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BlackRock setzt voll auf die Smart-Beta-Karte - Fondsnews


14.06.18 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der US-Investmentriese Blackrock will sein passives Faktor-Investing-Sortiment in den kommenden Jahren ausbauen. Geplant sind Smart-Beta-ETFs auf Anleihen und Währungen, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Asset Management-Marktführer BlackRock wolle über seine Tochter iShares sein Angebot an Smart-Beta-ETFs deutlich ausbauen, berichte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ). Bislang biete das Unternehmen in erster Linie smarte Aktien-Strategien an. Nun sollten außerdem ETFs auf alternativ gewichtete Anleihe- und Währungs-Indices das Sortiment ergänzen. Solche Produkte würden sich schwerer konstruieren lassen als Aktien-Smart-Beta-Fonds, sage Andrew Ang, Chef der Abteilung Faktor-Investing bei BlackRock.

Weil Anleihen im Vergleich zu Aktien weniger an zentralisierten, öffentlichen Börsen gehandelt würden, mangele es an frei verfügbaren Daten. Darüber hinaus sei die wissenschaftliche Literatur über die Renditefaktoren von Bonds vergleichsweise dünn, erkläre Ang. Und: Wenn man erst einmal ein Faktor-Modell gefunden habe, könne man es nicht immer handeln - weil der Handel eben oft nicht zentralisiert sei.

Smart Beta sei seit einigen Jahren eines der großen Themen in der ETF-Industrie. Auf mittlerweile knapp zwei Billionen US-Dollar beziffere BlackRock in solchen und anderer Faktor-Strategien das verwaltete Vermögen - bis 2022 sollten es 3,4 Billionen sein. Das sei ein jährliches Wachstum von elf Prozent und damit deutlich mehr als das der Fondsvermögen insgesamt.

Über die Sinnhaftigkeit des Ansatzes, der einzelne fundamentale Faktoren in den Vordergrund rücke, gebe es allerdings Zweifel. Backtests, die den Erfolg bestimmter Faktoren belegen sollten, seien oft Unsinn, sage beispielsweise Morningstar-Experte Paul D. Kaplan. Er weise darauf hin, dass sich Labor-Simulationen nicht mit der realen Wirtschaftswelt vergleichen lassen würden, und rate Anlegern beim Thema Smart Beta zur Vorsicht. Auch der renommierte Vermögensverwalter Flossbach von Storch komme nach eigenen Performanceberechnungen zu dem Schluss, dass die meisten Smart-Beta-ETFs nicht annähernd halten würden, was sie versprechen würden. (14.06.2018/fc/n/e)