Erweiterte Funktionen

Deutscher Billig-Broker startet in Österreich - Fondsnews


09.01.20 14:01
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der mobile Broker Trade Republic öffnet seine Pforten im ersten Quartal des neuen Jahres in Österreich, berichten die Experten von "FONDS professionell".

Das kündige das Unternehmen in einer Aussendung an. Das Service könne ausschließlich über das Smartphone in Anspruch genommen werden. Über eine App könnten Anleger rund 7.300 Aktien, 500 ETFs, über 300 ETF-Sparpläne sowie 40.000 Derivate handeln. Handelbar seien den Angaben zufolge auch die 20 ATX-Titel sowie die wichtigsten österreichischen Wertpapiere.

Mit seinem Konzept mache das Unternehmen vor allem Druck auf die gängigen Online-Broker, die sich bereits Preisschlachten liefern würden. Trade Republic verlange pro Handelsgeschäft nur einen Euro. Es handle sich um Fremdkosten, heiße es. Das Unternehmen finanziere sich über Rückvergütungen der Produktanbieter. Bei ETF-Sparplänen würden die Kunden laut den Angaben nichts zahlen. Es gebe auch keine Depotgebühr. Außerdem - ein vielleicht nicht ganz uninteressantes Versprechen - würden auf die Einlagen keine Negativzinsen berechnet. Selbige würden von deutschen Banken derzeit ja reihenweise eingeführt.

Allerdings sei das Angebot auch eingeschränkt. Anleihen und aktive Investmentfonds könne man offenbar nicht erwerben. Auch gebe keine automatische KESt-Abfuhr in Österreich. Der Anleger müsse also selbst im Rahmen der Steuererklärung aktiv werden, was ein gewisses Hindernis für den Markteintritt in Österreich sein dürfte.

In Deutschland stoße das Service auf Anklang. Die Kundenzahl liege "weit im fünfstelligen Bereich", heiße es. Nur rund ein Jahr nach dem Start liege das Kundenvermögen bei 200 Millionen Euro. Allein vergangenen Dezember seien 40 Millionen Euro eingezahlt worden.

Trade Republic besitze in Deutschland seit Ende 2018 eine Berechtigung als Wertpapierhandelsbank. Sie werde vom deutschen Regulator BaFin beaufsichtigt und verfüge nach Eigenangaben über eine Zulassung in Österreich. Hier wolle das Unternehmen nun offenbar die Erwartungen anheizen: Es sei eine "Warteliste" für österreichische Anleger aufgelegt worden, heiße es. Man könne sich über die App oder die Homepage (www.traderepublic.at) registrieren.

Nach einer Freischaltung sei das Depot "in weniger als zehn Minuten auf dem Handy eröffnet". Nach Geldeingang könnten die Kunden direkt mit dem Handel beginnen.

Laut der Aussendung kooperiere Trade Republic mit dem an der Börse Hamburg betriebenen elektronischen Handelssystem LS Exchange. Die Spreads seien demnach an den Referenzmarkt XETRA gebunden. Auf der Liste der Kooperationspartner stünden unter anderem auch HSBC (Derivate, Transaktion-Services), solarisBank und seit neuestem BlackRock (ETF-Sparpläne).

Die Gründer Christian Hecker, Thomas Pischke und Marco Cancellieri hätten das Unternehmen seit 2015 aufgebaut. Zu den Investoren würden die VC Investoren Creandum und Project A sowie die Sino AG gehören. (09.01.2020/fc/n/s)