Analysten entschlüsseln Erfolgsgeheimnis der Fonds-Giganten - Fondsnews


06.09.19 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die meisten aktiven Asset Manager bekommen die Konkurrenz durch günstige Indexfonds zu spüren, so die Experten von "FONDS professionell".

Angesichts der lang anhaltenden Börsenrally falle es aktiven Fondslenkern zunehmend schwer, einen großen Vorsprung gegenüber ihrem Vergleichsindex herauszuholen. Anleger würden daher verstärkt auf passive Produkte setzen, bei denen sie ebenso vom Aufschwung profitieren könnten, aber zu geringeren Kosten. So würden zusehends die Zuflüsse in aktive Fonds versiegen, wohingegen Indexfolger neues Anlegergeld einwerben könnten. Dieser Trend sei besonders in den USA präsent, schwappe aber nach Europa über.

Trotz des Gegenwinds gelinge es einer ganzen Reihe von Fondsgesellschaften, ihren Wachstumskurs fortzuführen. Dies zeige eine Auswertung des Analysehauses Cerulli Associates. Hierfür hätten die Experten das amerikanische Asset-Management-Feld in verschiedene Größenklassen geteilt, gemessen am verwalteten Vermögen in aktiv gelenkten Publikumsfonds. Dabei offenbare sich, dass besonders die Giganten der Branche weiterhin Mittel einwerben würden.

Von den zwölf Industriegrößen, die jeweils mehr als 200 Milliarden Dollar in aktiven Publikumsfonds verwalten würden, habe es immerhin die Hälfte geschafft, über die vergangen fünf Jahre frisches Geld einzusammeln und ihren Marktanteil auszuweiten. Im breiten Feld der aktiven Asset Manager habe dies nur etwas mehr als ein Drittel erreicht. "Aktive Fondsfamilien mit organischem Wachstum beweisen, dass es tatsächlich noch einen gangbaren Weg zum Erfolg gibt", sage Ed Louis, leitender Analyst bei Cerulli.

Die Experten hätten sich hernach der Frage gewidmet, welche Faktoren den anhaltenden Erfolg der Giganten beflügeln würden. Dabei habe sich ein entscheidendes Kriterium herausgeschält: Alle Erfolgshäuser würden eine kraftvolle Markenstrategie verfolgen und hätten sich über die Jahre eine gute Reputation aufgebaut. Ihnen gelinge es, in den Köpfen der Finanzberater und sogar der Endkunden als feste Anlaufadresse für Fonds verankert zu sein.

"Der Ruf eines Unternehmens ist den Beratern sehr wichtig, wenn sie einen Asset Manager auswählen", halte Louis fest. Cerulli habe dazu rund 2.000 Finanzberater befragt. Fast die Hälfte habe angegeben, dass sie die Reputation eines Fondsanbieters in ihren Auswahlprozess einbeziehen würden. "Erfolgreiche Fondsgesellschaften zehren in erheblichem Maße von der Loyalität, die sie unter Beratern gehegt haben. Sie ist eine tragende Säule ihres Wachstums."

So ein Verhältnis zu den Vermittlern aufzubauen erfordere jedoch viel Arbeit - und Zeit. Doch auch unter den kleineren Asset Managern fanden die Analysten einige, die erfolgreich Nischen besetzen und Berater durch einen umfassenden und guten Service begeistern konnten, so die Experten von "FONDS professionell". (News vom 05.09.2019) (06.09.2019/fc/n/s)