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BlackRock-Retailchef Christian Machts wechselt zu Fidelity - Fondsnews


06.02.19 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Christian Machts, seit Anfang 2013 Leiter des Retailgeschäfts von BlackRock in Deutschland, Österreich und Osteuropa, verlässt den US-Vermögensverwalter, um beim Wettbewerber Fidelity International anzuheuern, so die Experten von "FONDS professionell".

Entsprechende Informationen von "FONDS professionell" ONLINE hätten Sprecher beider Unternehmen am Mittwoch auf Anfrage bestätigt.

Der 42-Jährige werde ab 1. April das Wholesale-Geschäft von Fidelity in Deutschland leiten und in dieser Funktion den Fondsvertrieb über Banken, Vermögensverwalter, Versicherer und Finanzberater verantworten. Er werde Teil der Geschäftsführung der Fondsgesellschaft und an Deutschlandchef Alexander Leisten berichten.

Machts übernehme damit im Wesentlichen die Aufgaben des ehemaligen Vertriebschefs Claude Hellers, der Fidelity im Sommer 2018 verlassen habe. Darüber hinaus solle er für Fidelity in ganz Europa ein Konzept für strategische Partnerschaften mit Banken und anderen Kunden entwickeln und vorantreiben. Dabei werde er eng mit Christophe Gloser, Head of Wholesale Continental Europe, zusammenarbeiten, heiße es bei Fidelity. Machts habe für BlackRock in Deutschland mehrere entsprechende Kooperationen geschlossen, unter anderem mit der Commerzbank.

Machts Nachfolge bei BlackRock sei bereits geklärt: Peter Scharl, bislang Leiter der ETF-Sparte iShares in Deutschland, Österreich und Osteuropa, verantworte ab sofort zusätzlich das Retail-Geschäft in dieser Region. "Die Retail- und iShares-Teams in Frankfurt, München und Wien werden an ihn berichten", heiße es in einer internen Mitteilung, die "FONDS professionell" ONLINE vorliege.

Der Wechsel Machts' dürfte BlackRock nicht ungelegen kommen, da sich der Vermögensverwalter dadurch eine Führungsposition einsparen könne: Der New Yorker Asset Manager habe jüngst ein Kostensenkungsprogramm samt Stellenabbau verkündet, das auch die deutschen BlackRock-Büros treffe. Die Sparvorgaben seien jedoch keinesfalls ursächlich für den Umbau der Führungsstruktur in Frankfurt, heiße es aus dem Unternehmen. Ziel sei vielmehr, das Geschäft mit aktiven und passiven Fonds aus einer Hand zu führen, um dem geänderten Kundenverhalten besser Rechnung zu tragen.

Bei Fidelity warte keine leichte Aufgabe auf Machts. 2017 habe der Anbieter im Geschäft mit Publikumsfonds in Deutschland Nettomittelabflüsse von 276,3 Millionen Euro verkraften müssen, zeige die Investmentstatistik des Branchenverbands BVI. In den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres hätten Anleger weitere 116,1 Millionen Euro abgezogen. Das in Deutschland abgesetzte Vermögen in Publikumsfonds habe Ende September 2018 bei 14,3 Milliarden Euro gelegen. Aktuellere Zahlen gebe es nicht, weil Fidelity dem BVI keine Zahlen mehr melde. Vor einem Jahr habe der Fondsanbieter seinen Wholesale-Vertrieb in Deutschland umstrukturiert, was drei Sales-Profis den Job gekostet und für Unruhe im Team gesorgt habe.

Fidelity habe in der Vergangenheit stets betont, dass die BVI-Zahlen nicht das gesamte Geschäft des Anbieters in Deutschland widerspiegeln würden. Das Haus habe fünf Geschäftsbereiche: Neben dem Wholesale-Vertrieb von Publikumsfonds gebe es Sparten für die betriebliche Altersvorsorge und institutionelle Investoren. Hinzu kämen ein Direktgeschäft mit Endkunden, das jüngst durch eine hauseigene digitale Vermögensverwaltung gestärkt worden sei, und die Fondsbank FFB. In Summe betreue das Unternehmen eigenen Angaben zufolge in Deutschland aktuell rund 42,5 Milliarden US-Dollar (37,3 Mrd. Euro).

Bei BlackRock habe Machts beweisen können, dass er in der Lage sei, ein Vertriebsteam neu aufzustellen und die Wahrnehmung eines Asset Managers im Markt zu verändern: Vor seinem Einstieg sei BlackRock in Deutschland vor allem für seine Aktien- und Rohstoffexpertise bekannt gewesen, mittlerweile gelte der Anbieter als einer der führenden, breit aufgestellten ausländischen Asset Manager am Markt - und auch im Retail-Segment als ernst zu nehmender Wettbewerber der "großen Vier" DWS, Allianz Global Investors, Union Investment und Deka. (06.02.2019/fc/n/p)