DWS liquidiert zwei Deutsche-Bank-Exklusiv-Fonds - Fondsnews


12.03.20 11:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fonds DB Privatmandat Comfort - Pro Deutschland und DB Privatmandat Comfort - Pro USA werden liquidiert, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Anleger sollten am 23. März ihr Geld zurückerhalten. Damit schrumpfe die Palette der DB-Privatmandat-Serie, die die DWS seit dem Jahr 2004 exklusiv für den Vertrieb der Deutschen Bank aufgelegt habe, auf vier Fonds.

Die DB-Privatmandat-Portfolios stünden schon seit einigen Jahren nicht mehr im Vertriebsfokus. Allein im vergangenen Jahr hätten Anleger rund 360 Millionen Euro aus den Fonds abgezogen, lasse sich anhand von Zahlen des Branchenverbands BVI entnehmen. Dennoch stecke immer noch viel Geld in den Produkten: Ende 2019 habe sich das Vermögen der sechs Fonds auf 1,5 Milliarden Euro belaufen, auch Anfang März dieses Jahres seien es noch 1,4 Milliarden Euro gewesen.

Von dieser Summe seien zu Monatsbeginn gut 100 Millionen Euro auf den "Pro Deutschland" entfallen, weitere zwölf Millionen Euro hätten im "Pro USA" gesteckt. Die Liquidation des US-Fonds werde in einer Anlegerinformation mit dem geringen Volumen begründet, "wodurch eine weitere wirtschaftlich effiziente Verwaltung des Teilfonds nicht mehr sichergestellt werden kann".

Interessanter lese sich die entsprechende Passage zum "Pro Deutschland", schließlich gelte ein Fonds mit über 100 Millionen Euro in aller Regel als wirtschaftlich: "Der Hauptvertriebspartner und Initiator des Teilfonds hat mitgeteilt, den Teilfonds nicht mehr zu vertreiben", heiße es in der Anlegerinformation. "Es ist mit erheblichen Rückflüssen innerhalb der nächsten Wochen zu rechnen. Da mit dem zu erwarteten, geringen Fondsvolumen eine weitere wirtschaftlich effiziente Verwaltung des Teilfonds nicht mehr sichergestellt werden kann, soll der Teilfonds aufgelöst werden, um die Gleichbehandlung der Investoren zu gewährleisten."

Dass die beiden Portfolios nun liquidiert würden, habe vor allem damit zu tun, dass ihr Anlagekonzept in den vergangenen Jahren nicht aufgegangen sei, was für eine enttäuschende Performance gesorgt habe. Die "Pro"-Fonds würden nach der sogenannten Best-of-Two-Strategie gemanagt, bei der die Aktien- und Rentenquote auf Basis mathematischer Regeln in einer Bandbreite von null bis 100 Prozent gesteuert werde.

"Hierfür werden historische Kurse herangezogen, Prognosen finden keine Berücksichtigung", erläutere ein DWS-Sprecher auf Anfrage von FONDS professionell ONLINE. "Auf diese Weise soll mittel- bis langfristig von der Wertentwicklung der jeweils besser laufenden Anlageklasse profitiert werden." Die vergangenen Jahre seien jedoch von häufigen, meist sehr scharfen Trendbrüchen geprägt gewesen. "In diesem Marktumfeld können solche Strategien ihre Stärken nicht ausspielen", so der Sprecher.

"Wir erwarten auch künftig ein derartiges Kapitalmarktumfeld", ergänze ein Sprecher der Deutschen Bank. "Zudem dürfte die Rentenseite mittelfristig ein negatives Renditepotenzial bieten. Aus diesem Grund empfiehlt die Deutsche Bank diese Fonds seit dem 1. Februar 2017 zum Verkauf."

Bleibe die Frage, warum nicht zumindest der "Pro Deutschland" auf einen anderen Fonds verschmolzen werde, schließlich seien angesichts des großen ausstehenden Volumens viele Anleger von der Auflösung betroffen. Für eine Fusion habe es kein vergleichbares Produkt gegeben - etwa einen Mischfonds, der quantitativ gemanagt werde und einen Anlagefokus auf Deutschland habe, erläutere der DWS-Sprecher.

In der DB-Privatmandat-Serie verfolge künftig nur noch ein Fonds eine Best-of-Two-Strategie: Der DB Privatmandat Comfort - Pro Global, der Anfang März rund 180 Millionen Euro verwaltet habe. Die anderen drei Produkte der Exklusivserie, DB Privatmandat Comfort - Balance, Einkommen und Wachstum, würden mit anderen Investmentprozessen gesteuert. (12.03.2020/fc/n/s)





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