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Auf Druck von Hedgefonds: Janus-Henderson-Chef tritt ab - Fondsnews


19.11.21 14:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie die Gesellschaft mitteilt, wird Richard "Dick" Weil seinen Posten als Vorstandschef des britisch-amerikanischen Asset Managers Janus Henderson Ende März 2022 abgeben, so die Experten von "FONDS professionell".

Einen Nachfolger habe das Unternehmen noch nicht benannt. Die "interne wie externe Suche" nach Kandidaten sei eingeleitet. Weil solle solange die Gesellschaft weiterführen und noch bis Ende Juni 2022 als Berater für das Unternehmen tätig sein.

Janus Henderson sei aus dem Zusammenschluss des britisch-australischen Fondshauses Henderson mit dem US-Anbieter Janus entstanden. Seit dem Zusammenschluss verzeichne das Haus unterm Strich stete Mittelabflüsse. Das verwaltete Vermögen sei auf zuletzt 419 Milliarden US-Dollar (370 Mrd. Euro) geschrumpft. Den Nettomittelabfluss seit der Vollendung des Zusammenschlusses im Jahr 2017 beziffere die Wirtschaftszeitung "Financial Times" auf 84 Milliarden Dollar (74 Mrd. Euro).

Dass noch kein Nachfolger für Weil benannt worden sei, befeuere Spekulationen über einen möglichen nächsten Deal von Janus Henderson, berichte die "Financial Times". So habe der von Nelson Peltz gelenkte Hedgefonds Trian zuletzt seinen Anteil an dem Fondsanbieter auf 15 Prozent aufgestockt. Der aktivistische Investor halte zudem zehn Prozent am Konkurrenten INVESCO. Peltz sehe erklärtermaßen die Asset-Management-Branche vor einer Konsolidierung stehen und propagiere daher die Notwendigkeit von weiteren Fusionen und Übernahmen. Darauf arbeite er offenbar auch bei seinen Beteiligungen hin.

Zuletzt hätten immer wieder Gerüchte über Gespräche in wechselnden Konstellationen, etwa zwischen Janus Henderson und INVESCO kursiert. Auch State Street, UBS AM und die Deutsche-Bank-Tochter DWS würden immer wieder als Interessenten auftauchen. Generell habe die Konsolidierung in der Branche zuletzt an Fahrt gewonnen. Über Fusionen und Übernahmen würden die Asset Manager die nötige Größe aufzubauen versuchen, um den Anschluss an Branchenriesen wie BlackRock und Vanguard nicht zu verlieren.

Angesichts dieses Umfelds und des anhaltenden Mittelschundes dürfte der Druck auf Janus Henderson und Vorstandschef Weil zugenommen haben. Aktivist Peltz habe etwa die Ernennung von mehr unabhängigen Mitgliedern in den Verwaltungsrat gefordert. In der Mitteilung hingegen verabschiede sich Weil mit warmen Worten: "Da das Unternehmen aus einer Position der Stärke heraus agiert, glaube ich, dass jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mit der Suche nach einem neuen Vorstandschef zu beginnen, der den Wachstumskurs des Unternehmens fortsetzen wird."

Auch der Verwaltungsratsvorsitzende Richard Gillingwater verabschiede Weil mit lobenden Formulierungen: "Unter seiner Vision und Führung hat sich das Unternehmen zu einem der weltweit führenden aktiven Vermögensverwalter mit festen Anlagegrundsätzen und einem unübertroffenen Engagement im Dienste der Kunden entwickelt. Dick hat Janus Henderson eine einheitliche Kultur der Exzellenz eingeimpft, und als Ergebnis haben wir ein starkes globales Franchise aufgebaut, das gut für weiteres Wachstum positioniert ist." (19.11.2021/fc/n/p)