds mittlerweile in Rentenpapiere mit sehr kurzer Restlaufzeit angelegt sei, um bis zur Auflösung keine Kursschwankungen mehr zu riskieren. Dafür müsse das Management im aktuellen Zinsumfeld negative Renditen in Kauf nehmen.

Mit welchem konkreten Betrag zum Ablösen der Garantie die DWS kalkuliere, habe das Unternehmen auf Nachfrage nicht mitteilen wollen. Die Gesellschaft habe bilanziell jedoch "ausreichend Rückstellungen gebildet", so eine Sprecherin. Die DWS habe bereits vor drei Jahren 16 Teilfonds ihrer Flexpension-Serie vorzeitig liquidiert. Damals habe das Unternehmen gut sieben Millionen Euro nachschießen müssen, um die Garantien zu erfüllen.

Die Liquidation der Flexpension-Reihe bedeute zwar das Ende dieser Garantiefonds, heiße aber nicht, dass die DWS das komplette Volumen verliere. Der Anbieter dürfe vielmehr hoffen, dass das allermeiste Geld in andere DWS-Fonds umgeschichtet werde.

Die Flexpension-Produkte seien für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen konzipiert worden. Aktuell würden die Versicherer ihre Kunden über das Ende dieser Garantiefonds-Serie informieren und sie über mögliche Handlungsoptionen aufklären. Bei den meisten Verträgen könnten Kunden selbst entscheiden, in welche Fonds sie das Geld umschichten möchten. Würden sie nicht reagieren, greife die Standardoption des Versicherers. In der Regel fließe das Geld dann in einen anderen DWS-Fonds.

So empfehle die Zurich, der größte Versicherungspartner des Fondsanbieters, als Standardalternative den DWS Euroland Strategie (Renten) LD (ISIN DE0008474032 / WKN 847403), und die WWK rate zum Mischfonds DWS Defensiv LC. Das gehe aus Informationen an Vermittler hervor, die "FONDS professionell ONLINE" vorlägen.

"Jeder Versicherer entscheidet grundsätzlich selbst, welcher Fonds als Alternative für DWS Flexpension gewählt wird", betone die DWS-Sprecherin. Auf Wunsch unterstütze man die Versicherer bei der Wahl eines geeigneten Fonds. "Im Hinblick auf die ursprünglich mit der Anlage in DWS Flexpension angestrebten Anlageziele bieten sich zum Beispiel aktiv gemanagte Multi-Asset-Fonds als Alternative an, zum Beispiel der DWS Concept Kaldemorgen." Der Anbieter rechne außerdem damit, dass Geld in Wertsicherungsfonds mit anteiliger Höchststandsicherung fließe, etwa in den DWS Funds Global Protect 80 oder den DWS World Protect 90.

Die Gebühren der alternativ genannten Produkte lägen deutlich über denen der Flexpension-Fonds, die die DWS zuletzt auf 0,1 Prozent gesenkt habe. Der Anbieter dürfe nach der Umschichtung des Kundengeldes also mit höheren Einnahmen aus Verwaltungsentgelten rechnen. Die Kosten aus der Bedienung der Flexpension-Garantien sollten damit mehr als ausgeglichen werden. (10.10.2019/fc/n/s)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
33,11 € 33,08 € 0,03 € +0,09% 15.10./17:37
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0008474032 847403 33,25 € 31,31 €
Werte im Artikel
112,82 plus
+0,19%
33,11 plus
+0,09%
116,67 plus
+0,02%
149,41 plus
0,00%
103,72 minus
-0,06%