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Ergo feiert Absatzerfolge im Fondsvertrieb - Fondsnews


07.06.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Düsseldorfer Versicherer Ergo kommt gut mit dem Ausbau seines Fondsgeschäfts voran, so die Experten von "FONDS professionell".

"Im ersten Quartal dieses Jahres lag das Plus im Fondsabsatz bei 20 Prozent", habe Olaf Bläser, Vertriebsvorstand der Ergo Deutschland, im Interview mit "FONDS professionell" gesagt, das in voller Länge in der soeben erschienenen Heftausgabe 2/2018 zu lesen sei.

Der Konzern habe im vergangenen Jahr eine Qualifizierungsoffensive gestartet, um seine rund 9.000 Vertreter für das Investmentgeschäft zu schulen. Im Zuge dessen habe der Versicherer auch ein Haftungsdach aufgebaut. Als Haftungsdachgeber diene die Fondsdepot Bank.

Schon im Jahr 2017 habe das Fondsgeschäft um 15 Prozent über dem des Vorjahres gelegen, obwohl das Haftungsdach erst Mitte des Jahres gestartet sei. "Das ist meiner Meinung nach ein guter Wert, insbesondere vor dem Hintergrund, dass wir im vergangenen Jahr den Vertrieb komplett neu aufgestellt haben, wodurch rund 30 Prozent der Stellen in der Fläche wegfielen", so Bläser. Inzwischen spüre man, dass die neu qualifizierten Vertreter nun das Investmentgeschäft aufnehmen würden. "Für den durchschnittlichen Vermittler machen Fonds derzeit rund sieben bis acht Prozent seines Gesamtgeschäftes aus. Dieser Anteil soll deutlich steigen."

Stand heute seien drei Viertel der Ergo-Vermittler qualifiziert, zu Fondsprodukten zu beraten und diese zu verkaufen, habe Birte Sewing, Leiterin Investmentprodukte gesagt. "Für einige Vermittler ist das Fondsgeschäft auch nicht relevant, sie konzentrieren sich auf andere Geschäftsbereiche, und wenn wir dies berücksichtigen, dann sind wir heute sehr zufrieden mit der Qualifizierungsoffensive."

Jeder Vertreter, der neu ins Fondsgeschäft einsteige, schließe sich dem Haftungsdach an. "Dort sehen wir die Zukunft", so Bläser. Wer aber heute mit einer Erlaubnis nach Paragraf 34f arbeite und sich damit wohlfühle, den zwinge man nicht, ins Haftungsdach zu wechseln. "Anders als noch vor einem Jahr sind wir heute in der Lage, beide Modelle anzubieten. Das ist mit Blick auf die Ankündigung im Koalitionsvertrag, die Finanzanlagenvermittler unter Bafin-Aufsicht stellen zu wollen, ein echter Pluspunkt", habe Bläser gesagt.

Sewing betone, dass die Haftungsdach- und 34f-Vermittler mit derselben Produktpalette, derselben Software und demselben Preismodell arbeiten würden. Das gelte auch für den Beratungsprozess. "Noch ist ja nicht ausgemacht, wie die Vorgaben der Mifid II für die gewerblichen Vermittler umgesetzt werden. Unsere 34f-Berater erfüllen schon seit dem Start der Richtlinie am 3. Januar die entsprechenden Vorgaben für die regulierten Institute, beispielsweise was den Zielmarktabgleich oder den Kostenausweis anbelangt."

Die Fondsdepot Bank diene seit rund zwei Jahren auch als Haftungsdach für den großen Wettbewerber, die Allianz. Das habe die Ergo aber nicht gestört, habe Sewing betont. "Die Fondsdepot Bank wickelt seit vielen Jahren das Fondsgeschäft unserer Vermittler ab. Wir kennen uns gut, die Zusammenarbeit hat sich langfristig bewährt, da lag es auf der Hand, die Fondsdepot Bank als Haftungsdachgeber zu wählen."

Olaf Bläser, Ergo: "Für den durchschnittlichen Ergo-Vermittler machen Fonds derzeit rund sieben bis acht Prozent seines Gesamtgeschäftes aus. Dieser Anteil soll deutlich steigen."

Birte Sewing, Ergo: "Unser Vertrieb hat deutlich an Kapitalmarktkompetenz gewonnen. Ob der Vermittler dieses Knowhow nun in die Beratung zu Fonds, fondsgebundenen Versicherungen oder Indexpolicen einbringt, ist zweitrangig. Er verfolgt einen stringenten Beratungsprozess, der sich je nach Produkt nur in Nuancen unterscheidet."

Olaf Bläser, Ergo: "Ich denke, der Vertrieb hat in den vergangenen 15 Jahren gelernt, dass der Kunde durchaus Volatilität aushält - vorausgesetzt, man hat dieses Thema vorher mit ihm besprochen."

Birte Sewing, Ergo: "Wir sind darauf bedacht, nicht nur das Einmalgeschäft zu forcieren, sondern auch die Fleißpunkte mit Fondssparplänen zu gewinnen. Dieses Thema eignet sich hervorragend, um Vertriebspartner und Endkunden an das Investmentgeschäft heranzuführen."

Olaf Bläser, Ergo: "Ich bin froh, dass unsere Agenturen breit aufgestellt sind und es keine zu große Abhängigkeit von einzelnen Sparten gibt. Einem Vertrieb, der 80 Prozent seiner Einnahmen mit der Vermittlung von Lebensversicherungen verdient, treiben die Schlagzeilen rund um den Provisionsdeckel sicherlich den Schweiß auf die Stirn." (07.06.2018/fc/n/s)