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"FONDS professionell"-Fondsbarometer: Korea schlägt Österreich und Technologie - Fondsnews


07.06.17 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Monatsergebnis des "FONDS professionell"-Fondsbarometers zeigt im Mai 2017 einen eher ungewöhnlichen Mix aus Regionen und Branchen - und enthält auch eine Überraschung, so die Experten von "FONDS professionell".

Im Sport würden Südkorea und Österreich eher selten aufeinander treffen, dass sie Platz eins und zwei irgendeiner globalen Weltrangliste belegen würden, sei praktisch ausgeschlossen - außer an der Börse. Genau das sei in diesem Mai passiert.

Seit Anfang Dezember des Vorjahres habe der Korea Composite Stock Price Index KOSPI mehr als 20 Prozent zugelegt, wobei ihm allein der Monat Mai rund 6 Prozent Plus beschert habe. Zuletzt sei es allerdings nicht - wie man vermuten könnte - die Aktie des Elektronikkonzerns Samsung (Indexgewicht: 22%) gewesen, die für den Anstieg gesorgt habe. Die sei im zurückliegenden Jahr zwar um mehr als 60 Prozent teurer geworden, den Mai habe sie hingegen mit einem leichten Verlust beendet. Auslöser des marktbreiten Anstiegs sei die Entscheidung der Notenbank gewesen, die Zinsen nicht anzuheben. Für Fonds, die in Korea investieren würden, habe dies ein Monatsplus von mehr als 8 Prozent bewirkt.

Ebenfalls einen Höhenflug erlebe seit Jahreswechsel die Wiener Börse, deren Leitindex im Ein-Jahres-Rückblick schon 40 Prozent Kursgewinn vorweisen könne. Der ATX habe sich in der Erholungsphase nach der Finanzkrise bis Mitte 2011 in etwa gleich gut wie der DAX entwickelt, sei ab Anfang 2012 aber weit hinter dem deutschen Aktienmarkt zurückgeblieben. Seit Mitte 2016 würden österreichische Dividendenwerte eine Art "Normalisierung" erleben, die sich zuletzt noch einmal beschleunigt habe.

Die jüngste Kursentwicklung beim derzeit bekanntesten Aktien-Quintett der Welt - Alphabet (Google), Amazon.com, Apple, Facebook und Netflix - habe auch den Besitzern von Technologiefonds einen erfreulichen Mai beschert. Zwar hätten nur vier dieser fünf Werte zugelegt, und das Plus habe auch maximal 3 Prozent betragen, ihre hohe Gewichtung in Indices und Fonds habe aber in Kombination mit einer generell guten Entwicklung bei Technologiewerten ein Monatsergebnis von mehr als 4,2 Prozent bei den entsprechenden Anlageprodukten bewirkt. Branchenfonds, die in IT investieren würden, lägen damit in nahezu allen Beobachtungszeiträumen des Fondsbarometers unter den Top 10. Über zehn Jahre habe man nur mit Pharma/Biotech und Thailand mehr verdient.

Dass deutsche Aktien, sowohl Standard- als auch Nebenwerte, weiterhin am oberen Ende der Hitparade zu finden seien, überrasche angesichts der vergleichsweise guten Wirtschaftsdaten des Landes nicht. Weniger selbstverständlich sei hingegen das gute Abschneiden britischer Aktien. Der Brexit und die Unsicherheit im Vorfeld der Wahl am 8. Juni wären gute Voraussetzungen für einen schwachen Börsenmonat gewesen. Tatsächlich lägen Fonds, die in London investieren würden, auf Rang sechs des Monatsvergleichs. Der FTSE 100-Index habe im Vormonat sogar einen neuen historischen Höchstwert erreicht.

Der Erklärungs-Mix der britischen Wirtschaftspresse reiche von der Hoffnung intensivierter chinesischer Infrastrukturinvestments, die Rohstoff- und Ölkonzerne beflügeln sollten, bis zur GBP-Schwäche, die Exporteuren helfe. Was immer der Grund sein möge, auch fast exakt ein Jahr nach der Brexit-Entscheidung der Briten stehe fest, dass ein EU-Austritt eines Landes zumindest kurzfristig keinen wirtschaftlichen Kollaps bewirke. Der britische Leitindex hinke allerdings seit Anfang Dezember anderen führenden europäischen Marktbarometern hinterher.

Am unteren Ende der Monatsübersicht tue sich hingegen wenig. Die zehn schwächsten Branchen und Regionen würden erneut "Brasilien", "Russland" & Co heißen. Die Verluste würden sich in einer Brandbreite von 1,3 bis 8,7 Prozent bewegen. Russland und Brasilien hätten damit in etwa die Hälfte ihrer Ein-Jahres-Gewinne eingebüßt und lägen nun mehr nur noch 25 beziehungsweise 30 Prozent im Plus.

Die Sparten Energie und Rohstoffe würden inzwischen über fast alle Beobachtungszeiträume hinweg unter den Flop 10 rangieren. Wer antizyklisch agieren wolle, sollte daher diese Märkte weiter im Auge behalten. Das "FONDS professionell"-Fondsbarometer werde rechtzeitig darauf aufmerksam machen, wenn es hier zu einem überraschend guten Monatsergebnis komme, mit dem praktisch alle längerfristigen Erholungen beginnen würden. (07.06.2017/fc/n/s)