Diese Fondsgruppen sind die Absatzrenner - und diese nicht - Fondsnews


07.10.19 12:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell ONLINE" hat wieder nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im Quartalsvergleich entwickelt haben, so die Experten von "FONDS professionell".

Ein zunehmend eskalierender Handelskonflikt, endlose Brexit-Debatten und zu allem Überfluss schwächelnde Konjunkturdaten aus den Industrieländern: Aktienanleger hätten derzeit allen Grund, sich auf raueres Fahrwasser an den Börsen einzustellen. Das lasse sich auch an der jüngsten Mittelzu- und Abflussstatistik von Mountain-View ablesen. Das Kapital der Investoren wandere derzeit nämlich aus Aktien- in Richtung Anleihenfonds.

Zusammengerechnet seien allein im September knapp 2 Milliarden Euro in diese Vehikel geflossen. Zur Erinnerung: Im Vorjahr seien Rentenfonds noch mit Abflüssen von 102 Milliarden Euro konfrontiert gewesen. Aus Aktienfonds seien im September hingegen 1,4 Milliarden Euro abgezogen worden. Seit Jahresbeginn seien es 67 Milliarden Euro gewesen. Das seien im Jahresvergleich die stärksten Verkaufsbewegungen seit dem Jahr 2008 - so lange reiche die Statistik von Mountain-View zurück.

Umso wichtiger sei es, die Geldflüsse der wichtigsten Fondskategorien genauestens im Auge zu behalten. "FONDS professionell ONLINE" habe sich daher wieder angesehen, wie sich die Zuflüsse der wichtigsten Fondskategorien im Quartalsvergleich entwickelt hätten.

Verkaufsschlager oder Ladenhüter? So hätten sich diverse Fondsgruppen im Quartalsvergleich entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets: Aus Portfolios, die auf Aktien aus den Schwellenländern setzen würden, seien im dritten Quartal knapp 4 Milliarden Euro abgeflossen. Ähnlich habe es bereits im Vorjahr ausgesehen, als Investoren mehr als 3 Milliarden Euro aus den Fonds abgezogen hätten. Dabei sei zumindest in den beiden vorangegangenen Jahren im Quartalsvergleich stets Geld in diese Investmentgruppe geflossen.

Aktienfonds Japan: Japanische Aktienfonds hätten im Vorjahr noch neue Absatzrekorde gefeiert. Mit über 8 Milliarden Euro habe die Fondskategorie im dritten Quartal 2018 so viel Gelder ein wie noch nie gesammelt. Im dritten Quartal 2019 stünden mit 2,3 Milliarden Euro in den Miesen.

Aktienfonds Euroland: Ähnlich sehe es auch bei den Euroland-Aktienfonds aus. Sie hätten in den beiden vorangehenden Jahren zwar an Beliebtheit gewonnen, doch im dritten Quartal 2019 schlage wieder ein Minus von 2,3 Milliarden Euro zu Buche. Einen absoluten Rekord hätten diese Aktienfonds übrigens zum Jahresbeginn 2018 verzeichnet, als ihnen im ersten Quartal mehr als 3 Milliarden Euro zugeflossen seien.

Aktienfonds Europa: In Ungnade gefallen seien bei den Anlegern Aktienfonds, die auf europäische Titel setzen würden. Im dritten Quartal hätten sie unterm Strich Abflüsse in Höhe von 5,5 Milliarden Euro verzeichnet. Das dritte Quartal 2016 sei im Vergleich dazu aber noch schlechter verlaufen: Damals hätten Investoren fast 10 Milliarden Euro aus dieser Fondskategorie abgezogen.

Aktienfonds Nordamerika: Im Vorjahr hätten Anleger ihr Geld sehr gern in nordamerikanischen Aktienfonds geparkt. Doch in diesem Jahr habe sich das Blatt wieder gewendet: 787 Millionen Euro habe es im dritten Quartal aus den Kassen der Nordamerika-Fonds gespült.

Aktienfonds China: Chinesische Aktienfonds würden derzeit zu den Lieblingen der Anleger zählen. Immerhin habe die Fondskategorie in den vergangenen drei Monaten zusammengerechnet 520 Millionen Euro Zuflüsse verzeichnet.

Aktienfonds global: Die breit gestreuten globalen Aktienfonds hätten im dritten Quartal 6,5 Milliarden Euro einsammeln können. Auf neue Rekorde dürften diese Portfolios allerdings nicht zusteuern: Im Jahr 2018 sei in globale Aktienfonds bereits im dritten Quartal mehr Geld investiert worden als im gesamten Jahr 2017.

Aktienfonds gesamt: Im abgelaufenen Quartal hätten Anleger über 17 Milliarden Euro aus Aktienfonds abgezogen. Über das gesamte Jahr gerechnet seien es sogar 66 Milliarden Euro gewesen. Zum Vergleich: Im schwächsten Jahr 2008 hätten Aktienfonds knapp 52 Milliarden Euro verloren.

Anleihenfonds Unternehmen: Rentenfonds, die in Anleihen von Unternehmen investieren würden, könnten wieder Absatzerfolge feiern. Nachdem diese Fondsgruppe im Vorjahresvergleich ein Minus verzeichne, hätten die Portfolios in den vergangenen drei Monaten wieder 10,5 Milliarden Euro frische Investorengelder angezogen.

Anleihenfonds gemischt: Auch gemischten Anleihenfonds sei es besser als im Vorjahr ergangen: Knapp 22 Milliarden Euro seien in den vergangenen drei Monaten in diese Rentenportfolios geflossen. Im abgelaufenen Jahr hätten Investoren im dritten Quartal noch knapp 11 Milliarden Euro aus gemischten Anleihenfonds abgezogen.

Anleihenfonds gesamt: Damit ergebe sich für Rentenfonds insgesamt in dieser Statistik ein Plus von 30,5 Milliarden Euro. Über das ganze Jahr betrachtet hätten Anleger 88 Milliarden Euro in diese Investmentkategorie gesteckt.

Mischfonds: Die beliebten gemischten Portfolios hätten in den Sommermonaten gut 1,5 Milliarden Euro eingesammelt. Damit hätten sich die Zuflüsse im Jahresvergleich deutlich verlangsamt: Im dritten Quartal 2018 hätten Anleger diesen Fonds noch knapp 5,5 Milliarden Euro anvertraut, 2016 seien es 11,9 Milliarden Euro gewesen. (07.10.2019/fc/n/s)