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Exklusive Studie: Der österreichische Dachfondsmarkt im großen Überblick - Fondsnews


08.10.20 13:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Volumen österreichischer Dachfonds hat sich Mitte 2020 wieder von der historischen Höchstmarke von über 40 Milliarden Euro deutlich entfernt, zeigt die FONDS professionell-Dachfonds-Studie, so die Experten von "FONDS professionell".

Das schwierige erste Quartal 2020 sei freilich nicht spurlos an den österreichischen Dachfondslenkern vorbeigegangen: Wegen der Corona-Pandemie hätten die Dachfonds in der ersten Jahreshälfte generell Volumensverluste verzeichnet. Diese hätten sich auf 3,78 Milliarden Euro summiert. Das stärkste Minus habe dabei die Erste Asset Management mit 1,78 Milliarden auf 7,61 Milliarden Euro verbucht, die damit aber weiterhin den größten Anteil zum österreichischen Dachfondsvermögen beitrage. Dicht dahinter rangiere Amundi Austria mit 7,37 Milliarden Euro. Dann folge unverändert die Raiffeisen KAG, die mit einem Volumen von 5,53 Milliarden Euro gegenüber der Studie im Dezember ein Minus von 491 Millionen Euro verzeichnet habe.

Auf Ebene der Fondskategorien hätten freilich Aktienfonds mit einem Minus von 3,43 Milliarden auf 13,36 Milliarden Euro den größten Rückgang verzeichnet. Weil die Daten der Dachfonds-Studie nicht kurswertbereinigt seien, sei hier der Grund vor allem bei den Kurseinbrüchen im März zu suchen. Umschichtungen hin zu risikoärmeren Anlageklassen dürften die Dachfondslenker aber ebenso durchgeführt haben. Den einzigen Zuwachs hätten nämlich Geldmarktfonds mit einem Plus von 549 Millionen auf 1,41 Milliarden Euro erfahren. Anleihenfonds hätten mit minus 396 Millionen auf 16,91 Milliarden Euro deutlich weniger Abflüsse hinnehmen müssen als die Pendants aus dem Aktienfondsbereich.

Die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Dachfondsstudie im großen Überblick:

Die Entwicklung des Dachfondsvolumens
Das eingesammelte Dachfondsvolumen habe bei der jüngsten Dachfonds-Studie 37,47 Milliarden Euro betragen und sei damit im Vergleich zur letzten Studie Ende 2019 um 3,78 Milliarden Euro gesunken. Damit sei das österreichische Dachfondsvolumen wieder ein Stück weit von der 40-Milliarden-Euro-Rekordmarke, die Österreichs Dachfonds vor Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise Ende 2006 auf die Waage gebracht hätten, entfernt.

In der aktuellen Dachfonds-Studie übersteige das von "FONDS professionell" analysierte Dachfondsvolumen jenes der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften VÖIG (30,31 Mrd. Euro). Die Differenz ergebe sich daraus, dass "FONDS professionell" erstens auch Einzeltitelfonds und PIFs, die ihrerseits in Fremdfonds investieren würden, berücksichtige und zweitens, anders als die VÖIG, Dachfonds bereits ab einem Subfondsanteil von 50 Prozent erfasse.

Die stärksten Dachfondsanbieter
Zum Dachfondsvolumen trage weiterhin die Erste Asset Management maßgeblich bei. Unter den Dachfondsanbietern habe das Haus allerdings das stärkste Minus von 1,78 Milliarden Euro auf 7,61 Milliarden Euro verbuchen müssen. Dicht dahinter rangiere Amundi Austria, die nach der Übernahme von Pioneer Investments Austria 7,37 Milliarden Euro zum Dachfondsvolumen beisteuere.

Dann folge unverändert die Raiffeisen KAG, die mit einem Volumen von 5,53 Milliarden Euro gegenüber der Studie im Dezember ein Minus von 491 Millionen Euro verzeichnet habe. Die Kepler-Fonds KAG auf Platz vier habe ebenfalls Abflüsse von 486 Millionen Euro auf 5,06 Milliarden Euro verbucht. Die Gutmann KAG habe Abflüsse von 47 Millionen Euro gemeldet und rangiere mit 2,92 Milliarden Euro weiterhin auf Rang fünf.

Das Dachfondsvolumen nach Fondskategorien
Aktienfonds, die mit 13,36 Milliarden Euro (16,79 Mrd. Euro Ende 2019) des ausgewerteten Volumens stellen würden, hätten gegenüber der letzten Studie deutliche Abflüsse verzeichnet und seien zum aktuellen Stichtag zu 40,90 Prozent (46,34% Ende 2019) in den Dachfonds gewichtet gewesen. Anleihenfonds seien mit 16,91 Milliarden Euro zu 51,78 Prozent (nach 47,76 %) in den österreichischen Dachfonds vertreten.

