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Erfolgsbilanz: Sparkassen steigern Fondsabsatz um 45 Prozent - Fondsnews


08.03.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Deutschlands Sparkassen haben im vergangenen Jahr 10,8 Milliarden Euro Nettoabsatz im Wertpapiergeschäft verzeichnet, so die Experten von "FONDS professionell".

"Das ist der höchste Wert seit 15 Jahren", habe Helmut Schleweis, der Präsident des Sparkassenverbands DSGV, am Mittwoch in Frankfurt gesagt. Insbesondere in Investmentfonds sei viel Geld geflossen - unter dem Strich seien es 11,2 Milliarden Euro gewesen, 45,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Aus Aktien und Anleihen hätten die Sparkassen-Kunden dagegen netto rund 400 Millionen Euro abgezogen.

Mit Blick auf das niedrige Zinsniveau habe Schleweis das Wertpapiersparen als "fast die einzige Möglichkeit für die breite Bevölkerung, noch angemessene Vermögenszuwächse zu erzielen" bezeichnet. Die Sparkassen hätten deshalb zusammen mit der Dekabank "sehr große Anstrengungen" unternommen, um die Kunden von Engagements in Wertpapieren zu überzeugen. "Das gelingt zunehmend besser", so Schleweis.

Im Wertpapiergeschäft sei die Deka der "bevorzugte Partner", habe der Sparkassen-Präsident gesagt. "Immerhin ein Drittel der Anlagen in Investmentfonds gingen allerdings auch in Angebote anderer Fondsgesellschaften", habe er betont. "Das zeigt sehr deutlich: Die Sparkassen sind bereit und in der Lage, zugunsten ihrer Kunden die gesamten Marktchancen auszuschöpfen."

Der Boom im Wertpapiergeschäft sei für die Sparkassen aus einem anderen Grund wichtig: Er helfe, das Provisionsergebnis zu steigern, um damit den sinkenden Zinsüberschuss auszugleichen. Insgesamt seien die Provisionserlöse der Sparkassen 2017 im Vergleich zum Vorjahr um 8,4 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro gestiegen. Die höchsten relativen Zuwächse habe es im Kundenwertpapiergeschäft gegeben - dort hätten die Provisionserlöse um 16,5 Prozent zugelegt.

In diesen Posten würden nicht nur Einnahmen aus Vertriebs- und Bestandsprovisionen einfließen, sondern auch aus Gebühren für die Depotführung sowie aus dem Aktien- und Anleihenhandel. Die Sparkassen-Kunden hätten unter dem Strich zwar Geld aus Aktien und festverzinslichen Wertpapieren abgezogen, ihre Depots aber häufiger umgeschichtet als im Vorjahr: Der Gesamtumsatz im Wertpapiergeschäft habe sich 2017 auf 119,9 Milliarden Euro belaufen, das seien 17,5 Prozent mehr als 2016 und entspreche dem höchsten Wert seit dem Jahr 2008. Dieser rege Handel habe maßgeblich zum Wachstum des Provisionsergebnisses beigetragen.

Insgesamt habe sich das Jahresergebnis nach Steuern der aktuell 386 deutschen Sparkassen im vergangenen Jahr auf 2,2 Milliarden Euro belaufen. Das entspreche einer Steigerung um 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. (News vom 07.03.2018) (08.03.2018/fc/n/s)