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Fidelity geht auf Kundenfang im Reich der Mitte - Fondsnews


05.01.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Fondsanbieter Fidelity International baut seine Präsenz in der Volksrepublik China aus, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Haus lege zwei neue Fonds speziell für den Vertrieb in Festlandchina auf: Einen Aktienfonds, der auf die am Inlandsmarkt gehandelten A-Titel setze, sowie einen Rentenfonds. Fidelity habe vor einem Jahr als erster ausländischer Asset Manager die Lizenz als privater Vermögensverwalter erhalten. Die neuen Produkte dürften an institutionelle Investoren und sehr vermögende Privatanleger verkauft werden, habe das Haus mitgeteilt.

Damit lanciere Fidelity laut eigenen Angaben als erster ausländischer Anbieter in Eigenregie Fonds für chinesische Privatanleger. Bislang sei die Volksrepublik weitgehend abgeschottet gewesen für Asset Manager von außerhalb. Schrittweise öffne das Land jedoch seine Kapitalmärkte.

So hätten ausländische Gesellschaften zunächst "Repräsentanzen" eröffnen dürfen, um institutionellen, meist staatsnahen Investoren ihre Dienste anzubieten. Im nächsten Schritt seien über ein Austauschprogramm einige in Hongkong zugelassene Fonds für den Verkauf in der Volksrepublik zugelassen worden und umgekehrt.

Zudem hätten Asset Manager Joint-Ventures auf dem Festland eingehen dürfen. Die Unternehmen hätten aber mehrheitlich in chinesischer Hand liegen müssen. Fidelity habe 2015 dann eine eigene Tochtergesellschaft im Rahmen des Wholly-Foreign-Owned-Enterprise-Programms (WFOE) gegründet. Dabei dürften ausländische Unternehmen in Eigenregie Ableger in China eröffnen.

Diesen Kanal wolle Fidelity weiter ausbauen. "Wir sind bestrebt, unser Produktangebot in den nächsten zwei bis drei Jahren weiterzuentwickeln, damit Anleger in China ihre Investmentbedürfnisse erfüllen können", sage Jackson Lee, Leiter des China-Geschäfts bei Fidelity International.

Die Öffnung von Chinas Finanzmärkten sei nach dem Börsencrash Ende 2015 zum Erlägen gekommen. Nun würden die Behörden aber langsam die Beschränkungen wieder lockern. Der wachsende Wohlstand in China locke ausländische Asset Manager, die das riesige Land nicht nur als Investmentziel für ihre Portfolios, sondern zunehmend auch als Absatzmarkt sehen würden.

Neben Fidelity seien auch eine Reihe westlicher Anbieter in der Volksrepublik aktiv, so etwa J.P. Morgan Asset Management, BlackRock oder Allianz Global Investors und die Deutsche Asset Management. Auch der zentrale Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken, Union Investment, mische über ein Joint-Venture im Reich der Mitte mit. Zuletzt habe auch Hauck & Aufhäuser angekündigt, die Möglichkeiten eines Fondsvertriebs in China auszuloten. Die Bank sei von dem chinesischen Konglomerat Fosun übernommen worden. (05.01.2018/fc/n/s)