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DWS kommt besser durch die Coronakrise als gedacht - Fondsnews


29.07.20 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsgesellschaft DWS hat im zweiten Quartal 8,7 Milliarden Euro an frischem Geld eingesammelt, so die Experten von "FONDS professionell".

Zum Jahrsauftakt habe das Haus wegen des pandemiebedingten Kursverfalls an den Börsen noch Mittelabflüsse in Höhe von 2,5 Milliarden Euro erlitten. Im ersten Halbjahr habe das Nettomittelaufkommen somit 6,2 Milliarden Euro betragen. Von Bloomberg befragte Analysten hätten lediglich mit 3,5 Milliarden Euro gerechnet.

Wichtigster Absatztreiber im zweiten Quartal seien die Passiv-Sparte mit 6,5 Milliarden sowie Geldmarktfonds mit 6,3 Milliarden Euro an Zuflüssen gewesen. Aus aktiven Fonds hätten Anleger hingegen 4,1 Milliarden Euro abgezogen. Dahinter hätten vor allem institutionelle Investoren gesteckt, die Mittel aus Anleihenfonds zurückgenommen hätten.

Das verwaltete Vermögen sei von 700 auf 745 Milliarden Euro geklettert - nach wie vor noch deutlich weniger als vor dem Corona-Crash. Zum Vergleich: Ende 2019 habe die Fondstochter der Deutschen Bank ein Vermögen von 767 Milliarden Euro verwaltet.

Auch die Erträge hätten sich wieder leicht von 524 im ersten auf 551 Millionen Euro im zweiten Quartal erholt. Dies sei vor allem auf gestiegene Performance und Transaktionsgebühren zurückzuführen. Die Einnahmen aus Managementgebühren wiederum hätten sich im Quartalsverlauf nicht erholt. Im zweiten Quartal 2019 hätten sich die Erträge noch auf 608 Millionen Euro summiert.

Die Kosten im zurückliegenden Quartal seien gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres wiederum leicht geklettert. Das Haus führe dies auf eine höhere aktenbasierte Vergütung zurück. Gleichwohl sehe sich die DWS-Führung bei den angestrebten Kosteneinsparungen auf Kurs. Das bereinigte Aufwand-Ertragsverhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) habe weitgehend stabil bei 65,7 Prozent verharrt. Das Konzernergebnis sei mit 122 Millionen Euro nur um eine Million höher ausgefallen als im ersten Quartal. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum habe die DWS einen Gewinn von 112 Millionen Euro erwirtschaftet.

"Im zweiten Quartal im Zeichen der Coronakrise haben wir ein weiteres Mal unsere Stärke als Unternehmen unter Beweis gestellt", kommentiere Asoka Wöhrmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der DWS, das Ergebnis. "Dank unseres diversifizierten Geschäftsmodells konnten wir starke Nettomittelzuflüsse generieren und unsere Aufwand-Ertrags-Relation nahe bei unserem mittelfristigen Ziel festigen." Zudem habe er auf die Vereinfachung der Geschäftsstruktur verwiesen.

Angesichts der anhaltenden Pandemie gehe die Führung um Wöhrmann im Ausblick für 2020 davon aus, dass bereinigte Kosten und Erträge unter den Werten von 2019 liegen würden. Die geplanten Kosteneinsparungen würden jedoch konsequent umgesetzt.

Zudem sei das Management "entschlossen und in der Lage, weiteres Einsparpotenzial zu finden und umzusetzen, sollte es die Ertragssituation im weiteren Verlauf des Jahres erforderlich machen." An der Dividende von 1,67 Euro je Aktie für 2019 halte die Führung aber fest. Darüber solle die Hauptversammlung entscheiden, die auf den 18. November verschoben worden sei und virtuell stattfinden solle. (29.07.2020/fc/n/s)