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Bedeutung alternativer Anlagen für die Portfoliostabilität in Zeiten kaum vorhandener Zinserträge


13.07.20 12:41
J.P. Morgan Asset Management

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Laut den Experten von J.P. Morgan Asset Management wird die Frage der Portfoliokonstruktion für Anleger angesichts der extrem niedrigen Zinsen auf Staatsanleihen weit über Covid-19 eine der größten Herausforderungen bleiben.

Denn Staatsanleihen hätten in einem Portfolio traditionell zwei Rollen übernommen: Einerseits seien sie eine Quelle stetiger und stabiler Erträge gewesen. Und andererseits hätten sie den Portfolios in Zeiten von Marktstress Schutz geboten. "Traditionell sind Rezessionen mit einer Senkung der Zinssätze durch die Zentralbanken einhergegangen, wodurch die Anleihekurse in Phasen mit fallenden Aktienkursen stiegen. Dadurch verringerte sich in Baissemärkten der Gesamtbetrag der Kapitalverluste. Wenn wir einen Blick in die Zukunft werfen, sieht es nicht so aus, als würden die Staatsanleihen der Industrieländer auch nur einen der beiden Zwecke ausreichend erfüllen können", betone Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management in Frankfurt. Da heute selbst Staatsanleihen mit langer Laufzeit in weiten Teilen Europas nur sehr geringe bis gar keine Erträge einbringen würden, bleibe für Zeiten von Marktstress nur wenig Puffer.

"Wer nun bei der Portfoliokonstruktion die Allokation in Staatsanleihen deutlich reduziert, beispielsweise in Aktien oder Hochzinspapiere, kann zwar die Renditeaussichten verbessern, allerdings wäre dieses Portfolio wesentlich schlechter gegen Ausschläge von Volatilität gewappnet. Die Herausforderung für Anleger besteht also darin, Anlagen zu finden, die eine geringe Korrelation zu Aktien aufweisen und im Idealfall gleichzeitig Erträge generieren", führe der Stratege aus.

Denn gerade in volatilen Marktphasen wie im März würden Korrelationen eine wichtige Rolle spielen. Die dramatische Marktentwicklung habe viele Marktteilnehmer zu einer Flucht in Liquidität veranlasst, sodass es vorübergehend zu einem gleichzeitigen Kursrückgang sowohl bei Risikoanlagen, als auch bei den vermeintlich "sicheren Häfen" der Staatsanleihen gekommen sei. Für viele Portfolios habe somit in der Phase der größten Unsicherheit die klassische Diversifikation zwischen qualitativ hochwertigen Anleihen und Aktien nicht mehr funktioniert.

Eine Lösung für diese Problematik würden alternative Anlageklassen bieten: Nicht nur dass sie zu einer deutlich stabileren Entwicklung als die an öffentlichen Börsenplätzen gehandelten Werte tendieren würden, weil sie nicht täglich oder gar minütlich gehandelt würden - was allein aus buchhalterischer Sicht für mehr Stabilität im Portfolio sorge. Auch ihre Korrelation zu klassischen Anlageklassen wie Aktien und Staatsanleihen sei relativ gering und teilweise sogar negativ, womit sie effizient zur Diversifikation beitragen würden. Und angesichts des anhaltenden Niedrigzinsumfelds sei ein weiterer wichtiger Faktor, dass alternative Anlageklassen auch als beständige Ertragsquelle dienen könnten, ohne dabei das Risiko eines Portfolios signifikant zu erhöhen.

So hätten sich in der Coronakrise unter anderem liquide Makro-Strategien bewährt, die dank Hedging- und Relative-Value-Strategien einen guten Schutz gegen die Marktvolatilität geboten hätten. Weniger liquide, aber mit nachhaltigen Ertragschancen, seien Anlagen in Immobilien und Infrastruktur, die relativ hohe Erträge bei einer relativ geringen Korrelation zu den Aktienmärkten bieten würden.

Immer mehr Investoren würden auf der Suche nach Ertrag und Portfoliostabilität die Vorteile alternativer Anlageklassen zu schätzen lernen. Nach wie vor mangele es jedoch an Orientierungshilfen, die der Komplexität dieser Anlageklasse gerecht würden. Um Anleger dabei zu unterstützen, eine Strategie und einen Prozess zur Evaluation und Portfoliointegration dieser Anlageklassen zu entwickeln, habe J.P. Morgan Asset Management bereits im Jahr 2019 den Guide to Alternatives entwickelt. Diese vierteljährlich aktualisierte Publikation biete eine objektive Darstellung der wichtigsten Themen, die bei alternativen Anlageklassen eine Rolle spielen würden, und gebe umfangreiche Einblicke. Im Fokus stünden makroökonomische Themen wie Kapitalbeschaffung oder Managerstreuung sowie Analysen von Marktdaten rund um die Themenbereiche "Real Assets" mit Immobilien, Infrastruktur und Transport, "Private Markets" mit Private Credit und Private Equity sowie Hedgefonds. Die englischsprachige Publikation setze in der aktuell veröffentlichten Ausgabe zudem folgende Themenschwerpunkte: Differenzierung bei Gewerbeimmobilien, Kerninfrastruktur und COVID-19, Private Kredite und CLOs, Wirtschaftlicher Abschwung & Private Equity.

So biete der Guide to Alternatives objektive Informationen für alternative Anlageklassen, die weniger transparent seien als beispielsweise Aktien oder Anleihen und helfe, Anleger bei den Entscheidungen zur Allokation alternativer Anlagen zu unterstützen.

Für das Market Insights Programm von J.P. Morgan Asset Management würden exklusiv 30 Kapitalmarktexpertinnen und -experten rund um den Globus arbeiten. Es werde seit über 15 Jahren produktneutral angeboten. Ziel des Market Insights Programms sei, die globalen Kapitalmärkte zu beleuchten und regelmäßig verlässliche Erkenntnisse rund um das aktuelle wirtschaftliche Umfeld zu vermitteln. Ziel sei, eine wertvolle Unterstützung bei der Informationsbeschaffung zu leisten und zu ermöglichen, fundierte Anlageentscheidungen zu treffen.

Der Guide to Alternatives biete ein umfangreiches und aktuelles Spektrum von Daten der Anlageklassen Global Real Estate, Infrastruktur, Private Equity und Hedgefonds. Um einen objektiven und neutralen Blick auf die "Alternatives" zu ermöglichen, sei der "Guide" frei von jeglicher "Hausmeinung" von J.P. Morgan Asset Management. Eine aktualisierte englische Version erscheine jeweils zum Quartalsende im März, Juni, September und Dezember. So lasse sich sicherstellen, dass jederzeit Zugriff auf die neuesten Daten verfügbar sei. (13.07.2020/fc/n/s)