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Bestseller oder Flop? Diese Fondsgruppen trotzen dem Börsenbeben - Fondsnews


03.03.20 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach dem jüngsten Börsenbeben hat FONDS professionell ONLINE nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen in den vergangenen Monaten entwickelt haben - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

Nach dem guten Start in das Jahr 2020 beherrsche seit Anfang Februar eine einzige Thematik das Börsengeschehen: Das Coronavirus biete ordentlich Zündstoff für die weitere Entwicklung auf dem Börsenparkett.

Die tatsächlichen Auswirkungen der Epidemie auf den Fondsmarkt würden sich freilich noch nicht festmachen lassen. Studiere man die jüngste Statistik zu den Mittelzu- und -abflüssen des Datenbankanbieters Mountain View, würden sich - zumindest auf den ersten Blick - jedenfalls noch keine Effekte auf den Fondsabsatz ablesen lassen. Aktienfonds hätten laut der Erhebung im Februar immerhin 3,55 Milliarden Euro eingesammelt, bei Anleihenfonds seien es gar 11,06 Milliarden Euro gewesen. Und China-Aktienfonds seien stolze 3,46 Milliarden Euro zugeflossen - eine neue Rekordmarke.

Tauche man etwas tiefer in die Berechnungen von Mountain View ein und analysiere die vorliegenden Zahlen auf Wochenbasis, ändere sich das Bild (weniger überraschend) gravierend. Alleine in der letzten Februarwoche habe es aus Aktienfonds 4,48 Milliarden Euro gespült. Chinesische Aktienfonds würden in demselben Zeitraum ein vergleichsweise moderates Minus von 472 Millionen Euro verzeichnen. In Anleihenfonds hätten Anleger immerhin noch 925 Millionen Euro gesteckt. Geparkt worden seien die aus Aktienfonds abgezogenen Mittel übrigens in den als sicher geltenden Geldmarktfonds, sie hätten ein Plus von 1,57 Milliarden Euro registriert.

Top oder Flop? So hätten sich die wichtigsten Fondsgruppen in den vergangenen Monaten hinsichtlich der Mittelaufkommen entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Aktienfonds, die in Titel aus den Schwellenländern investieren würden, würden den Februar mit Abflüssen von 415 Millionen Euro abschließen. In der letzten Woche des Monats seien es 125 Millionen Euro gewesen, die Anleger aus Emerging-Markets-Fonds abgezogen hätten.

Aktienfonds Japan
Japanische Aktienfonds hätten im Februar bei Investoren ebenfalls nicht auf der Favoritenliste gestanden. Mehr als 703 Millionen Euro seien aus diesen Geldtöpfen abgeflossen. Lediglich im Oktober hätten die Nippon-Portfolios noch nennenswerte Zuflüsse von 462 Millionen Euro verzeichnet.

Aktienfonds China
Aktienfonds, die in das vom Coronavirus gebeutelte Land China investieren würden, hätten im Februar einen Rekordwert von 3,45 Milliarden Euro eingesammelt. Auch die letzte Woche im Monat Februar habe Anleger, die in diese Fondsgruppe investiert seien, wohl wenig schockieren können. Vergleichsweise moderate 272 Millionen Euro hätten sie von China-Aktienfonds abgezogen.

Aktienfonds Euroland
Euroland-Aktienfonds hätten hingegen den kompletten Februar lang nicht in der Gunst der Anleger gestanden. Unterm Strich schlage hier ein Minus von 1,12 Milliarden Euro zu Buche. Bereits in den vorangegangenen Monaten habe die Investmentkategorie keine Gelder eingesammelt.

Aktienfonds Europa
Verheerend seien die vergangenen Monate auch für europäische Aktienfonds verlaufen, aus denen es im noch jungen Jahr 2020 knapp 2,32 Milliarden Euro gespült habe.

Aktienfonds Nordamerika
Nordamerikanische Aktienfonds hätten in den vergangenen Monaten ebenso wenig in der Gunst der Anleger gestanden. Im abgelaufenen Jahr habe ein Minus von 662 Millionen Euro zu Buche geschlagen, in den beiden ersten Monaten 2020 seien es bislang 493 Millionen Euro gewesen.

Aktienfonds global
Die breit streuenden globalen Aktienfonds würden dem Börsenbeben bislang die Stirn bieten. Zwar habe diese Investmentgruppe in der Vorwoche 197 Millionen Euro Mittelabflüsse hinnehmen müssen, insgesamt hätten die Portfolios im Februar aber ein kräftiges Plus von 6,82 Milliarden Euro verzeichnet.

Aktienfonds gesamt
Insgesamt hätten Anleger im Februar 3,55 Milliarden Euro in Aktienfonds gesteckt - und das, obwohl alleine in der vierten Woche des Monats Februar 4,48 Milliarden Euro aus dieser Fondsgruppe abgezogen worden seien.

Anleihenfonds Unternehmen
Portfolios, die in Anleihen von Unternehmen investieren würden, hätten sich dem Corona-Sog ebenfalls nicht entziehen können: 312 Millionen Euro habe es aus ihren Kassen gespült. Das sei allerdings nur eine kleine Unterbrechung eines seit Monaten anhaltenden Geldstromes.

Anleihenfonds gemischt
In gemischte Anleihenfonds seien hingegen unbeirrt weiter Gelder geflossen. In der neunten Kalenderwoche seien es 1,02 Milliarden Euro gewesen, über den gesamten Februar gerechnet 7,10 Milliarden Euro.

Anleihenfonds gesamt
Insgesamt hätten sich die Kassen von Anleihenfonds dadurch mit 11,06 Milliarden Euro zusätzlich gefüllt. In den ersten beiden Monaten des Jahres habe die Fondskategorie damit 24,32 Milliarden Euro einkassiert.

Mischfonds
Die eigentlich beliebten gemischten Portfolios hätten alleine in der letzten Februarwoche ein Minus von 2,04 Milliarden Euro verzeichnet. Damit beende die Investmentgruppe den zweiten Jahresmonat mit einem Minus von 380 Euro. (03.03.2020/fc/n/s)