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Credit Suisse wickelt Fondstransaktion über die Blockchain ab - Fondsnews


08.02.19 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Zahlreiche große Asset Manager arbeiten in irgendeiner Form daran, die Blockchain für die Fondsabwicklung nutzbar zu machen, so die Experten von "FONDS professionell".

Einen großen Schritt nach vorne habe nun auch die Credit Suisse verlautbart: Mit der portugiesischen Banco Best sei eine komplette Fonds-Transaktion real abgewickelt worden. Es seien von der Order weg sämtliche Bestandteile des Prozesses über die Blockchain-Anwendung des Luxemburger Distributed-Ledger-Spezialisten FundsDLT umgesetzt worden, heiße es in einer Aussendung.

Der Clou bei Fondsabwicklungen über die Blockchain sei, dass im Idealfall ein Prozess auf Sekunden verkürzt werde, der sonst Tage dauere: Alle erforderlichen Schritte würden nicht wie üblich Zug um Zug ausgeführt, sondern gleichzeitig. Das werde durch im Hintergrund laufende Smart Contract-Anwendungen ermöglicht.

Die Hoffnungen seien weitgehend erfüllt worden, sage Paolo Brignardello, Marketing- und Produktmanagement-Chef bei FundsDLT. "Es war sehr schnell; die Übertragung erfolgte sofort", so Brignardello zu FONDS professionell ONLINE. Nur die Cash-Abwicklung habe am Valutatag stattgefunden (T+1). Man könne derzeit noch nicht auf Instant-Payment-Prozesse zurückgreifen, heiße es. Auch die tatsächliche Orderbestätigung sei aufgrund der regulatorischen Praxis einen Tag später erfolgt. Gehandelt worden sei in diesem Fall ein gewöhnlicher UCITS Retail-Aktienfonds, sage der Experte.

Brignardello rechne damit, dass noch im laufenden oder im zweiten Quartal des Jahres erste tatsächlich marktreife Lösungen präsentiert würden. FundsDLT kooperiere mit etlichen großen Vermögensverwaltern und stelle dabei die Blockchain-Infrastruktur zur Verfügung. Asset Manager beziehungsweise auch Banken und andere Vertriebskanäle, könnten daran etwa mit ihrer eigenen Endkunden-Apps andocken.

Mit dem aktuellen Proof-of-Concept zähle Credit Suisse AM zu den ersten in der Branche, die eine vollständigen End-to-End-Fonds-Transaktion über eine in die Kerninfrastruktur integrierte Blockchain abwickeln würden, heiße es. Blockchain in Verbindung mit KYC-Belangen werde ein "game changer" für das Investmentfondsgeschäft, gebe sich Claude Metz, Leiter des Shareholder Services der Credit Suisse Fund Services (Luxemburg), in einer Aussendung überzeugt. Von Effizienzgewinnen könnten Investoren genau so wie Vertrieb oder Transferagenten gewinnen. "Und wir stehen erst am Anfang dieser vielversprechendsten Reise", so Metz.

FundsDLT sei ein Joint Venture von Fundsquare (Tochter der Luxemburger Börse), sowie der Luxemburger Post-Tochter InTech und von KPMG Luxemburg. Banco Best mit Sitz in Portugal sei unter anderem auf Asset Management und Trading spezialisiert und vermarkte 3.000 Fonds von mehr als 65 internationalen Gesellschaften. (08.02.2019/fc/n/s)