Erweiterte Funktionen

Analyse: Bedeutungslose Track-Record-Länge? - Fondsnews


08.06.18 10:00
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Der Track-Record eines Fondsmanagers: Je länger, desto besser. Mindestens jedoch drei Jahre. So zumindest die weitverbreitete Faustregel. Eine neue "e-fundresearch.com" Analyse zeigt jedoch, dass es europäische Fondsinvestoren - zumindest in der jüngsten Vergangenheit - damit nicht ganz so genau zu nehmen scheinen, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Seit einigen Monaten beschäftige sich das "e-fundresearch.com" Team intensiv mit der objektiven Analyse und Darstellung aktueller Nettozufluss-Trends im europäischen Fondsuniversum. Dabei sei bislang zwischen Trends auf Fondskategorie-, Asset Manager- sowie Fondsstrategie-Ebene unterschieden worden. Eine Frage, die bislang noch nicht näher behandelt worden sei, sei die Relevanz der Track-Record-Länge eines Fonds und dessen Einfluss auf die beobachteten Nettozuflüsse. Ex ante würde vermutet werden, dass es insbesondere "etabliertere" Strategien seien, die einen Großteil der am Markt gemessenen Zuflüsse für sich verbuchen könnten. In diesem Zusammenhang werde immer wieder von einem Mindest-Track-Record von 3-Jahren gesprochen - zumindest im professionellen Investorenumfeld.
Ein schneller Blick auf die von "e-fundresearch.com" über Morningstar-Direct erhobenen Daten zeige jedoch, dass sich zumindest auf aktueller Year-to-Date-Sicht ein konträres Bild zeichnen lasse. Ausgerechnet Fondsstrategien mit einem Track-Record von nur zwei Jahren oder weniger seien für 93,58% (knapp 142,98 Mrd. EUR) der am gesamten Markt beobachteten Zuflüsse verantwortlich gewesen.

Bei genauerem Blick auf die "junge" Kohorte mit bis zu zwei Jahren Track-Record lasse sich ein noch deutlicherer Trend erkennen. Die deutliche Mehrheit der gemessenen Zuflüsse sei hier von Fonds mit weniger als einem Jahr verursacht worden (neue Fondslancierungen): Nettozuflüsse von knapp 109 Milliarden Euro hätten diesem Segment zugeordnet werden können.

Dass sich die oben gewonnenen Erkenntnisse nicht pauschal auf alle Marktteilnehmer und Zielgruppen anwenden lassen würden, könne durch eine zusätzliche Unterteilung nach Institutionellen und Nicht-Institutionellen Nettozuflüssen festgestellt werden. 9 von 10 Euro, die in Fonds mit Track-Records von bis zu zwei Jahren investiert worden seien, seien laut der aktuellen "e-fundresearch.com" Analyse dem Nicht-Institutionellen-Segment zuzuordnen. Insbesondere stark nachgefragte Retail-Fondslancierungen in den Bereichen Themenfonds (vor allem Robotik und AI) sowie die Auflage neuer flexiblerer Mischfondslösungen, die in der Regel über kaptive (Banken-)Vertriebsnetzwerke positioniert würden, würden für dieses klare Bild verantwortlich sein mögen.

Wie sich die Aussagekraft dieser Momentaufnahme in einem langfristigen Vergleich einordnen lasse, werde das "e-fundresearch.com" Team in den kommenden Wochen in einer gesonderten Analyse präsentieren. (News vom 07.06.2018) (08.06.2018/fc/n/s)