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Digitalisierung und Regulierung zwingen Finanzberater zu Kostentransparenz und Klarheit


12.06.18 14:00
Moventum

Luxembourg (www.fondscheck.de) - Mit ihrer Beratungsleistung Geld zu verdienen, wird für viele Finanzberater zunehmend schwieriger, so die Anlageexperten der Luxemburger Fondsplattform Moventum.

Das liege zum einen an den stark gestiegenen Kosten durch die Regulierung. Zum anderen müssten Berater aber nach MiFID II zum ersten Mal wirklich auch einen Preis unter ihre eigene Leistung setzen. "Und das fällt einigen noch erkennbar schwer", sage Swen Köster, Senior Vice President und Head of Sales beim Luxemburger Vermögensverwalter Moventum.

"Bislang war es für Finanzberater einfach, sich mit den Kosten der eigenen Leistung hinter den Gebühren der Produktanbieter zu verstecken. Der Ausgabeaufschlag bei Fonds wurde ja von der Fondsgesellschaft erhoben", sage Köster. "Einen eigenen Kostenblock "Beratung" gab es nicht." Mit den Transparenzpflichten von MiFID II habe sich das geändert. Jetzt werde Kunden klar gezeigt, was der Finanzberater für seine Leistung erhalte. "Berater müssen den Mehrwert ihrer Dienstleistung nunmehr wirklich vor ihren Kunden argumentieren", sage Köster.

"Bereits die Einführung des § 34f GewO für Finanzanlagenvermittler vor fünf Jahren hat zu einem drastischen Einschnitt bei der Zahl der Berater geführt", sage Swen Köster. "Ich vermute, dass knapp die Hälfte damals ausgestiegen ist." Heute, nach Einführung von MiFID II, habe sich das Thema weiter verschärft: "Besonders bei kleinen Depots kostet die Einzelfondsberatung aufgrund der immensen Dokumentationspflichten zu viel Zeit, die Beratung wird schnell zum Verlustgeschäft", so Köster.

Auch in der Vermögensverwaltung würden unabhängige Finanzberater Gegenwind spüren: Banken würden ihre weniger vermögenden Kunden in die hauseigene Vermögensverwaltung bitten. Auf der anderen Seite würden Robo Advisor in den Markt drängen und kostengünstige ETF-Angebote würden dem Kunden das Gefühl geben, eine Vermögensverwaltung sei günstig zu haben. So sinke die Zahlungsbereitschaft einiger Kunden für die dringend erforderliche Beratungsleistung noch weiter.

"Das wird die Spreu noch weiter vom Weizen trennen", sei sich Köster sicher. "Der Beratermarkt, der aufgrund der schwierigen Situation zusätzlich noch mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen hat, wird sich daher gesundschrumpfen. Am Ende wird sich Qualität in der Beratung durchsetzen: ein klarer Mehrwert für alle Kunden, die bereit sind, dafür zu zahlen. Und so wird dann auch für die Berater, die übrigbleiben, das Stück vom Kuchen letztendlich größer." (12.06.2018/fc/n/s)