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Fidelity-Kapitalmarktstratege: Keine Panik auf der Titanic - Fondsnews


11.06.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die politische Lage in Italien und der Handelskonflikt mit den USA belasten die Märkte, so die Experten von "FONDS professionell".

Anleger sollten aber nicht in Panik geraten, sage Carsten Roemheld, Kapitalmarktstratege bei Fidelity. Er gehe davon aus, dass die Märkte ihren schwankungsreichen Kurs fortsetzen würden - und rate Anlegern, die Chancen zu nutzen, die sich daraus ergeben würden. "Investoren sollten Phasen mit stärkeren Kursausschlägen für den längerfristigen Einstieg bei Positionen nutzen, die im Rahmen der Kursturbulenzen überproportional in Mitleidenschaft gezogen wurden", sage Roemheld.

Die Risiken durch einen Handelskrieg mit den USA würden sich dem Anlageprofi zufolge in Grenzen halten. Die jüngste Eskalation sei Teil der Verhandlungstaktik von US-Präsident Donald Trump, sage Roemheld. Diese Strategie habe er bereits als Unternehmer praktiziert und in seinem Buch "The Art of the Deal" erläutert. Im Kern gehe es darum, die beste Ausgangsbasis für Verhandlungen zu schaffen. "Genau das steht auch bei den angekündigten Strafzölle im Vordergrund", sage Roemheld. Er rechne nicht damit, dass es einen ausgewachsenen Handelskrieg geben werde.

Auch das politische Chaos in Italien sei laut Roemheld nicht so dramatisch. "Es mag zynisch klingen, aber in gewisser Weise haben wir uns an diese Zustände gewöhnt. Sie verlieren ihren unmittelbaren Schrecken", sage er. Allerdings seien strukturelle Reformen in Italien dringend nötig. Und mit der neuen Regierung würden diese voraussichtlich in weite Ferne rücken. Weiter steigende Spreads bei italienischen Staatsanleihen seien deshalb nicht auszuschließen. (News vom 08.06.2018) (11.06.2018/fc/n/s)