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Einsame Spitze: Keith Skeoch führt Standard Life Aberdeen alleine - Fondsnews


14.03.19 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Standard Life Aberdeen (SLA) hat seine Führungsmannschaft umgebaut, so die Experten von "FONDS professionell".

Co-Vorstandschef Martin Gilbert trete von seinem Posten zurück und werde "Vice-Chairman" des Vermögensverwalters, der 2017 aus dem Schulterschluss der beiden schottischen Finanzdienstleister Standard Life und Aberdeen Asset Management entstanden sei. Gilberts Kollege Keith Skeoch werde damit alleiniger Vorstandschef von SLA. Das gehe aus einer Pressemitteilung des Vermögensverwalters hervor.

Demnach solle der Wechsel an der Führungsspitze dafür sorgen, dass Entscheidungen schneller gefällt werden könnten, "um die nächsten Stufen des Transformations- und Umbau-Programms umsetzen zu können." Gilbert solle dazu in seiner neuen Position im Aufsichtsrat beitragen, wo er aber im Vergleich zu seinen deutschen Pendants wesentlich mehr Einfluss und Verantwortung habe: Sein Job werde künftig vor allem darin bestehen, wichtige Kunden zu halten und neue zu gewinnen.

Die Entscheidung komme letztlich nicht ganz überraschend, obwohl Gilbert und Skeoch 2017 nach der Fusion ihrer beiden Gesellschaften gesagt hätten, dass sie den neuen Konzern "noch lange" gemeinsam lenken möchten. SLA habe im zweiten Halbjahr 2017 nach der Fusion Mittelabflüsse von 16,6 Milliarden Britischen Pfund (18,5 Milliarden Euro) aus den Fonds des Hauses erlitten. Das verwaltete Vermögen sei damit per Ende Dezember 2017 auf 610,1 Milliarden Pfund (711 Mrd. Euro) gesunken. Der Exodus habe sich nach Angaben der "Financial Times" 2018 fortgesetzt. In Summe 40,9 Milliarden Pfund (47,7 Mrd. Euro) hätten Anleger abgezogen, sodass der Fondsriese nur noch 551,5 Milliarden Pfund (643 Euro) zu Ende 2018 verwaltet habe. Diese schwache Performance hätten Beobachter nicht ausschließlich, aber auch auf die Doppelspitze zurückgeführt, da Skeoch und Gilbert, der zuvor mehr als 30 Jahre an der Spitze von Aberdeen Asset Management gestanden habe, unterschiedliche Führungsstile hätten.

Neben der Änderung an der Spitze habe der Finanzdienstleister noch weitere Personalentscheidungen bekannt gegeben. Finanzchef Bill Rattray, der zuvor 34 Jahre bei Aberdeen gewesen sei, werde Ende Mai aufhören. Seine Nachfolgerin sei Stephanie, die von der Unternehmensberatung PWC wechsle. Außerdem trete Richard Mully, der seit 2017 Aufsichtsrat sei, zurück. (News vom 13.03.2019) (14.03.2019/fc/n/p)