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Brexit-Opfer: Standard Life Deutschland wird irisch - Fondsnews


13.10.17 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der schottische Versicherer Standard Life hat über die Zukunft seiner deutschen und österreichischen Niederlassungen entschieden, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Mutter von Standard Life Deutschland, die wiederum für Österreich zuständig sei, plane demnächst nicht mehr in Edinburgh ansässig zu sein. Das Deutschlandgeschäft werde stattdessen an den irischen Zweig in Dublin übertragen. Damit könne der Fondspolicen-Spezialist sein Geschäft in beiden Ländern auch nach dem EU-Austritt Großbritanniens unverändert fortführen - unabhängig wie das Ergebnis der Austrittsverhandlungen aussehen werde. Das gehe aus einer Mitteilung der Gesellschaft an Vermittler hervor, die FONDS professionell ONLINE vorliege.

Hintergrund sei die rechtliche Lage der Gesellschaft: Ähnlich wie Asset Manager würden britische Versicherer auf dem deutschen Markt mit dem EU-Pass arbeiten: Sie würden keine eigene Genehmigung der deutschen Finanzaufsicht Bafin benötigen, sondern dieser brauchen nur ihre Tätigkeit anzuzeigen - immer vorausgesetzt, sie hätten die entsprechende Erlaubnis der britischen Versicherungsaufsicht. Mit dem Austritt werde das Vereinigte Königreich automatisch ein Drittland, der EU-Pass verfalle somit. Irland dagegen bleibe in der EU.

Ähnliche Entwicklungen gebe es in der Fondsbrache. M&G etwa habe angekündigt, extra eine Zweigniederlassung in Luxemburg zu gründen. Zudem werde der Vermögensverwalter die Anteile von EU-Bürgern an vier in Großbritannien beheimateten Fonds auf entsprechende Portfolios der luxemburgischen Plattform zu übertragen. Denn auch die britischen Fondsgesellschaften dürften im Zuge des Brexits das Recht verlieren, ihre Produkte in jedem beliebigen EU-Land zu vertreiben. Mit der rechtzeitigen Übertragung der Anteile beuge M&G dem vor. (13.10.2017/fc/n/s)