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Aktienfonds "Italien" - Aktive Fonds liefern Outperformance unter schwierigen Bedingungen - Fondsnews


06.06.17 13:30
Scope Analysis

Berlin (www.fondscheck.de) - Geringes Wachstum, hohe Arbeitslosigkeit und steigende Verschuldung - für Investoren ist Italien schwieriges Terrain, so die Experten von Scope Analysis.

Aktive Fondsmanager würden sich hier jedoch sehr wohl fühlen: Sieben von acht Italien-Fonds hätten den MSCI Italy über fünf Jahre schlagen können.

Die mit 61 Millionen Einwohnern drittgrößte Ökonomie der Eurozone stehe vor gewaltigen Herausforderungen. Während sich in zahlreichen europäischen Volkswirtschaften zuletzt positive Meldungen gehäuft hätten, reiße der Strom schlechter Nachrichten aus Italien nicht ab.

Die ungünstigen politischen und ökonomischen Rahmenbedingungen würden sich auch in der Performance des italienischen Aktienmarktes niederschlagen: Auf Fünf-Jahressicht erreiche der MSCI Italy mit 9,1% p.a. zwar eine in Anbetracht der ökonomischen Herausforderungen beachtliche Performance - im Vergleich mit dem MSCI Europe (11,8% p.a.) oder dem MSCI Germany (13,3% p.a.) falle er aber deutlich ab.

Noch deutlicher werde der Performance-Nachteil auf Drei-Jahressicht: Der MSCI Germany mit 9,2% p.a. und der MSCI Europe mit 7,7% p.a. lägen deutlich über dem MSCI Italy mit mageren 0,3% p.a.

Die Peergroup "Aktien Italien" umfasse 15 Fonds mit einem aggregierten Fondsvolumen von 3,7 Mrd. Euro. Acht der 15 Fonds würden aktiv gemanagt. Zusammen würden sie rund 2,1 Mrd. Euro verwalten.

Die aktiv gemanagten Fonds hätten in den vergangenen fünf Jahren im Durchschnitt eine Performance von 11,2% p.a. erzielt. Das sei im Vergleich zum MSCI Italy eine Outperformance von 2,1 Prozentpunkten p.a. Insgesamt hätten sieben der acht aktiv verwalteten Fonds über fünf Jahre eine Outperformance gegenüber dem MSCI Italy erzielen können.

Interessant auch: Die Outperformance der aktiven Fonds sei nicht mit höherer Volatilität erkauft worden. Ganz im Gegenteil: Während der MSCI Italy über fünf Jahre eine Volatilität von 20,0% aufweise, würden die acht aktiven Fonds im Durchschnitt lediglich 18,2% zeigen. Wiederum würden sieben der acht aktiven Fonds ein besseres Ergebnis als der Vergleichsindex erzielen - lägen also unterhalb der Volatilität des MSCI Italy.

Die insgesamt überzeugende Performance der aktiven Fondsmanager schlage sich in den Ratings nieder: Sämtliche Top-Bewertungen - also A- und B-Ratings - in dieser Peergoup würden aktuell von aktiv gemanagten Fonds gehalten.

Wie lasse sich die - vor allem im Vergleich mit anderen Peergroups - beeindruckende Performance aktiver Fondsmanager erklären? Ein wesentlicher Aspekt der Erklärung sei die Zusammensetzung des MSCI Italiy. Nur vier Unternehmen - ENI, ENEL, Intesa Sanpaolo und Unicredit - würden den Index zu rund 45% dominieren.

Vor allem ENI und Unicredit hätten über fünf und vor allem über die vergangenen drei Jahre jedoch eine schwache Performance gezeigt bzw. sogar signifikante Verluste erzeugt. Die Performance des MSCI Italy sei durch diese Titel deutlich negativ beeinflusst worden. Aktiv gemanagte Fonds, die diese Index-Schwergewichte gemieden oder zumindest untergewichtet hätten, hätten sich daher deutlich von ihrer Benchmark absetzen können. (06.06.2017/fc/n/s)