Anleger ziehen Milliarden aus aktiven Fonds der DWS ab - Fondsnews


01.02.19 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Investoren haben über das vergangene Jahr hinweg satte 22,3 Milliarden Euro aus den Portfolios der DWS abgezogen, so die Experten von "FONDS professionell".

Allein im vierten Quartal habe die Fondstochter der Deutschen Bank unter dem Strich Abflüsse von sieben Milliarden Euro verzeichnet, habe die Gesellschaft mitgeteilt. Zum Vergleich: Im Jahr 2017 hätten Anleger dem Haus noch 15,8 Milliarden Euro anvertraut.

Die jüngsten Mittelabzüge würden überwiegend die aktiven Portfolios treffen. Diese hätten über das Jahr 2018 hinweg Nettomittelabflüsse in Höhe von 31,1 Milliarden Euro erlitten. Die herkömmlichen und börsengehandelten Indexfonds (ETFs) hätten hingegen Zuflüsse in Höhe von 8,1 Milliarden Euro verzeichnet. Das verwaltete Vermögen sei wegen der Abzüge und der Marktentwicklung um fünf Prozent auf 662 Milliarden Euro geschmolzen.

Die Abzüge entsprängen "größtenteils Mandaten mit niedrigen Margen bei Sicherungsvermögen von Versicherungen und Cash", betone die Gesellschaft. Zudem hätten zwei aktive Flaggschiffe des Hauses, der DWS Top Dividende und der DWS Concept Kaldemorgen, im Schlussquartal wieder Anlegergeld angezogen - und damit die negative Entwicklung der Vorquartale umkehren und sich gegen den Branchentrend stellen können.

Auch wenn die Abflüsse nur Produkte mit geringen Margen betroffen hätten, das hohe Volumen habe dennoch deutlich auf die Ertragsentwicklung durchgeschlagen. Zudem habe die allgemeine Börsenkorrektur im Schlussquartal das Geschäft belastet. Die Erträge aus Managementgebühren seien 2018 gegenüber dem Vorjahr um fünf Prozent auf 2,09 Milliarden Euro gesunken. Die Einnahmen aus Performance- und Transaktionsgebühren seien um 55 Prozent auf 89 Millionen Euro eingebrochen. Die bereinigten Gesamterträge seien um acht Prozent auf 2,26 Milliarden Euro gesunken. Das bereinigte Vorsteuerergebnis habe um 16 Prozent auf 625 Millionen Euro nachgegeben. Der Nettogewinn sei um 38 Prozent auf 391 Millionen Euro abgesackt.

Der neue DWS-Chef Asoka Wöhrmann, der Nicolas Moreau im Oktober 2018 ersetzt habe, wolle den Aktionären dennoch eine Dividende von 1,37 Euro je Aktie vorschlagen. Im frühen Handel habe das DWS-Papier mit einem Plus von mehr als einem Prozent bei 23,78 Euro notiert. Das DWS-Papier sei im März 2018 zu 32,55 Euro in den Börsenhandel gestartet. Im Zuge der Erstnotiz sei die Gesellschaft aus den Strukturen des Mutterkonzerns Deutsche Bank herausgelöst worden.

"Nach anhaltend günstigen Bedingungen hat nun für die Märkte und damit die gesamte Vermögensverwaltungsbranche eine schwierigere Phase begonnen", habe Wöhrmann der Mitteilung zufolge gesagt. "Mit unserem global und über alle Anlageklassen diversifizierten Geschäftsmodell sowie unserem beschleunigten Fokus auf Kosteneffizienz sind wir zuversichtlich, dass wir gut aufgestellt sind."

Zudem sehe sich die Gesellschaft bei den geplanten Kosteneinsparungen auf Kurs. Die bereinigten Kosten seien 2018 um vier Prozent auf 1,63 Milliarden Euro zurückgegangen. "Wir haben die für 2018 erwarteten Kostensenkungen mit erheblichen Reduzierungen im Gesamtjahr übertroffen", habe Finanzchefin Claire Peel erläutert. "Und wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend auch 2019 fortsetzen wird, da wir unsere erfolgreichen Kosteneffizienzinitiativen fortführen." Die niedrigeren Erträge hätten allerdings die Einsparungen wieder aufgezehrt. Die bereinigte Aufwands-Ertrags-Verhältnis (Cost-Income-Ratio, CIR) sei von 69,9 auf 72,3 Prozent gestiegen.

Zugleich habe auch die Konzernmutter Jahreszahlen vorgelegt. Die Deutsche Bank habe 2018 nach drei Verlustjahren wieder einen Gewinn erwirtschaftet. Unter dem Strich sei dem Frankfurter Haus ein Überschuss von 341 Millionen Euro geblieben. Ein Jahr zuvor seien noch Verluste in Höhe von 735 Millionen Euro angefallen. "Die Rückkehr in die Gewinnzone zeigt, dass die Deutsche Bank auf dem richtigen Weg ist", habe Christian Sewing gesagt, der seit gut zehn Monaten Vorstandschef des Instituts sei. Das Geldhaus kämpfe seit Jahren mit Problemen. Daher seien zuletzt immer wieder Spekulationen über eine Fusion von Deutscher und Commerzbank zu einem nationalen Bankenriesen kursiert. (01.02.2019/fc/n/s)





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