Ex-Europas Fondsprimus steigert Gewinn - trotz Milliardenabflüssen - Fondsnews


01.08.19 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Anleger zogen im ersten Halbjahr unter dem Strich 11,7 Milliarden Euro aus dem Sortiment des französischen Fondshauses Amundi ab, so die Experten von FONDS professionell.

Den Umsatz habe die Gesellschaft dennoch stabil und die Kosten um Zaum halten können. So sei am Ende eine Gewinnsteigerung geblieben.

Die französische Fondsgesellschaft Amundi habe im ersten Halbjahr 2019 den bereinigten Nettogewinn um fast drei Prozent gegenüber den ersten sechs Monaten des Vorjahres auf 505 Millionen Euro gesteigert. Der Umsatz sei leicht um 0,6 Prozent auf 1,33 Milliarden Euro zurückgegangen, habe der größte börsennotierte Asset Manager Europas mitgeteilt.

Aufgrund der Unsicherheit an den Märkten hätten Anleger 11,7 Milliarden Euro im ersten Halbjahr von dem Fondshaus abgezogen. Die Abflüsse betroffen hätten vor allem kurzfristige, geldmarktnahe Portfolios, betone die Gesellschaft. Die Nettomittelabzüge hätten sich hier auf 13,4 Milliarden Euro beziffert. Aufgrund der guten Marktentwicklung sei das insgesamt verwaltete Vermögen von Ende Dezember 2018 um 4,3 Prozent auf 1,49 Billionen Euro per Ende Juni 2019 gestiegen.

Kosten im Zaum

Den Fonds und Mandaten mit langfristigem Anlagehorizont, bei denen sich gewöhnlich höhere Margen erzielen lassen würden, hätten Anleger hingegen acht Milliarden Euro anvertraut. Allerdings habe ein namentlich nicht genannter institutioneller Kunde aus Italien im ersten Quartal ein Mandat mit einem Volumen von 6,3 Milliarden Euro zurückgezogen. Somit habe schlussendlich ein Nettomittelaufkommen bei langfristigen Strategien von 1,7 Milliarden Euro zu Buche.

Weiterhin habe Amundi angekündigt, in die Erweiterung des Geschäfts zu investieren. Die dadurch gestiegenen Kosten seien durch Synergien, welche die Integration von Pioneer Investments eingespielt hätten, wieder ausgeglichen worden. Der französische Fondsriese habe im Sommer 2017 die Übernahme des zur Unicredit zählenden Asset Managers abgeschlossen. Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) sei stabil bei 51 Prozent geblieben.

"Solides Geschäftsmodell"

"Amundi hat über das erste Halbjahr 2019 bewiesen, wie solide sein Geschäftsmodell ist", lasse sich Vorstandschef Yves Perrier in der Mitteilung zitieren. Die Kennzahlen hätten sich verbessert und lägen im Plan. "Die gestiegene Profitabilität zeigt, wie robust sich das Geschäft und die Margen in einem schwierigen Umfeld behaupten", so Perrier. Zudem hätten sich nun gänzlich die Synergie-Effekte der Pioneer-Übernahme offenbart. (01.08.2019/fc/n/s)