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Einmal Outperformer, immer Outperformer? Fondsstudie sucht Antwort - Fondsnews


04.05.21 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Eintagsfliege oder Dauerläufer? Das Analysehaus S&P Dow Jones Indices untersuchte für den europäischen Fondsmarkt, wie viele Manager nicht nur kurzfristig, sondern auch über längere Zeiträume herausragende Ergebnisse erzielen, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Bilanz falle gemischt aus.

Aktive Aktienfondsmanager in Europa würden sich schwer tun, auf Dauer ihren Vergleichsmaßstab und ihre Konkurrenten zu übertreffen. Zu diesem Ergebnis komme die erstmals für den europäischen Markt erschienene "Persistence Scorecard" des Analysehauses S&P Dow Jones Indices. Diese Studie habe bislang auf weltweiter Basis untersucht, ob und wie vielen aktiven Portfoliolenkern es gelinge, über längere Zeiträume eine Mehrrendite gegenüber Markt und Mitbewerbern herauszuschlagen.

Nun hätten die Experten die Auswertung erstmals für den europäischen Markt erstellt. Dabei hätten die Analysten einmal europaweit investierende Aktienfonds und einmal Manager beobachtet, die in Unternehmen aus bestimmten Regionen oder Ländern wie USA, Großbritannien oder auch global investieren würden. Die Analysten hätten bei ihrer Untersuchung auch Fonds aufgenommen, die zwischenzeitlich geschlossen oder mit anderen fusioniert worden seien.

Beim Vergleich mit der Konkurrenz würden die Experten immerhin gute Ergebnisse für die aktive Zunft in Europa erkennen - zumindest über kürzere Betrachtungszeiträume. So sei es immerhin 15,8 Prozent der Manager gelungen, sich über drei aufeinanderfolgende Jahre im oberen Viertel zu halten. Bei weltweit anlegenden Managern seien es fast 25 Prozent gewesen, bei US-Titeln sogar 32 Prozent.

Weniger gut würden die Portfoliolenker mit Fokus auf britische Aktien abschneiden. Hier hätten sich aber immer noch 14 Prozent dauerhaft in der Top-Gruppe gehalten. Bei Eurozonen- und Schwellenländeraktien seien es allerdings nur rund sechs Prozent gewesen. Hätte man rein zufällig Fondsmanager ausgewählt, hätte die Trefferquote nur 6,25 Prozent betragen. Eine Managerauswahl anhand der vergangenen Performance könne bei dieser Betrachtungsweise also tatsächlich lohnen.

Beim Blick auf fünf aufeinanderfolgende Jahre erodiere jedoch das Bild. Der Anteil der anhaltenden Outperformer in der Spitzengruppe schnurre auf 0,41 Prozent zusammen. Bei weltweiten und britischen Aktienfonds seien es jeweils zwei Prozent gewesen. In den übrigen Gruppen sei dies aber keinem Manager mehr gelungen. Ein zufälliger Griff in die Lostrommel hätte eine Erfolgsquote von 0,39 Prozent gehabt, so die S&P-Experten.

Das Bild helle sich wiederum auf, wenn man die Fenster von aufeinanderfolgenden Zwölfmonatszeiträumen auf zwei Drei- und zwei Fünfjahresperioden ausweite. Nach dieser Betrachtungsweise gehe der Anteil der Manager, die anhaltend in der Top-Gruppe rangieren würden, gegen 40 Prozent - in fast allen Investmentregionen.

Zuletzt hätten die S&P-Analysten das Abschneiden europäischer Manager im Vergleich zu ihren Benchmarks betrachtet. Über drei aufeinanderfolgende Jahre gesehen würden Manager globaler, US- und britischer Aktienfonds zumindest eine Outperformance-Quote von 17 bis 22 Prozent erreichen. Von den Managern mit Fokus auf Europa, die Eurozone und die Emerging Markets würden aber bestenfalls sechs Prozent über den Dreijahreszeitraum ihren Vergleichsindex übertreffen.

Auch hier hätten die Experten noch einen anderen Blickwinkel eingenommen: Sie hätten über drei Jahre die durchschnittliche Performance der Manager gegenüber dem jeweiligen Vergleichsmaßstab nach rollierenden Quartalen betrachtet. Hier hätten sich deutlich weniger Manager in der Spitzengruppe halten können. Vergangene Wertentwicklung sei also keine Garantie für künftige Outperformance, würden die S&P-Analysten in Anspielung auf den üblichen Disclaimer als Resümee ziehen. (04.05.2021/fc/n/s)