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Europas Asset Manager sind sparsamer als US-Rivalen - Fondsnews


02.12.19 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Europas Fondsanbieter haben bei den Ausgaben eine strengere Disziplin bewiesen als die nordamerikanische Konkurrenz, so die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Ergebnis komme eine Auswertung der Branchenkennzahlen durch die Unternehmensberatung McKinsey. Demnach seien zwar bei den Asset Managern vom Alten Kontinent 2018 die Kosten um gut zwei Prozent gestiegen. Bei den Anbietern auf der anderen Atlantik-Seite seien die Ausgaben aber doppelt so stark geklettert.

Zudem ziehe sich bei den Amerikanern die Steigerung durch sämtliche Bereiche des Geschäfts, während bei den europäischen Anbietern die Kosten in Kernbereichen wie Investmentmanagement und Vertrieb unverändert geblieben seien. Demnach hätten sich 2018 die Aufwendungen im europäischen Schnitt auf 21,6 Basispunkte des verwalteten Vermögens beziffert - dem identischen Wert wie im Vorjahr. Die Erträge seien allerdings von 34,6 auf 33,9 Basispunkte des verwalteten Vermögens gesunken.

Als einen Grund für das etwas bessere Abschneiden der europäischen Gesellschaften würden die Unternehmensberater die Tatsache nennen, dass hier die Konkurrenz durch günstige, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) noch nicht so stark ausgeprägt sei wie jenseits des Atlantiks. So habe der ETF-Anteil am europäischen Gesamtmarkt bei zwölf Prozent im Retail- und 17 Prozent im institutionellen Geschäft gelegen. In den USA hätten passive Produkte bei Privatanlegern bereits eine 18-Prozent-Portion des Marktes erobert, bei institutionellen waren es 25 Prozent.

Im Jahr 2018 habe die Branche in Europa die Rekordsumme von 20 Billionen Euro verwaltet und nur ein gedämpftes Nettoneugeldaufkommen verzeichnet. Für das Gesamtjahr 2019 würden die McKinsey-Experten dank höherer Zuflüsse und einer guten Marktentwicklung den Rekordwert von 22 Billionen Euro erwarten. Die Gewinne der Asset Manager würden aber mit hochgerechnet 17,5 Milliarden Euro auf der Stelle treten, würden die Analysten schätzen. Damit nähmen die Gewinne der Fondsindustrie - gemessen am verwalteten Vermögen - leicht ab.

Dieser Trend werde sich fortsetzen, würden die McKinsey-Analysten prophezeien. Nach Jahren des starken Wachstums und einer meist guten Entwicklung an den Wertpapierbörsen schreite die Erosion der Renditen durch das Niedrigzinsumfeld immer stärker voran - und trübe zusehends die Aussichten für die Asset-Management-Industrie ein. Auch die ETF-Konkurrenz werde in Europa weiter erstarken.

Die Consultants hätten auch Ratschläge parat, wie die Branche darauf reagieren sollte: Das eigene Produktangebot radikal überdenken und sich strikt auf die Bedürfnisse der Kunden ausrichten. Dazu gehöre, neue Renditequellen zu erschließen und Trends wie nachhaltige Investments aufzugreifen. Zudem sollten die Asset Manager wie Fintechs selbst zu Disruptoren werden und Chancen ergreifen, welche die Digitalisierung eröffne. (02.12.2019/fc/n/s)