Erweiterte Funktionen

"FONDS professionell"-Fondsbarometer: 2017 war das Jahr der Chinesen - Fondsnews


05.01.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - China-Fonds legten im Vorjahr mehr als 44 Prozent zu, bezüglich ihrer Entwicklung 2018 sind die Meinungen allerdings geteilt, so die Experten von "FONDS professionell".

Was sich bereits Ende November abgezeichnet habe, stehe nun fest: Von den 56 Regionen- und Branchenfonds, die in den FIAP-Fondsindices des Fondsdatenspezialisten Mountain View abgebildet würden, hätten die beiden China-Kategorien ("China" und "Großchina") mit jeweils knapp mehr als 44 Prozent Jahresperformance am besten abgeschnitten, womit sich die Frage stelle, wie es im Reich der Mitte weiter gehe.

Glaube man dem Southwest-Securities-Strategen Zhu Bin, dann sollte der Shanghai-Composite-Index auch in diesem Jahr rund 13 Prozent steigen. Bins Prognose sei insofern interessant, als er laut Bloomberg vor einem Jahr die korrekteste Prognose für 2017 abgegeben habe. Bleibe zu hoffen, dass er auch derzeit richtig liege. Wie die "Financial Times" berichte, zweifle man bei Bank America Merrill Lynch daran. In einem aktuellen Report habe sie davor gewarnt, dass Schuldenabbau und eine Abkühlung des Immobilienbooms Chinas Wachstum 2018 bremsen könnten.

Das Vorjahr dürfte aber fast allen Fondsanlegern in guter Erinnerung bleiben, nur ein einziger Branchenindex habe keinen Gewinn erwirtschaften können. Der Gruppenindex "Energie", der 30 Fonds abbilde, habe 2017 mit einem Minus von 7,17 Prozent beendet, wobei die Entwicklung in der zweiten Jahreshälfte tendenziell besser geworden sei. Enttäuschend sei das Jahr auch für Anleger verlaufen, die in Russland (0,74% Plus) oder "Telekom/Medien" (0,70% Plus) investiert gewesen seien, denn die alle Sub-Indices umfassende Gruppe "Aktien" habe das Vorjahr mit einem durchschnittlichen Gewinn von 16,24 Prozent beendet.

Den stärksten Wertzuwachs im letzten Monat des Jahres hätten Türkei-Fonds gesehen, die mit einem Plus von mehr als zehn Prozent wieder einmal auf Platz eins dieser Reihung gelandet seien. Im Gesamtjahresergebnis habe das dieser extrem volatilen Fondsgruppe 18,30 Prozent Gewinn gebracht. Auf drei, fünf und zehn Jahre gesehen lägen sie jedoch unter Wasser. Türkische Aktien würden weiterhin ein Terrain für Zocker bleiben.

Wesentlich interessanter würden sich Rohstoff-Fonds präsentieren. Sie hätten das Jahr zwar mit einem Wertzuwachs von "nur" 5,33 Prozent unterdurchschnittlich beendet, betrachte man sie aber im Halbjahresvergleich, so lägen sie mit mehr als 14 Prozent Plus unter den besten zehn Gruppen. Den Dezember hätten sie mit 4,65 Prozent Gewinn beendet. Es sei nur schwer vorstellbar, dass Rohstofffonds angesichts eines globalen Wirtschaftsaufschwungs nicht weiterhin zu Outperformern zählen sollten - blicke man fünf und zehn Jahre zurück, lägen sie nach wie vor im Minus, sodass hier noch sehr viel Aufholpotenzial bestehe. Sollte sich diese Einschätzung als richtig erweisen, müssten auch die Regionen "Afrika" (zehn Fonds) und "Brasilien" (acht Fonds) und "Russland" (24 Fonds) davon profitieren.

Suche man nach Fondsgruppen, die über alle Beobachtungszeiträume hinweg zu den Top-10 gehören würden, würden zwei Indices ins Auge stechen: Deutsche und japanische Nebenwerte. Letztere lägen tatsächlich über alle Perioden unter den besten zehn, deutsche Small Caps hätten nur über ein und drei Monate etwas an Kraft verloren. Wobei man mit Fonds, die in diese Aktien investieren würden, über zehn Jahre mehr als 171 Prozent verdient habe, während sich Japans Nebenwerte seit 2007 im Wert "nur" verdoppelt hätten. Ein Blick nach Nordamerika zeige, dass auch hier Small Caps (38 Fonds) über die letzten zehn Jahre mit 117 Prozent Kursplus besser abgeschnitten hätten als die Gruppe "USA" (280 Fonds), die zuletzt auf 94 Prozent Ertrag zurückgeblickt habe.

Die weitere Entwicklung dieser Tendenz dürfte wohl von der generellen Marktentwicklung des Jahres 2018 abhängen. Halte der Aufschwung an, bestehe die Chance auf eine weitere Outperformance, würden die Märkte drehen, müsse befürchtet werden, dass Nebenwerte auch überdurchschnittliche Einbußen erleiden würden. (05.01.2018/fc/n/s)