DEGI-Duo mit deutlichen Abschlägen


20.08.10 15:02
FONDS professionell

Wien (aktiencheck.de AG) - Positive Nachrichten bei offenen Immobilienfonds scheinen dieser Tage rar, so die Experten von "FONDS professionell".

Die jüngste Hiobsbotschaft komme dabei von der Fondsgesellschaft Aberdeen, die in Deutschland deutliche Wertabschläge bei ihren beiden offenen Immobilienfonds DEGI Europa (ISIN DE0009807800 / WKN 980780) und DEGI International (ISIN DE0008007998 / WKN 800799) habe vermelden müssen. Beide Produkte hätten die Rücknahme von Anteilsscheinen dort aktuell ausgesetzt - wie etliche andere offene Immobilienfonds. Grund hierfür seien in erster Linie Unsicherheiten im Hinblick auf die Regulierung und eventuelle negative Modalitäten, welche dies mit sich bringen könnte.

Fakt sei, die Abschläge der DEGI-Fonds würden sich nicht kleinreden lassen: So habe der DEGI Europa seit Anfang Juli knapp über zwölf Prozent an Wert eingebüßt, nachdem dort - infolge einer Leerstandsquote von 40 Prozent - ein herber Wertverlust des Frankfurter Hochhauses Westend Gate angefallen sei, der sich auf fast 50 Millionen Euro summiert habe. Das Minus beim DEGI International habe bei knapp unter sechs Prozent gelegen.

Wenig optimistisch stimme auch der Blick auf die Performance der offenen Immobilienfonds auf Gesamtsicht. Diese habe im zweiten Quartal bei gerade einmal 0,10 Prozent gelegen und habe sich dabei zudem gegenüber dem Vorquartal abgeschwächt, wie der Datenermittler IPD über seinen hauseigenen Index ermittelt habe. Auf Jahressicht bringe es die Produktklasse auf ein Performanceplus von 1,78 Prozent, wobei neun der 22 Fonds eine negative Quartalsrendite erwirtschaftet hätten.

Ob und wann die offenen Immobilienfonds, die bis dato die Rücknahme ihrer Anteilsscheine ausgesetzt hätten, wieder geöffnet würden, bleibe abzuwarten. Zumindest bei den beiden DEGI-Fonds dürfte dies Mitte Oktober klarer werden, wenn die gesetzliche Zweijahresfrist, die offene Immobilienfonds nach aktueller Gesetzeslage maximal am Stück geschlossen bleiben könnten, auslaufe.

In jedem Fall stehe für Aberdeen Property in diesem Jahr mindestens noch ein weiterer Abstrich auf dem Plan - in personeller Hinsicht: So werde Chefanalyst Thomas Beyerle das Unternehmen zum Jahresende verlassen. Aktuell verhandle er mit der Immobilienfondstochter der Deutschen Bank, RREEF, wie "Die Welt" berichte. Damit reihe sich Beyerle in eine Reihe von anderen Managern ein, die Aberdeen in der letzten Zeit verlassen hätten, darunter Bärbel Schomberg, Vorsitzende der Geschäftsführung nebst ihrem Gremiumskollegen Malcolm Morgan sowie Marketingchef Dietmar Müller. (20.08.2010/fc/n/s)




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