Börsenprofessor Otte geht unter die Zocker - Fondsnews


14.09.17 14:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Ein neuer Börsenbrief aus Max Ottes Unternehmen sorgt für Aufsehen: In der Publikation "Zock-Aktie" empfiehlt der populäre Fondsberater riskante Nebenwerte, so die Experten von "FONDS professionell".

Setze er damit nicht seinen guten Ruf aufs Spiel? Gegenüber FONDS professionell ONLINE beziehe der Bestsellerautor Stellung.

"Sieben Aktien, die demnächst durch die Decke gehen", "Die Euro-Lüge: So retten Sie Ihr Geld" oder "Insider verrät Geheimtipps: Mit diesen Papieren werden Sie reich!": Derart reißerisch beworbene Anlegerpostillen gebe es en masse. Bei vielen Beratern würden die marktschreierischen Machwerke dort landen, wo sie hingehören würden: im Spam-Ordner oder im guten alten Papiermüll.

Nun sorge eine Neuerscheinung für Aufsehen in der Szene: Denn hinter dem "Privatinvestor"-Ableger "Zock-Aktie" (heiße tatsächlich so!) stehe das Institut für Vermögensentwicklung (IFVE) - und damit kein Geringerer als Max Otte. Dass sich der populäre "Börsenprofessor" und Berater des nach ihm benannten Max Otte Vermögensbildungsfonds (ISIN DE000A1J3AM3 / WKN A1J3AM) auf derart rutschiges Terrain begebe, überrasche - und werfe Fragen auf.

"Wir haben vor einiger Zeit eine Umfrage bei unseren Abonnenten gestartet, ob sie gelegentlich spekulativere Tipps haben wollen", erkläre Otte gegenüber FONDS professionell ONLINE die Entstehungsgeschichte des Newsletter-Neulings. Weil sich die überwiegende Mehrzahl dafür ausgesprochen habe, würden solche Titel seit einiger Zeit im "Privatinvestor" vorgestellt. Nun habe man sich probehalber dazu entschlossen, daraus eine regelmäßige Extra-Edition zu machen. Und die gehe zum Start richtig in die Vollen.

Die Ankündigungen der "Zock-Aktie"-Erstausgabe würden kaum einen Spruch auslassen, den man von anderen "1.000-Prozent-Pamphleten" kenne: So sei die von Max Otte entwickelte "Königsanalyse" geeignet, starke, aber deutlich unterbewertete Unternehmen auszumachen. Die seien beispielsweise "in aufgebauschte Skandale verstrickt" und würden deshalb von anderen Anlegern gemieden. Abgerundet werde das Ganze von der obligatorischen Liste aus früheren Tipps, deren Kurse - man ahne es schon - seitdem massiv zugelegt hätten.

Zwischendrin gebe es einen Warnhinweis, wenn auch in sehr viel kleinerer Schrift: "Wenn Sie bereit sind, Verluste auch längere Zeit auszusitzen oder Sie auch - wenn ein solcher Zock einmal nicht aufgehen sollte - einen Totalverlust verkraften können - ist 'Der Privatinvestor Zock-Aktie' genau das Richtige für Sie" - und die üppigen 19 Euro pro Ausgabe wohl gut angelegt.

"Wir erwarten nicht, dass diese Titel sofort abheben", entschärfe Otte die Werbeaussagen. Seine Aktienscreenings förderten des Öfteren sehr billige Titel zutage, die gerade im Abseits stünden oder aus anderen Gründen unter die Räder gekommen seien. Dabei handele es sich nicht um Empfehlungen für die breite Masse, sondern eher um Aktien für Hartgesottene.

Unter Umständen bräuchten einige seiner "Zock"-Ideen Monate und vielleicht sogar Jahre, bis sie aufgehen würden. "Wer einen 'Zock' wagt, muss sich klar sein, dass er einen Totalverlust erleiden kann", schärfe der Autor des 2006 veröffentlichten Bestsellers "Der Crash kommt" allzu undedarften Renditesuchern ein. Andererseits gelte aber eben auch, dann man mit Blue Chips wie Nestlé heutzutage bestenfalls sein Vermögen bewahren, aber keine Rendite mehr erzielen könne.

Er sei sich seiner Verantwortung durchaus bewusst, meine der Ökonom auf die Frage von FONDS professionell ONLINE, ob Interessenkonflikte mit seiner Rolle als Portfoliomanager vorstellbar seien. "Wir haben uns das sehr wohl überlegt, verfügen aber über eine strenge Compliance, die unsere Fonds, den Verlag und die Mitarbeitergeschäfte ganzheitlich überprüft", so Otte.

Eine Gefahr, mit der Empfehlung marktenger Nebenwerte in die Grauzone allzu eigennütziger "Kurs-Pusher" zu geraten, vermöge Otte nicht zu erkennen. "Ich komme lieber der Nachfrage unserer Leser nach, die etwas Salz oder sogar Pfeffer in ihre Suppe streuen wollen. Aber bitte nicht zu viel: Eine Mahlzeit nur aus Salz ist ungenießbar." (14.09.2017/fc/n/s)





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