Deka senkt Schutzniveau zweier Garantiefonds - Fondsnews


05.09.17 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Deka reagiert in zwei Garantiefonds mit einer geänderten Anlagepolitik auf die Niedrigzinsphase, so die Experten von "FONDS professionell".

Sowohl der Deka-Eurogarant Strategie als auch der Deka-Eurogarant 2 würden Anlegern künftig nur noch die Rückzahlung von 90 Prozent der investierten Summe zusichern. Außerdem gelte diese Garantie erst nach sieben Jahren - nicht mehr, wie bisher, nach sechs. Das gehe aus Anlegerinformationen hervor, die "FONDS professionell ONLINE" vorlägen.

"Im derzeitigen Niedrigzinsumfeld ist es nicht mehr sinnvoll, Garantiefonds mit einer Kapitalgarantie von 95 oder gar 100 Prozent aufzulegen", so Dirk Degenhardt, Leiter Produkt- und Marktmanagement bei der DekaBank. "Denn bei solchen Garantiezusagen bleibt kein Geld mehr übrig, um für die Kunden die Möglichkeit zu schaffen, gewinnbringend an den Kapitalmärkten zu investieren."

Für den vor sechs Jahren lancierten Deka-Eurogarant Strategie, der knapp 42 Millionen Euro verwalte, ende die erste Anlageperiode am 29. September. Für die zweite Periode sinke die Kapitalgarantie dieses Fonds auf 90 Prozent - und sie greife erst Ende Oktober 2024, also nach sieben Jahren und einem Monat. Die darauffolgenden Anlageperioden würden auf sieben Jahre verlängert.

Um dem neuen Konzept Rechnung zu tragen, werde der Fonds in Deka-Europrotect Strategie 90 III umbenannt. Angepasst werde auch der Index, an dessen Entwicklung die Anleger teilhaben sollten: Es handle sich künftig um den S&P Europe 350 Riskcontrol 10% (ER), einen Aktienindex mit aktiver Investitionsgradsteuerung. Die Verwaltungsgebühren würden leicht von 0,4 auf 0,5 Prozent im Jahr steigen.

Für den Deka-Eurogarant 2, der 78 Millionen Euro verwalte, sei die Konzeptänderung bereits die zweite seiner Geschichte. Der im November 2007 aufgelegte Fonds habe zunächst mit einer vierjährigen Anlageperiode gearbeitet, diese sei 2011 jedoch auf sechs Jahre bis Ende Oktober 2017 verlängert worden. Künftig müssten sich Kunden sieben Jahre lang gedulden, bis die Garantie greife, die zudem auf 90 Prozent sinke.

Der Fonds, der bald Deka-Europrotect Strategie 90 IV heiße, folge künftig ebenfalls dem oben genannten Aktienindex mit Investitionsgradsteuerung. Dieser Fonds werde etwas günstiger: Die Verwaltungsvergütung sinke von derzeit 0,8 auf 0,5 Prozent per annum.

Die nächsten Garantiefonds der Deka würden im Frühjahr 2018 das Ende ihrer aktuellen Anlageperiode erreichen. "Zum jetzigen Zeitpunkt steht noch nicht fest, wie mit diesen Fonds verfahren wird", habe eine Sprecherin auf Anfrage von "FONDS professionell ONLINE" mitgeteilt. "Die Entscheidung wird jeweils individuell pro Fonds getroffen."

Garantiefonds würden seit Jahren unter der laxen Geldpolitik der Notenbanken leiden. Die Nullzinsen würden es faktisch möglich machen, eine Kapitalgarantie in Kombination mit einer Teilhabe an steigenden Börsenkursen darzustellen. Die großen deutschen Anbieter würden daher keine neuen Garantiefonds mehr auflegen. Die Deutsche Asset Management habe sich im vergangenen Jahr sogar dazu entschlossen, zahlreiche Produkte ihrer DWS-Flex-Pension-Serie vorzeitig zurückzuzahlen. (05.09.2017/fc/n/s)





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