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Vor Aberdeen-Fusion: Anleger ziehen Milliarden von Standard Life ab - Fondsnews


08.08.17 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Standard Life Investments, die Fondssparte des schottischen Versicherungskonzerns, hat in der ersten Jahreshälfte unter dem Strich einen Mittelabzug von 4,6 Milliarden Britischen Pfund (5,1 Milliarden Euro) erlitten, so die Experten von "FONDS professionell".

Im entsprechenden Vorjahreszeitraum hätten Anleger dem Haus noch 1,7 Milliarden Pfund (1,9 Milliarden Euro) frisches Geld anvertraut, habe das Unternehmen mitgeteilt.

Der schottische Finanzkonzern Standard Life habe Anfang März 2017 angekündigt, den ebenfalls schottischen Asset Manager Aberdeen für rund 3,8 Milliarden Pfund zu übernehmen. Zusammen würden die Häuser ein Vermögen von rund 660 Milliarden Pfund verwalten. Dieses Gewicht solle dem neuen Konzern die nötige Schlagkraft verleihen, um im härter werdenden Konkurrenzkampf zu bestehen.

Der Mittelschwund bei Standard Life Investments habe sich leicht auf die Erlöse niedergeschlagen, die von 431 Millionen Pfund im ersten Halbjahr 2016 auf 429 Millionen Pfund gesunken seien. Dank einer strikten Kostenkontrolle sei aber der Vorsteuergewinn um acht Prozent auf 190 Millionen Pfund geklettert.

Die Nettomittelabflüsse würden vor allem auf das Erfolgsprodukt GARS zurückgehen. Anleger hätten unter dem Strich 5,6 Milliarden Pfund aus dem Fonds abgezogen. Die Geldflucht sei nur zum Teil durch Zuflüsse in andere Fonds des Hauses ausgeglichen worden. Die Gesellschaft begründe die Absatzflaute mit der zeitweiligen Performance-Schwäche des milliardenschweren Flaggschiffs.

Allerdings hätten auch britische Finanzvermittler, Vermögensverwalter und Berater für institutionelle Investoren ihren Kunden abgeraten, weiterhin Geld in Fonds von Aberdeen oder Standard Life zu stecken, nachdem die beiden Häuser den Zusammenschluss verkündetet hätten. Die Befürchtung sei gewesen, dass im Zuge der Fusion Top-Fondsmanager abwandern würden. Die Häuser hätten daraufhin versucht, mit "Halteprämien" ihre Spitzenkräfte zum Verbleib zu bewegen. Die Schätzungen für einen Stellenabbau würden auf bis zu 1.000 von derzeit rund 9.000 Mitarbeitern reichen.

Der gesamte Standard-Life-Konzern habe im ersten Halbjahr den operativen Gewinn um sechs Prozent auf 362 Millionen Pfund gesteigert. Das Haus betreue ein Vermögen von 362 Milliarden Pfund. Der Stichtag für den Zusammenschluss sei der 14. August. Drei Tage vorher sei die entscheidende Anhörung vor den Regulierungsbehörden. (08.08.2017/fc/n/s)