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Finanzaufsicht ermittelt gegen Starfondsmanager - Fondsnews


11.06.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der britische Vermögensverwalter Woodford Investment Management hat sein Vorzeigeprodukt Equity Income Fund geschlossen, so die Experten von "FONDS professionell".

Für eine Frist von wenigstens 28 Tagen könnten Anleger kein Kapital mehr abziehen oder neues investieren. Damit wolle Starmanager Neil Woodford, der zudem die britische Finanzaufsicht im Haus habe, Zeit gewinnen, um einen möglichst hohen Preis beim Verkauf von illiquiden Assets zu erzielen. Das würden übereinstimmend mehrere britische und deutschsprachige Medien berichten. Zwei andere von Woodford gelenkte Fonds würden dagegen geöffnet bleiben.

Aber der Reihe nach: Der Woodford Equity Income Fund, der einen in Irland lancierten Spiegelfonds habe, sei zu Spitzenzeiten im Jahr 2017 immerhin 10,3 Milliarden Britische Pfund (11,6 Mrd. Euro) schwer gewesen. Zuletzt sei das Vermögen aber auf 3,7 Milliarden Pfund (4,2 Mrd. Euro) zusammengeschrumpft, unter anderem wegen einer nachhaltig enttäuschenden Performance. Woodford, der 26 lange Jahre in Diensten von Invesco gestanden habe, bis er sich 2014 mit einer eigenen Boutique selbstständig gemacht habe, habe im großen Stil auf große Pharmawerte gewettet, die aber abgestürzt seien. Auch der Fokus auf unterbewertete britische Unternehmen im Vorfeld des Brexit-Entscheids habe sich nachfolgend als unklug entpuppt. In der Folge hätten Anleger dann Geld abgezogen - bis Woodford sie nun gestoppt habe.

Das Manöver rufe nun auch die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA auf den Plan. Woodford habe den Berichten zufolge im Abschwung in immer größeren Ausmaß gezielt auf Anteile nicht-börsennotierter Unternehmen gesetzt und dabei wohl sogar eine EU-Vorschrift trickreich umgangen, die die Quote solcher illiquiden Werte in einem Publikumsfonds auf zehn Prozent limitiere. Woodford habe offenbar einige dieser Papiere an der Börse der Kanalinsel Guernsey listen lassen, um den Anteil der nicht-notierten Assets von geschätzt 18 auf die erlaubten zehn Prozent zu senken - zumindest auf dem Papier. Das werde er der FCA demnächst genauer erklären müssen, wie diese mitgeteilt habe.

Wegen der illiquiden Titel sei es auch zum nun verkündeten Stopp der Rücknahme von Anteilscheinen gekommen. Um die Kapitalwünsche seiner Anleger zu erfüllen, habe der Manager bislang vornehmlich die liquiden Titel verkaufen können. Das gehe bei den nicht-börsennotierten Aktien nicht oder mit massiven Rabatten. Mit der Schließung wolle Woodford nun "Zeit kaufen", um diese zu einem angemessenen Preis loszuschlagen, wie er in einem Video selbst erkläre.

Diese werde er benötigen, denn auch große, institutionelle Anleger hätten sich von ihm getrennt - darunter mit St. James's Place der größte britische Vermögensverwalter, dessen Schritt Signalwirkung haben dürfte: Mit einem Volumen von 3,4 Milliarden Pfund (3,8 Mrd. Euro) mache der Investmentbeitrag von St. James's Place rund 40 Prozent der insgesamt von Woodford Investment Management verwalteten Vermögenssumme von 8,6 Milliarden Pfund (9,7 Mrd. Euro) aus, wie die "Neue Zürcher Zeitung" melde. (11.06.2019/fc/n/s)