Insgesamt sei für die Fondsgruppen-Einteilung ein Volumen von 32,66 Milliarden Euro ausgewertet worden.

Fondsgruppen-Universum des Dachfondsmarkts
Die Grafik der Experten stelle das gesamte Dachfondsvolumen als Portfolio dar. Auf der Aktienseite seien Aktien global, Nordamerika und Europa am stärksten gewichtet.

Bei den gemischten Anleihen würden besonders globale Produkte und Emerging Markets von den Dachfondsmanagern eingesetzt. Bei Staatsanleihen seien Euroland und Emerging Markets gefragt.

So würden sich in- und ausländische Subfonds-KAGen den Markt teilen
Das von "FONDS professionell" erhobene Dachfondsvolumen von 37,47 (41,24) Milliarden Euro stecke zu 46,16 (47,02) ­Prozent in inländischen und zu 53,84 (52,98) Prozent in ausländischen Subfonds. Insgesamt würden Fonds von 18 inländischen und 206 (200) ausländischen KAGen zum Einsatz kommen, das seien sechs Fondsgesellschaften mehr als bei der vergangenen Studie.

Bei den inländischen Fondslieferanten würden sich die größten fünf ein Dachfondsvolumen von 12,92 (14,79) Milliarden Euro teilen. Bei den von ausländischen KAGen verwalteten Geldern würden sich die Top Five 6,57 (7,51) Milliarden der insgesamt 20,17 (21,85) Milliarden Euro teilen, dafür würden 201 Fondsgesellschaften um die verbleibenden 13,61 Milliarden des Kuchens rittern - pro Fondsgesellschaft seien das im Durchschnitt 68 Millionen Euro.

Ausländische Anbieter würden mehr als 50 Prozent zum Volumen beisteuern
Österreichs Dachfondsmanager hätten in den vergangenen Jahren erstens den Kreis der internationalen Anbieter, die in österreichischen Dachfonds zum Einsatz kommen würden, erhöht und zweitens auch das Volumen der Drittanbieter signifikant gesteigert.

Während Ende 2009 179 ausländische Subfondslieferanten in österreichischen Dachfonds zum Einsatz gekommen seien, seien es aktuell 206 Unternehmen. Dabei hätten die ausländischen Investmenthäuser ihren Anteil von etwa 33 auf inzwischen 53,84 Prozent des österreichischen Dachfondsvolumens ausweiten können.

Die größten ausländischen Zielfondsanbieter im Überblick
Die Abbildungen der Experten würden die Entwicklung der größten ausländischen Subfondsanbieter grafisch darstellen. Die Liste werde, wenig überraschend, weiterhin von der BlackRock-ETF-Tochter iShares angeführt: Sie stelle mit einem Volumen von über 2,88 Milliarden Euro den größten ausländischen Subfondsanbieter.

Die passive Schiene von Amundi habe ein Minus von 160 Millionen Euro verzeichnet und steuere damit 1,11 Milliarden Euro zum österreichischen Dachfondsvermögen bei. Die Tochter der Deutschen Bank Xtrackers habe ebenfalls Volumen abgeben müssen und bringe nach Abflüssen von 118 Millionen Euro wieder 959 Millionen Euro auf die Waage. Dahinter habe sich mit Amundi neuerlich ein aktiver Anbieter positioniert. Das Haus sei innerhalb der österreichischen Dachfonds um 349 Millionen Euro auf 866 Millionen Euro gewachsen.

Aktive vs. passive Fonds
Weil der Aktienfondsanteil bei passiven Fonds besonders groß sei, sei der Siegeszug der ETFs zuletzt ausgebremst worden. Das Volumen der passiven Fonds sei gegenüber der Studie zum Jahresende um 13,51 Prozent auf 7,03 Milliarden Euro gesunken. Gemessen am ETF-Volumen hätten Aktienfonds ein Minus von 1,26 Milliarden auf 3,67 Milliarden Euro verzeichnet. Auch Anleihen seien um 260 Millionen Euro auf 2,74 Milliarden Euro gesunken.

Wie die Abbildung der Experten verdeutliche, sei das ETF-Volumen seit 2008, als es erstmals im Rahmen der Studie gesondert ausgewertet worden sei, aber um stattliche 604 Prozent gestiegen.

Die Anzahl der Subfondsanbieter
Die Abbildung der Experten zeige die Zahl der in- und ausländischen Subfondslieferanten gesamt. In der aktuellen Studie hätten sich mit 224 Anbietern sechs Häuser mehr in der Studie wieder gefunden. Seit dem zweiten Semester 2018 sei die Anzahl der Zielfondsanbieter zuvor um insgesamt 28 Firmen gesunken.

Bedenke man aber, dass bei der ersten Dachfonds-Studie Ende 2001 gerade einmal 80 Anbieter in den österreichischen Dachfonds vertreten gewesen seien, sei die Anzahl der Subfonds-KAGen dennoch stark gestiegen. (08.10.2020/fc/n/s)