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Anlageprofi: ETF-Käufer schauen immer in den Rückspiegel


06.06.18 13:59
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Gerade in unruhigen Zeiten spielen aktive Anlagestrategien ihre Stärken aus, davon ist Gottfried Urban überzeugt, Vorstand der Bayerischen Vermögen AG, so die Experten von "FONDS professionell".

Denn dann würden Erfahrungen aus der Vergangenheit in der Regel nichts nützen - und passive Investoren hätten das Nachsehen. "Passive Strategien bilden immer das Gestern ab", so der Anlageprofi. Denn Wertpapiere, Regionen und Branchen, die in der Vergangenheit gut gelaufen seien, würden bei Aktienindices automatisch höher gewichtet. Anleger, die auf passive Strategien setzen würden, könnten dadurch in turbulenten Zeiten in die Bredouille geraten.

Derzeit setze die Finanzindustrie bei der Auswahl von Investments und bei der Komposition von Depots immer stärker auf den Computer. "Das spart Kosten und bedient den Wunsch der Investoren nach Billigangeboten", so Urban. Zwar könnten Über- und Unterbewertungen auf dem Aktienmarkt über mehrere Jahre anhalten. Allerdings hätten sich Gewinnerbranchen und -regionen im Schnitt alle zehn Jahre abgewechselt. "Die kommenden zehn Jahre allein auf dieser Basis zu prognostizieren ist deshalb sehr schwierig", mahne der Anlageprofi.

Der Blick in die Vergangenheit belege den Nutzen des aktiven Managements: Wer aktiv investiert habe, habe in vielen Fällen deutlich besser abgeschnitten als Anleger, die ausschließlich auf passive Investments gesetzt hätten. "Ein Fondsanalysehaus hat festgestellt, dass in den vergangenen fünf Jahren nahezu jeder aktive europäische Aktienfonds den Index übertreffen konnte", so Görler. Je mehr Computersysteme zum Einsatz kämen, umso lohnender werde die Handarbeit in der Geldverwaltung. "Chartanalysen und Computerprogramme können die Anlageentscheidungen unterstützen - aber nie ersetzen", sei der Anlageprofi überzeugt. (06.06.2018/fc/n/s)